Zoll vertrödelt 1.7.2021 / Hunderte Millionen Euro für Hermes / Sperrgut-Roboter bei DPD Frankreich


1. Juli 2022: Zoll wird nicht rechtzeitig fertig

Anfang 2021 gab es Gerüchte, dass sich die deutsche Bundesregierung dafür eingesetzt haben soll, die Zollfreigrenze von 22 Euro erst 2022 abzuschaffen und nicht im Juli 2021 (Paketda berichtete).

Nun wird die mögliche Ursache dafür bekannt: Laut DVZ-Bericht schafft es der deutsche Zoll nicht, zum 1.7.2021 die technischen Systeme zur Zollabfertigung bereitzustellen.

Konkret geht es um die neue Software Atlas-Impost, die auch Privatkunden nutzen können, um Onlinebestellungen beim Zoll voranzumelden (Paketda berichtete). Ein großer Vorteil ist, dass von der Post keine 6-Euro-Auslagepauschale berechnet wird, sofern eine Sendung über Atlas-Impost abgewickelt wird.

Doch Pustekuchen: Die DVZ hat von der Generalzolldirektion erfahren, dass die Software "frühestens im Januar 2022 fertig sein" wird. Der Zoll erwartet mehr als 100 Millionen Sendungen pro Jahr, und für solche Mengen sei die bisherige Zollsoftware nicht ausgelegt.

Offenbar hat sich der Zoll erst spät Gedanken um dieses Thema gemacht. Dass die Zollfreigrenze entfällt, steht nämlich seit 2016 fest, und die technischen Umsetzungsdetails hatte die EU im Mai 2018 bekannt gegeben.

Vielen Dank an Christian K. für den Hinweis



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Otto investiert mehrere hundert Millionen Euro in Hermes

In Zukunft sollen die meisten Produkte von Otto.de innerhalb von 24 Stunden bei den Kunden ankommen. Um das zu schaffen, wird die Otto Group "in den kommenden Jahren mehrere 100 Millionen Euro" in Hermes investieren.

Ein kleiner Teil des Geldes fließt in die Hermes-Paketlogistik, und der Großteil in die Sparte Hermes Fulfillment (Betrieb von Versandzentren). Otto-Konzernvorstand Kay Schiebur sagte zur DVZ, dass die Durchlaufzeiten verbessert werden sollen und Otto den Marktplatzhändlern Versandservices anbieten möchte - ähnlich wie Fulfillment by Amazon. Laut Schiebur sollen auch spät eingehende Otto-Bestellungen die Kunden bereits am nächsten Tag erreichen.

Die letzte Logistik-Optimierung bei Otto.de liegt schon vier Jahre zurück (Paketda berichtete). Damals gab der Konzern bekannt, dass für rund 12.000 Produkte eine 24h-Lieferung möglich ist, sofern der Kunde bis 20 Uhr bestellt. Wie wenig das ist, macht folgender Vergleichswert klar: Per Stand 3/2021 gibt es mehr als 5,2 Millionen Artikelpositionen bei Otto.de (Quelle).



DPD Frankreich: Roboter transportieren Sperrgut

Seit 2020 setzt DPD im Paketzentrum Coudray-Montceaux (südlich von Paris) Sortierroboter für Sperrgut ein. Die selbstfahrenden Miniwagen wurden vom Hersteller Solystic entwickelt und entlasten Mitarbeiter davon, schwere und sperrige Güter von Hand durch das Paketzentrum zu karren. Stattdessen muss die Ware nur auf die Ladefläche des Roboters gelegt werden; anschließend wird sie zum entsprechenden Zieltor gefahren.

3 bis 5 Prozent aller DPD-Pakete sind nicht maschinell sortierbar und erfordern eine manuelle Bearbeitung. Für diese Aufgabe hat DPD 50 Roboter von Solystic geleast. Außerdem gibt es eine automatische Batteriewechsel-Station.

Quelle: solystic.fr (PDF) | Youtube-Video

Roboter von Solystic bei DPD Frankreich


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