PIN-Auslandsbriefe mit Waren zulässig / Post stempelt blau / Multi-Paketshop-Projekt ohne Hermes


PIN ermöglicht Warenversand per Brief ins Ausland

Der private Briefdienst PIN Mail aus Berlin ermöglicht eigenen Angaben zufolge den Warenversand in Auslandsbriefen. Bei der Deutschen Post ist das seit Anfang 2019 verboten. Privatkunden müssen seitdem auf die teureren Versandarten Päckchen oder Paket ausweichen (Paketda berichtete).

PIN Mail arbeitet offenbar nicht mit der Deutschen Post zusammen sondern mit Spring Global Delivery Solutions, einem Tochterunternehmen von PostNL.

Ist es über diesen Umweg wirklich möglich, Briefe mit beispielsweise einer Tafel Schokolade ins Ausland zu senden? Die Porto-Ersparnis wäre enorm, weil ein PIN-Großbrief ins Nicht-EU-Ausland nur 3,08 Euro kostet. Das günstigste DHL-Auslandspäckchen kostet hingegen 4,89 Euro.

Paketda hat den Warenversand in PIN-Auslandsbriefen erfolgreich getestet. Jeweils ein Brief nach Österreich und in die Schweiz wurden Ende Oktober in Berlin per Briefkasten-Einwurf verschickt. Bis Ende November 2020 erfolgte keine Rücksendung an den Absender, so dass man davon ausgehen kann, dass beide Briefe die Empfänger erreicht haben.



Post stempelt blau

In der gedruckten Ausgabe 22/2020 der Deutschen Briefmarken-Zeitung wird über einen Pilotversuch der Deutschen Post mit blauer Stempelfarbe berichtet. Ab dem 16. November wird in verschiedenen Briefzentren vier Wochen lang blaue statt schwarze Farbe verwendet, um Briefmarken zu entwerten. Welchen Effekt die geänderte Farbe haben soll, wurde nicht mitgeteilt.

Folgende Briefzentren sollen beteiligt sein: 95 Bayreuth, 58 Hagen und 60/61 Frankfurt. Die blaue Stempelfarbe kommt sowohl bei Tintenstrahlentwertungen zum Einsatz als auch bei klassischen Stempeln.



Hermes nicht mehr an Multi-Paketshop in Hamburg beteiligt

Alle Paketdienste in einem Paketshop vereint: mit dieser Idee startete im Oktober 2018 ein Multi-Paketshop im Einkaufszentrum City-Center Bergedorf (CCB) in Hamburg. Kunden sollten nicht mehr zu einzelnen Paketshops von DPD, GLS, UPS und Hermes laufen müssen sondern alle Pakete bequem an einem Ort abholen und retournieren können. Auch eine Beteiligung von DHL war von den Machern gewünscht, aber DHL entschied sich dafür, einen eigenen Paketshop in einem Schreibwarengeschäft im CCB fortzuführen.

Im Februar 2019 gab es auf etailment.de ein Zwischenfazit. Monatlich wurden ca. 2.500 Pakete über den Paketshop abgewickelt. An Spitzentagen wurden bis zu 150 Kunden gezählt.

Hermes ist inzwischen nicht mehr am Projekt beteiligt. Auf der Website citycenter-bergedorf.de wurde das Hermes-Logo entfernt. Laut archive.org wurde das Hermes-Logo irgendwann zwischen August und September 2019 entfernt.

Bizarre Anekdote: Laut etailment.de betrieb das Berliner Unternehmen Excofirm den Paketshop und fungierte als Vermittler zwischen dem Centerbetreiber und den Paketdiensten. Firmenchef Christoph Julius Caesar ist Medienberichten zufolge mit Betrugsvorwürfen konfrontiert und war laut Volksstimme.de im Frühjahr 2020 zur Fahndung ausgeschrieben. Die Bild-Zeitung bezeichnet ihn als "Deutschland jüngsten Hochstapler".


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