DHL-Paket von Hermes geliefert / Weltpostverein will Schwarzen Peter nicht


Paketaufkleber abgelöst: DHL-Paket bei Hermes gelandet

Gelegentlich berichten Nutzer im Paketda-Forum, dass aus Versehen ein Paket beim falschen Paketdienst gelandet ist. Oft passiert das durch Abholfahrer von Paketdiensten, die aus Gewohnheit beim Absender herumstehende Pakete mitnehmen, ohne auf das Label zu achten. Durch Unachtsamkeit können dann zum Beispiel DHL-Pakete bei Hermes landen, DPD-Pakete bei GLS, etc.

Einen ähnlichen Fall erlebte kürzlich eine Kundin aus Gielsdorf bei Bonn. Sie erwartete ein Paket von einer privaten Verkäuferin aus Rheinland-Pfalz, das mit DHL verschickt wurde.

Der Bonner General-Anzeiger schreibt, das DHL-Paket sei in den ersten Tagen bis zum Paketzentrum Neuwied verfolgbar gewesen. Anschließend passierte fünf Wochen lang nichts. Die Absenderin stellte einen Nachforschungsauftrag und bekam die Auskunft, das Paket sei möglicherweise beschädigt.

In der sechsten Woche stand plötzlich Hermes vor der Haustür der Absenderin und überbrachte das Paket.

Was war passiert? Wahrscheinlich hat sich das DHL-Label unterwegs vom Paket abgelöst. Darunter befand sich ein alter Hermes-Aufkleber, so dass DHL das Paket an Hermes übergeben hat. Hermes lieferte das Paket dann zur Absenderin, weil ihre Adresse auf dem alten Etikett stand.

Dieser Fall beweist, dass Paketdienste untereinander fehlgeleitete Pakete austauschen. Der General-Anzeiger erhielt von DHL zwar keine Stellungnahme, aber Hermes bestätigte der Zeitung, dass so ein Austausch "ganz normal" sei.

Kunden in ähnlicher Situation können also die Hoffnung haben, dass irrtümlich beim falschen Paketdienst gelandete Pakete wieder auftauchen. Allerdings ist die Bearbeitungsdauer - zumindest im vorliegenden Fall - extrem lang.



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Weltpostverein will Schwarzen Peter nicht

Das von der Deutsche Post Anfang 2019 beschlossene Warenverbot in Auslandsbriefen hat viele Postkunden verärgert. Der Ärger dauert bis heute an, denn das als Alternative gedachte neue Päckchen XS International ist nicht so preiswert wie der einstige Brief International.

Die Badische Zeitung hat die Problematik in einem Artikel aufgearbeitet unter www.badische-zeitung.de. Darin kommt auch eine Stellungnahme des Weltpostvereins vor.

Die Deutsche Post begründet das Warenverbot in Auslandsbriefen häufig mit neuen Vorschriften des Weltpostvereins. Die Badische Zeitung schreibt dazu:

Die Pressestelle des Weltpostvereins weiß auf Anfrage allerdings nichts von einem solchen Beschluss. Verlangt werde von Ländern wie Deutschland seit Januar 2018 eine Trennung der Briefe in drei verschiedene Formate. Die zwingende Trennung betreffe nicht den Inhalt, so die Auskunft.

Die Deutsche Post schiebt den Schwarzen Peter also irreführend auf den Weltpostverein. Die Organisation verbietet den Warenversand in Briefen nicht. Das zeigt sich auch daran, dass andere Länder den Warenversand in Auslandsbriefen weiterhin ermöglichen und dass das neue Päckchen XS International selber ein Briefprodukt ist und kein Paket (Paketda berichtete).

Ende 2017 hatte die Deutsche Post noch mitgeteilt, dass die Änderungen des Weltpostvereins nur "Einfluss auf die Beziehung der Postgesellschaften untereinander" hätten und Endkunden "in keiner Weise" berührt werden (Quelle: www.pbs-business.de). 2019 will die Post von ihren damaligen Worten nichts mehr wissen.


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