Hermes zieht Bilanz für 2018 / DHL-Paket von Hermes geliefert / Weltpostverein will Schwarzen Peter nicht



Hermes zieht Bilanz für 2018

Hermes hat unter newsroom.hermesworld.com interessante Fakten zum Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. Zum Beispiel:

Im September 2017 begann Hermes, für Otto-Bestellungen ein spezielles Netzwerk für schnelle Lieferungen aufzubauen (Paketda berichtete). Später durften auch andere Onlineshops Pakete zu sehr späten Uhrzeiten bei Hermes einliefern mit garantierter Zustellung am nächsten Tag. Nach der Einführung des Service bei Hermes UK wurde "ein Wachstum von 44 Prozent im Bereich der Next Day Zustellung" verzeichnet. Für Deutschland veröffentlichte Hermes keine Zahlen.

In 2018 transportierte Hermes in ganz Europa 6,7 Prozent mehr Pakete. Die Tochtergesellschaft Mondial Relay verzeichnete in Frankreich sogar ein Plus von 38,8 Prozent. Für Deutschland veröffentlichte Hermes keine Zahlen.

Hermes hat in Deutschland 800 neue Paketshops eröffnet und die Gesamtzahl auf 15.800 gesteigert. Das ursprüngliche Ziel von 20.000 Paketshops bis zum Jahr 2020 ist nicht erreichbar. wenn die Expansion in diesem Tempo weitergeht.

Sehr stark angestiegen ist "die Nutzung alternativer Zustelloptionen wie PaketShops oder sichere Ablageorte". Laut Hermes nutzten 67 Prozent mehr Paketempfänger die Möglichkeit dieser Lieferoptionen (Vergleich von 2018 zu 2017).

Das Tochterunternehmen Liefery, das auf taggleiche Paketzustellung in Städten spezialisiert ist, verzeichnete ein Mengenplus von 22 Prozent. Seit November 2018 testet Liefery die Paketzustellung nachts und verschafft sich mittels smarter Türschlösser Zugang zum Hausflur (Paketda berichtete). Für die Nachtlieferung hat Liefery den Namen "Vampire Delivery" erfunden.

Rückblick: Im Frühjahr 2017 kündigte der damalige Liefery-Chef Franz-Joseph Miller bei welt.de vollmundig an: In spätestens zwei bis drei Jahren sprechen wir über ein Zeitfenster von zehn Minuten bei Lieferungen. Die technische Revolution kommt schneller, als wir uns das heute vorstellen können. - Aktueller Stand Frühjahr 2019: Liefery bietet wie gehabt nur 1-stündige Zeitfenster an. Und Miller ist nicht mehr Chef des Unternehmens.



Aufkleber abgelöst: DHL-Paket bei Hermes gelandet

Gelegentlich berichten Nutzer im Paketda-Forum, dass aus Versehen ein Paket beim falschen Paketdienst gelandet ist. Oft passiert das durch Abholfahrer von Paketdiensten, die aus Gewohnheit beim Absender herumstehende Pakete mitnehmen, ohne auf das Label zu achten. Durch Unachtsamkeit können dann zum Beispiel DHL-Pakete bei Hermes landen, DPD-Pakete bei GLS, etc.

Einen ähnlichen Fall erlebte kürzlich eine Kundin aus Gielsdorf bei Bonn. Sie erwartete ein Paket von einer privaten Verkäuferin aus Rheinland-Pfalz, das mit DHL verschickt wurde.

Der Bonner General-Anzeiger schreibt, das DHL-Paket sei in den ersten Tagen bis zum Paketzentrum Neuwied verfolgbar gewesen. Anschließend passierte fünf Wochen lang nichts. Die Absenderin stellte einen Nachforschungsauftrag und bekam die Auskunft, das Paket sei möglicherweise beschädigt.

In der sechsten Woche stand plötzlich Hermes vor der Haustür der Absenderin und überbrachte das Paket.

Was war passiert? Wahrscheinlich hat sich das DHL-Label unterwegs vom Paket abgelöst. Darunter befand sich ein alter Hermes-Aufkleber, so dass DHL das Paket an Hermes übergeben hat. Hermes lieferte das Paket dann zur Absenderin, weil ihre Adresse auf dem alten Etikett stand.

Dieser Fall beweist, dass Paketdienste untereinander fehlgeleitete Pakete austauschen. Der General-Anzeiger erhielt von DHL zwar keine Stellungnahme, aber Hermes bestätigte der Zeitung, dass so ein Austausch "ganz normal" sei.

Kunden in ähnlicher Situation können also die Hoffnung haben, dass irrtümlich beim falschen Paketdienst gelandete Pakete wieder auftauchen. Allerdings ist die Bearbeitungsdauer - zumindest im vorliegenden Fall - extrem lang.



Weltpostverein will Schwarzen Peter nicht

Das von der Deutsche Post Anfang 2019 beschlossene Warenverbot in Auslandsbriefen hat viele Postkunden verärgert. Der Ärger dauert bis heute an, denn das als Alternative gedachte neue Päckchen XS International ist nicht so preiswert wie der einstige Brief International.

Die Badische Zeitung hat die Problematik in einem Artikel aufgearbeitet unter www.badische-zeitung.de. Darin kommt auch eine Stellungnahme des Weltpostvereins vor.

Die Deutsche Post begründet das Warenverbot in Auslandsbriefen häufig mit neuen Vorschriften des Weltpostvereins. Die Badische Zeitung schreibt dazu:

Die Pressestelle des Weltpostvereins weiß auf Anfrage allerdings nichts von einem solchen Beschluss. Verlangt werde von Ländern wie Deutschland seit Januar 2018 eine Trennung der Briefe in drei verschiedene Formate. Die zwingende Trennung betreffe nicht den Inhalt, so die Auskunft.

Die Deutsche Post schiebt den Schwarzen Peter also irreführend auf den Weltpostverein. Die Organisation verbietet den Warenversand in Briefen nicht. Das zeigt sich auch daran, dass andere Länder den Warenversand in Auslandsbriefen weiterhin ermöglichen und dass das neue Päckchen XS International selber ein Briefprodukt ist und kein Paket (Paketda berichtete).

Ende 2017 hatte die Deutsche Post noch mitgeteilt, dass die Änderungen des Weltpostvereins nur "Einfluss auf die Beziehung der Postgesellschaften untereinander" hätten und Endkunden "in keiner Weise" berührt werden (Quelle: www.pbs-business.de). 2019 will die Post von ihren damaligen Worten nichts mehr wissen.


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