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BPEX in der Defensive / Lieferwagen rollt mit Zusteller weg / DHL-Katastrophenhelfer trainieren


Subunternehmerverbot: Paketdienst-Verband BPEX in der Defensive

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) ist aus einem jahrelangen Dornröschenschlaf erwacht. Und zwar ziemlich unsanft, denn die Politik droht mit einem Subunternehmerverbot. Schlechte Arbeitsbedingungen von Paketzustellern sind seit 12 Jahren regelmäßig Thema in den Medien. Günter Wallraff machte im Mai 2012 den Anfang, als er sich undercover bei GLS einschleuste (Paketda berichtete).

Der Verband BPEX (hieß bis vor wenigen Tagen BIEK) und seine Mitglieder wischten Kritik stets beiseite; konnten sie nie entkräften. Es handele sich um wenige schwarze Schafe in der Branche, so der Tenor. Mangels kommunikativer Gegenmaßnahmen verfestigte sich so in der Öffentlichkeit das Image vom ausgebeuteten Zusteller.

Erst jetzt, fünf vor Zwölf, lobbyiert der BPEX in eigener Sache und veröffentlicht die Ergebnisse einer Zufriedenheitsbefragung von Zustellern, die bei Subunternehmern angestellt sind. Außerdem hat sich der BPEX mit anderen Logistik-Verbänden zu einer "Allianz für arbeitsteilige Wirtschaft" zusammengeschlossen, um das Subunternehmerverbot zu verhindern.

Womöglich kommen diese Bemühungen zu spät. Jüngst bekräftigte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) seine Forderung, Subunternehmer zu verbieten, weil es laut Generalzolldirektion "schwere strukturelle Kriminalität" in der Paketbranche gebe. "Die Schilderungen des Zolls lesen sich mitunter wie ein Drehbuch für den Tatort", sagte Laumann der Rheinischen Post.





Lieferwagen rollt davon - Paketbote im Laderaum

Großes Glück hatte ein Zusteller in Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg). Vermutlich aufgrund einer nicht angezogenen Handbremse setzte sich sein Fahrzeug auf einer abschüssigen Straße in Bewegung, während er sich gerade im Laderaum befand, um Pakete herauszusuchen.

Laut Polizeibericht machte sich der Lieferwagen selbstständig und streifte an zwei Hauswänden entlang, beschädigte ein Schild und wurde schließlich von Findlingen vor einem Haus gebremst. Der Fahrer im Laderaum blieb unversehrt, es entstand jedoch Sachschaden von rund 30.000 Euro.

Quelle: Polizeipräsidium Freiburg



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DHL-Katastrophenhilfe ist jetzt Europa-fähig

Nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien im Februar 2023 haben zahlreiche Paketdienste Hilfsgüter in die Region geflogen (Paketda berichtete). Nur von DHL war damals nichts zu hören, obwohl DHL über ein aus freiwilligen Mitarbeitern bestehendes Disaster Response Team (DRT) für solche Einsätze verfügt.

Jetzt hat DHL die Ausweitung seines GoHelp-Programms auf Europa bekanntgegeben (Quelle: group.dhl.com). Vor wenigen Tagen fand ein DRT-Training am Flughafen Istanbul statt. Angeblich war es "das erste Training eines europäischen Disaster Response Teams".

Das stimmt nicht ganz, denn schon 2012 trainierte DHL den Kastrophenfall am Flughafen Istanbul (vgl. Youtube-Video). Nach so langer Zeit war es allerdings richtig, die Schulung mal zu erneuern. Weitere DHL-GARD-Trainings (Get Airports Ready for Disaster) in Europa fanden 2015 in Skopje (Nordmazedonien) statt und 2018 in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina).

Im Rahmen des DHL-Programms "GoHelp Europe" wird ein regionales Disaster Response Team eingerichtet. Der Aufbau begann im April 2024, als 35 DHL-Mitarbeiter als neue DRT-Mitglieder zertifiziert wurden.

Die DRTs sind darauf trainiert, innerhalb von 72 Stunden nach einer Katastrophe an betroffenen Flughäfen Hilfe zu leisten. In Europa werden die DRTs auch mit Partnern zusammenarbeiten, um die Versorgungsketten für Hilfsgüter über Flughäfen hinaus zu unterstützen, beispielsweise durch Lagerhaltung und andere logistische Bereiche.

YouTube: DHL disaster preparedness training at airport in Istanbul, Turkey



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