Schon 1.200 Vorbestellungen für smarten Paketkasten mit allerhand Schnickschnack

Smarter Paketkasten von Anker / eufy
Der chinesische Elektronikhersteller Anker ist vor allem für Powerbanks und Ladezubehör bekannt. Unter der Marke "eufy" bietet Anker außerdem Staubsauger-Roboter an, Überwachungskameras und smarte Hausbeleuchtung. Die nächste Produktneuheit ist für Sommer 2021 geplant: Ein Paketkasten, der mit extrem viel Technik ausgestattet ist und trotzdem vergleichsweise preiswert ist (299 US-Dollar). Darüber berichtete mobiflip.de zuerst.

Auf dem Erfinderportal Kickstarter.com wird der Paketkasten in einem Video präsentiert und lässt sich bereits vorbestellen. Innerhalb von 2 Tagen wurden knapp 1.200 Paketkästen verkauft. Wer früh vorbestellt, erhält vom Hersteller ein Rabatt von bis zu 50%.

Anker will den Paketkasten unter anderem mit einer Videokamera ausstatten (inkl. Nachtsichtmodus), mit einer Gegensprechanlage, einem Infrarot-Bewegungsmelder und einem digitalen PIN-Schloss. Die ganze Technik ist batteriebetrieben. Bei bis zu 2 Paketbox-Öffnungen pro Tag soll eine Batterieladung 3 Monate durchhalten.

Kunden können sich Livebilder, die der Paketkasten von Lieferanten aufnimmt, aufs Handy schicken lassen. Über die Gegensprechanlage kann man bei Bedarf mit dem Lieferanten sprechen.

Paketkasten mit Videokamera vom Hersteller Anker / eufy
Viele Paketkästen deutscher Hersteller, die mit einem digitalen Schloss ausgestattet sind, sind für Zusteller schwierig zu bedienen. Der Anker/eufy-Paketkasten macht es besser, weil der Deckel in der Ausgangslage unverschlossen ist. Der Zusteller braucht den Deckel nur anheben, das Paket einlegen und danach verschließt sich der Deckel automatisch gegen Diebstahl.

Erwartet ein Kunde mehrere Pakete pro Tag, können nachfolgende Zusteller den verschlossenen Kasten nur mit einem Code öffnen. Diesen muss der Empfänger in die Adress-Zusatzzeile der Lieferadresse schreiben. Damit kein Zusteller bereits im Kasten befindliche Pakete klaut, werden alle Lieferanten gefilmt.

Die Produktion einer Vorserie plant Anker für März 2021. Bis Mai sollen ausgewählte Kunden den Paketkasten testen. Bei einem reibungslosen Verlauf ist der Marktstart für Juni 2021 geplant. Grundsätzlich besteht bei Kickstarter-Projekten das Risiko, dass bei der Herstellung oder im Praxistest unerwartete Probleme auftauchen. Dadurch kann sich der Marktstart verschieben oder einzelne Funktionen können verändert werden oder ggf. sogar wegfallen.

Paketda rät deshalb, trotz des Vorbesteller-Rabatts lieber bis Sommer 2021 abzuwarten, weil es dann echte Erfahrungsberichte von Kunden zum Paketkasten gibt. Im Produktvideo von Anker / eufy sieht alles toll aus, aber oft steckt der Teufel im Detail.

In Deutschland gab es schon mehrere Versuche, elektronisch gesteuerte Paketkästen und Pakettaschen auf den Markt zu bringen. Am bekanntesten ist der inzwischen eingestellte DHL-Paketkasten, der sich per RFID-Chip öffnen ließ. Kunden berichteten jedoch regelmäßig von technischen Problemen. Ein weiteres Beispiel ist der Telekom Paketbutler, der ebenfalls nicht mehr erhältlich ist. Das Parcellock-System hat eine gewisse Verbreitung, ist für ungelernte Zusteller aber kompliziert zu bedienen.

Einen Marktüberblick unterschiedlicher Paketkästen und deren Schließsysteme finden Sie im Paketkasten-Ratgeber bei Paketda.


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