Ist der Versand von Plastikbeuteln erlaubt?

Plastiktüten von Zalando und Otto

Onlineshops wie Otto, Zalando und Amazon verschicken Ware gelegentlich in Plastiktüten. Auch asiatische Onlineshops nutzen sehr häufig Tütenverpackungen. Gegenüber herkömmlichen Kartons haben Plastikbeutel den Nachteil, dass sie die Ware nur vor Schmutz schützen und nicht vor Druckeinwirkungen von außen.

Gegen Stöße ist die Ware in Plastikbeuteln nicht geschützt, deshalb werden hauptsächlich Modeartikel in Beuteln verschickt. Klamotten stört es ja nicht, wenn sie geworfen werden.

Großer Vorteil der Plastiktüten ist ihre Platzersparnis und der günstigere Einzelpreis, verglichen mit einem klassischen Karton. Für Paketdienste ist nachteilig, dass Tütensendungen aufwändiger zu bearbeiten sind. Die glatte Plastikoberfläche sorgt dafür, dass Tüten leicht von Förderbändern runterfallen, deshalb werden sie häufig in spezielle Transportschalen gelegt. Außerdem lassen sich Plastikbeutel nicht übereinander stapeln. Man benötigt spezielle Wannen für den Transport.



Darf ich als Privatperson eine Plastiktüte versenden?

Die grundsätzliche Antwortet lautet nein. Privatkunden dürfen keine Plastiktüten als Paket verschicken.

Es gibt zwei Ausnahmen:

  1. Wurde Ihnen Ware von einem Onlineshop in einer Tüte geliefert, und der Shop stellt Ihnen für die Rücksendung eine vorfrankierte Retourenmarke zur Verfügung, so ist die Rücksendung in der Tüte erlaubt.
  2. Sie verschicken die Tüte als Sperrgut. Sperrgut kostet allerdings einen so hohen Aufpreis, dass es preisweiter ist, die Tüte stattdessen in einen Karton zu packen. Dann wird nur Standardporto berechnet.

Warum dürfen Onlineshops Tüten versenden und ich nicht?

Onlineshops haben Großkundenverträge mit den Paketdiensten abgeschlossen. Darin ist der Versand von Tüten zu speziellen Konditionen vereinbart.

Gleiches gilt für Retouren in Plastikbeuteln: der jeweilige Onlineshop bezahlt den Paketdienst für die besondere Handhabung beim Tütentransport.

Außerdem machen die Paketdienste genaue Vorschriften, wie stabil (reißfest) eine Plastiktüte sein muss, welche Abmessungen erlaubt sind wie der Paketaufkleber platziert sein muss, damit die Tüten automatisch bearbeitet werden können.

Mit Privatkunden können Paketdienste solche Sondervereinbarungen nicht abschließen. Bei Privatkunden gilt die einfache Regel: hat eine Sendung keine stabile Außenverpackung, wird sie nicht angenommen.

Als stabile Außenverpackung gilt normalerweise ein rechteckiger Karton aus Pappe. Wird davon abgewichen, kann der Paketdienst die Sendung als Sperrgut einstufen und einen Zuschlag berechnen.

In den Versandbedingungen von DHL (Stand 1/2020, hier als PDF) heißt es in Punkt 3.2.5 konkret: "Bei Abweichungen von der Quaderform, bei Abweichung von den festgelegten Standardmaßen und bei bestimmten Kunststoffen / Folien ist der Service 'Sperrgut' zu nutzen." Hervorhebung von Paketda.

Mehr Infos zum Sperrgut-Aufpreis direkt bei den Paketdiensten (Stand 11/2019):







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