Deutsche Post lässt eigene Post umleiten / GLS verärgert Parcellock-Kunden / Ist das Päckchen XS Intl. eine Warenpost?

Briefe an die Deutsche Post in Bonn werden nach Bielefeld umgeleitet

Briefe, die an Zentrale der Deutschen Post in Bonn adressiert sind, werden dort gar nicht zugestellt. Stattdessen erfolgt eine Nachsendung bzw. eine Umleitung an die Anschrift "Postfach 100593 / Naharijastr. 1" in Bielefeld.

In Bielefeld betreibt die Deutsche Post ein Servicecenter für Kundenanfragen. Wie das Portal www.callcenterprofi.de in 2009 berichtete, handelt es sich um ein Servicecenter speziell für Geschäftskunden.

Eine Googlesuche nach der Betreiberin "Deutsche Post Customer Service Center GmbH" fördert eine Unternehmensvorstellung aus dem Jahr 2008 auf dem Portal de.scribd.com zu Tage. In den Unterlagen (Seite 20) sind die Aufgabengebiete des Standorts Bielefeld beschrieben:

  • Geschäftskundentelefon (GKS) National
  • GKS International
  • Nachnahme & Lagerung (N&L)
  • Zentraler Korrespondenzeingang (KoE)
  • Net Promoter Ansatz (NPA)

Mit dem "Zentralen Korrespondenzeingang" ist dann wohl die Tätigkeit gemeint, dass Post für die Post in Bonn in Bielefeld landet.

Vielen Dank an Paketda-Leser Philipp, der die Briefumleitung aufgrund der Sendungsverfolgung eines Einschreibens herausfand.

Übrigens: Aus der Unternehmensvorstellung geht auch hervor, dass es in Crailsheim einen speziellen "Kundenservice Konzernleitung" gibt - zumindest im Jahr 2008 war es so. Wer einen Beschwerdebrief an Postchef Frank Appel schicken will, kann also mal diese Adresse testen: Deutsche Post, Worthingtonstraße 15, 74564 Crailsheim. Mehr zum Standort Crailsheim in einem Zeitungsbericht bei swp.de.



GLS verärgert Parcellock-Kunden

Seit Januar 2019 holt GLS keine Pakete mehr von Privatkunden ab (wir berichteten). Für Inhaber eines Parcellock-Paketkastens war die Abholung kostenlos möglich; Normalkunden zahlten 4 Euro pro Abholung.

Dass GLS die Abholmöglichkeit komplett abgeschafft hat, verärgert einige Parcellock-Kunden. So schrieb uns ein Betroffener aus Bonn:

"Zeigt mir nur, dass GLS scheinbar nicht an seine eigenen Konzepte glaubt und hier eine 180-Grad-Wende auf Kosten der Kunden macht. Ist zwar klar, dass die letzte Meile viele Probleme und Kosten mit sich bringt, nur als Dienstleister einfach einen Dienst stillschweigend abzuschaffen, ist mit Sicherheit kein richtiger Ansatz."

Auf der Website von Parcellock (www.parcellock.de) wird der Paketkasten weiterhin so beworben, als sei der Paketversand uneingeschränkt möglich. Kunden und Interessenten finden dort keinen Hinweis auf die Einstellung des GLS-Versands aus Parcellock-Kästen.



Ist das Päckchen XS International gar kein Päckchen?

In einem Kommentar zur Einführung des neuen DHL Päckchen XS International wies ein/e Leser/in darauf hin, dass die Versandart offenbar als Warenpost frankiert wird. Zitat:

Sowohl die Warenpost tracked als auch das internationale DHL Päckchen (egal ob das neue XS-Päckchen oder die altbekannte Variante) mit Tracking/Versicherung haben "L"-Sendungsnummern. Die Päckchen können bei der Einlieferung als Warenpost gescannt werden - das machen einige Schaltermitarbeiter so, weil sie gar nicht wissen, wie man Päckchen mit Versicherung richtig scannt.

Bei einem Testkauf der Paketda-Redaktion erhielt das internationale XS-Päckchen ohne Versicherung eine "UM"-Sendungsnummer. Ein klares Merkmal für die Versandart Warenpost International.

Allerdings kann man der Deutschen Post keine Täuschung vorwerfen. Denn seit den vom Weltpostverein beschlossenen Änderungen können alle Sendungen bis 2kg als Letter Post eingestuft werden, also Briefsendungen. Auch "small packets" (Päckchen) zählen in diese Kategorie. Ob die Sendungsart versichert ist oder nicht, ist für die Unterscheidung zwischen Letter Post und Parcel Post unerheblich.

Zu bemängeln ist aber, wenn Postmitarbeiter das Päckchen XS International falsch einscannen und daraufhin Einlieferungsbelege für die Versandart Warenpost ausstellen. Das kann im Falle einer Reklamation möglicherweise Probleme verursachen.

Kurios: Im Paketda-Forum schilderte neulich ein Nutzer, dass Warenpost-Sendungen nach Italien von der dortigen Poste Italiane stets als Express-Sendungen behandelt werden (Quelle). Es scheint so, als herrsche bei den neuen, internationalen Versandarten vielerorts noch Aufklärungsbedarf ...


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