Interessante Nebensächlichkeiten aus dem Bericht der Bundesnetzagentur

Jahresbericht der Bundesnetzagentur
Neben der Post-Beschwerdestatistik finden sich im Jahresbericht 2019 der Bundesnetzagentur weitere Details über die Post- und Paketbranche.

Der Bericht steht hier als Download bereit.


Brieflaufzeiten sind in Ordnung

Die Deutsche Post übermittelt der Bundesnetzagentur regelmäßig die Laufzeiten für Briefe. Sie werden von einem unabhängigen Institut gemessen. Per Stand 3. Quartal 2019 waren 87,6 Prozent der innerdeutschen Briefe am nächsten Werktag beim Empfänger. Nach zwei Werktagen waren 98,3 Prozent der Briefe beim Empfänger. Zum Vergleich: 2018 betrug die Zustellquote nach einem Werktag 86,6 Prozent und nach zwei Werktagen 97,9 Prozent. | Quelle: Seite 106 des Berichts.


Büchersendungen nicht mehr förderwürdig

Seit Anfang 2020 gilt ein neues, einheitliches Porto für Waren- und Büchersendungen. Zuvor waren Büchersendungen preiswerter als Warensendungen. Dieser Preisunterschied ist laut Bundesnetzagentur nicht gerechtfertigt. Die Behörde schreibt auf Seite 110 ihres Berichts:

Die Unterscheidung zwischen Bücher- und Warensendungen ist historisch bedingt; die bisherige Entgeltprivilegierung des "Kulturgutes Buch" war zu Zeiten der Deutschen Bundespost politisch motiviert. Bei Schaffung des Postgesetzes wurden entsprechende Sonderregelungen für bestimmte Produkte in Abhängigkeit vom Sendungsinhalt nicht fortgeschrieben. Soweit der Versand von Büchern gleiche Kosten wie der Versand anderer Waren verursacht, gibt die strenge Kostenorientierung des Postgesetzes der Bundenetzagentur nach heutiger Rechtslage keine Möglichkeit, die Beibehaltung der Preisprivilegierung für Bücher anzuordnen.

Für Buchhändler sind das schlechte Nachrichten. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte schon im Juni 2019 versucht, beim Kartellamt eine Beschwerde gegen die Deutsche Post AG einzulegen - doch erfolglos. Laut boersenblatt.net wollen die Lobbyisten nun versuchen, im neuen Postgesetz einen Preisvorteil für Büchersendungen zu verankern.


Weltpostverein ist knapp bei Kasse

Laut Bundesnetzagentur arbeitet der Verwaltungsrat des Weltpostvereins (WPV) zurzeit "unter deutscher Leitung an einem neuen Beitragssystem". Es soll "die Finanzierung des WPV auf eine breitere Grundlage stellen und damit zu einer Stabilisierung der Finanzsituation beitragen." Die Bundesnetzagentur beurteilt die Finanzlage des WPV als kritisch, weil einige Länder ihren Beitrag nicht zahlen und es Belastungen aus Pensionsrückstellungen gibt. | Quelle: Seite 114 des Berichts.


Kunden haben Anrecht auf gedruckten Einlieferungsbeleg

Einige Paketdienste schicken Kunden nach der Abgabe eines Pakets im Paketshop einen digitalen Einlieferungsbeleg. UPS ermöglicht es beispielsweise, dass Kunden ihre E-Mail-Adresse oder Handynummer angeben, um einen digitalen Beleg zu erhalten. Auch an DHL-Packstationen ist es üblich, einen Einlieferungsbeleg per E-Mail zu erhalten.

Die Bundesnetzagentur erhielt daraufhin die Beschwerde eines Kunden, der einen Papierbeleg verlangte und meinte, Paketdienste dürften nicht nur digitale Einlieferungsbelege ausstellen. Auf welchen Paketdienst sich die Beschwerde bezog, teilte die Behörde nicht mit. Aber nach einer Anhörung durch die Bundesnetzagentur sowie den Bundesbeauftragten für den Datenschutz stellte der Paketdienst klar, dass jeder Kunde auf Wunsch einen gedruckten Beleg bekommen könne. | Quelle: Seite 101 des Berichts.


EU setzt sich für neue Standards in der Postbranche ein

Seit Ende 2016 hat die Bundesnetzagentur auf europäischer Ebene den Vorsitz des "technischen Ausschusses für postalische Dienstleistungen" (CEN/TC 331) inne. Mehrere Logistikunternehmen, Onlinehändler, Behörden, Verbände usw. arbeiten im Auftrag des Europäischen Komitees für Normung an neuen Standards für europaweiten Handel und Postverkehr.

So soll es zukünftig "standardisierte (besonders reißfeste) Verpackungen für briefkastenfähige Sendungen" geben. Außerdem soll die "Interoperabilität bei der Paketzustellung" verbessert werden, indem beispielsweise europaweit einheitliche Label verwendet werden. | Quelle: Seite 113f des Berichts.

Auf der Website der Europäischen Kommission gibt es einen detaillierten Bericht zu den Normierungsplänen. Demnach sollen zur Verbesserung der Zustellqualität u.a. standardisierte Beschwerdeabläufe entwickelt werden, um verlorene, beschädigte und verspätete Pakete leichter reklamieren zu können.


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