Übergangsfrist: Porto-Änderungen für Warensendungen und Büchersendungen aufgeschoben

Zum 1.7.2019 wollte die Deutsche Post die nationalen Versandarten Büchersendung und Warensendung radikal vereinfachen. Es gelten dann reduzierte Maximalmaße und nur zwei Gewichtsstufen: bis 500 Gramm und bis 1kg.

Für viele Kunden, insbesondere Buchhandlungen und Onlineshops, kam diese Änderung zu plötzlich. Um Firmenkunden mehr Zeit für die Umstellung zu gewähren, gelten die alten Gewichts- und Portostufen für Bücher- und Warensendungen bis 31.12.2019 weiter.

Praktisch bedeutet das, ab 1.7.2019 bis zum Jahresende kann man als Postkunde (egal ob Privat- oder Firmenkunde) wählen, ob man die neuen Versandarten bei Bücher- und Warensendungen nutzt, oder lieber die alten. Die alten Versandarten haben den Vorteil größerer Maximalmaße.

Achtung: Praxiserfahrungen zufolge (siehe Kommentare zu diesem Artikel) ist es in Postfilialen nur möglich, die neuen Portostufen zu frankieren. Wer weiterhin zu alten Konditionen versenden möchte, muss die Sendungen zu Hause selbst frankieren. Zum Beispiel via internetmarke.de.

In einem Bericht bei hna.de widerspricht ein Post-Pressesprecher. Seinen Worten zufolge sind Frankierungen nach dem alten Portomodell auch in Filialen möglich. Alle Postfilialen seien über die Übergangsfrist umfassend informiert worden.

Die Zeitschrift "Briefmarkenspiegel" empfiehlt, nach dem alten System frankierte Sendungen mit folgendem Vermerk auf dem Umschlag zu ergänzen: "Entgelt alt".


Was ändert sich bei den neuen Versandarten?

Die folgenden Änderungen zum 1.7.2019 gelten für Bücher- und Warensendungen gleichermaßen.

  • Es gibt nur noch die Gewichtsstufen bis 500g und bis 1kg
  • Nur noch 5cm Höhe sind erlaubt. Genaue Maximalmaße: 35 x 25 x 5 cm (alt: 35,3 x 30 x 15 cm)
  • Bücher- und Warensendungen bis 500g kosten 1,90 Euro
  • Bücher- und Warensendungen bis 1kg kosten 2,20 Euro
  • Sendungen dürfen verschlossen werden. Musterbeutelklammern sind nicht mehr notwendig

Zahlreiche Kunden bemängeln die reduzierte Sendungsdicke von 15cm auf 5cm. Ein Mitarbeiter der Deutschen Post erklärte dazu im Interview bei boersenblatt.net:

Wenn jemand tatsächlich das maximale Maß in der Breite ausnutzt, müssen die Sendungen schräg in die gelben Briefbehälter eingelegt werden - ich rede von den Kisten, mit denen wir in der Fahrrad- und Fußgängerzustellung unterwegs sind. Was schrägt liegt, verbraucht aber mehr Platz, so dass unsere Zustellerinnen und Zusteller immer wieder zurück zur Ablage fahren müssen. Dies wollen wir künftig vermeiden.



Porto ab 1.7.2019 für Warensendung & Büchersendung

Zwischen dem 1.7.2019 und dem 31.12.2019 darf man sich als Kunde aussuchen, ob man Bücher- und Warensendungen nach dem alten Modell frankiert oder nach dem neuem Modell. Ab dem 1.1.2020 gilt ausschließlich das neue Modell.

Altes Modell: Es gelten die Maximalmaße von 35,3 x 30 x 15 cm für alle Sendungen. Ausgenommen ist Warensendung Maxi, die entweder 5cm dick (2,20 Euro) oder 15cm dick (2,35 Euro) sein darf. Sendungen müssen "offen" eingeliefert werden.

Neues Modell: Es gelten einheitliche Maximalmaße von 35 x 25 x 5 cm. Sendungen dürfen verschlossen werden.

Produkt Gewicht Porto alt Porto neu
Warensendung Kompakt 50 Gramm 1,30 entfällt
Warensendung Groß 500 Gramm 2,20 1,90
Warensendung Maxi, 5cm Höhe 1000 Gramm (1kg) 2,20 2,20
Warensendung Maxi, 15cm Höhe 1000 Gramm (1kg) 2,35 entfällt
Büchersendung Groß 500 Gramm 1,20 1,90
Büchersendung Maxi 1000 Gramm (1kg) 1,70 2,20

Quelle: www.dpdhl.com und Nachtrag vom 26.06.2019.


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