USA-Sonderflüge für DHL / Hoher Schaden durch Nachnahme-Betrug / Manager als Paketzusteller / Hermes will Boten besser bezahlen

Weihnachten gut überstanden? Paketda berichtet, wie es bei den Paketdiensten lief.

Lufthansa Cargo flog für DHL Sonderflüge in die USA

Vor Weihnachten gab es bei Paketen nach und aus Amerika keine nennenswerten Verzögerungen. Zumindest nicht bei DHL. Andere Logistiker beklagten kürzlich einen Rückstand mehrerer Hundert Tonnen Luftfracht am Frankfurter Flughafen (Quelle: wiesbadener-kurier.de).

Aus dem Lieferzeiten-Debakel im Weihnachtsgeschäft 2016 (Paketda berichtete) hat DHL offenbar gelernt und in 2017 entsprechend mehr Luftfracht-Kapazitäten auf der Strecke Frankfurt - New York eingeplant. Laut fliegerweb.com fanden von Mitte November bis zur Woche vor Heiligabend 6 Sonderflüge von Lufthansa Cargo statt. Jeweils 60 Tonnen Fracht wurden pro Flugstrecke befördert. Diese Investition hat sich im Sinne der Kunden eindeutig gelohnt.

Komplett störungsfrei verlief das Weihnachtsgeschäft 2017 für DHL allerdings nicht: Neben streikbedingten Paketstaus in Bremen und Kassel waren längere Transportzeiten bei Paketen nach Südkorea zu beobachten. Außerdem hingen Mitte Dezember sehr viele Pakete von Deutschland nach Österreich im Paketzentrum Günzburg fest. Das ist insofern eine Besonderheit, weil Pakete nach Österreich normalerweise über DHL in Regensburg exportiert werden. Möglicherweise wurde DHL von den hohen Sendungsmengen nach Österreich überrascht und konnte nicht alles mit eigenen Kapazitäten bewältigen. DHL hatte erst 2016 mit dem Aufbau eigener logistischer Infrastruktur in Österreich begonnen (Paketda berichtete).



DHL: 800.000 Euro Schaden durch Nachnahme-Betrug

Vor dem Amtsgericht Norderstedt (Schleswig-Holstein) musste sich Ende Dezember ein ehemaliger DHL-Zusteller verantworten. DHL warf ihm vor, das Geld für 54 Nachnahme-Sendungen von Kunden kassiert zu haben, es aber nicht bei DHL eingezahlt zu haben. 8700 Euro soll der Zusteller unterschlagen haben.

In der DHL-Zustellbasis Neumünster flogen die Diebstähle auf und der Zusteller unterschrieb noch im Chefbüro ein Geständnis. Am ersten Verhandlungstag vor Gericht widerrief er das Geständnis zum Erstaunen des Richters. Am zweiten Verhandlungstag knickte der Mitarbeiter schließlich ein und gab 24 Taten zu. Strafe: 8 Monate Haft auf Bewährung sowie Rückzahlung von 2400 Euro.

Im Rahmen des Prozesses gab ein Sicherheitsexperte von DHL zu Protokoll, dass durch Betrügereien mit Nachnahme-Sendungen bei DHL in 2016 ein Schaden von etwa 800.000 Euro entstanden sei.

Quelle: abendblatt.de Tag 1 | abendblatt.de Tag 2

Paketstau bei DHL in Bremen: Manager mussten Pakete ausliefern

Bedingt durch Zustellerstreiks und eine Bombenwarnung in der Vorweihnachtszeit gab es im Einzugsgebiet des Paketzentrums Bremen einen enormen Paketstau. Im Paketda-Forum melden sich noch immer betroffene Kunden, deren Pakete in Bremen festhängen. Der Paketda-Redaktion wurden unbestätigte Informationen zugespielt, wonach sich der Rückstau in der Zustellbasis GVZ Bremen auf fast 2 komplette Tagesmengen belief.

Im Bereich Rotenburg/Wümme (gehört ebenfalls zum Paketzentrum Bremen) seien sogar "Kräfte der mittleren Führungsebene der Post mit dem Navi unterwegs" gewesen, um Pakete in kleineren Dörfer zuzustellen. Das berichtete ein Briefträger gegenüber kreiszeitung.de. Solche Berge von Briefen und Paketen habe er in seiner fast 40-jährigen Laufbahn bei der Post noch nicht erlebt, so der Zusteller. Einem DHL-Sprecher zufolge resultierte der Sendungsstau aus einem hohen Krankenstand und einem leergefegten Arbeitsmarkt im Landkreis Rotenburg.



Hermes: Preiserhöhungen kommen großteils Mitarbeitern zugute

Anfang Dezember gab Hermes-Chef Frank Rausch der Zeit ein Interview. Er sprach davon, dass den Firmenkunden von Hermes Preiserhöhungen im Weihnachtsgeschäft 2018 angekündigt wurden. "Zu großen Teilen" sollen die Mehreinnahmen in die Arbeitskosten fließen; also den Hermes-Mitarbeitern zugutekommen. Eine adäquate Bezahlung sei wichtig, weil die Paketzusteller zum Teil massiv angefeindet würden, z.B. beim Halten in zweiter Reihe.

Unklar bleibt allerdings, wie Hermes sicherstellen will, dass die Mitarbeiter wirklich besser bezahlt werden. Wie auch DPD und GLS arbeitet Hermes mit Subunternehmern zusammen. In früheren Interviews vermochte Hermes nie zu sagen, wie viel die Zusteller eigentlich verdienen. Hermes schreibt nämlich nur den Mindestlohn vor. Die tatsächliche Bezahlung liegt im Ermessen der einzelnen Subunternehmer, bei denen die Zusteller angestellt sind. Nach dieser Logik kann Hermes-Chef Frank Rausch also nur versprechen, dass die Subunternehmer eine höhere Vergütung erhalten. Ob diese an die Mitarbeiter weitergegeben wird, steht auf einem anderen Blatt.


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