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Wacken-Briefmarke mit NFT: Die erste Kryptomarke Deutschlands

Wacken-Crypto-Briefmarke
Im August 2023 gelang dem privaten Briefdienst Nordbrief ein Coup: In Kooperation mit dem Wacken-Open-Air wurden besondere Briefmarken verkauft, die ein virtuelles Abbild in der Blockchain haben - sogenannte Kryptobriefmarken. Weil die Deutsche Post erst Monate später eine eigene Kryptomarke herausgab, kann sich Nordbrief damit rühmen, Deutschlands erste Kryptomarke verkauft zu haben.

Die Wacken-Briefmarken verfügen über einen RFID-Chip und können mit dem Handy gescannt werden, um digitalen Zusatzcontent im Internet abzurufen. So wurde es den Kunden zumindest versprochen. Doch der Zusatzcontent ließ lange auf sich warten.

Die WOA Festival GmbH hat auf keine Anfragen von Paketda reagiert. Der Briefmarkenhersteller Variuscard und Nordbrief konnten ebenfalls nichts tun, weil sie auf Bereitstellung und Freigabe des Contents durch die Wacken-Veranstalter angewiesen sind. Erst im Frühjahr 2024 erhielten die Wacken-Cryptobriefmarken ein digitales Update.

Es handelt sich um ein Video mit eingeblendeten Fotos vom Wacken-Festival 2023 (Link zur Videodatei). Das Video ist nach Paketda-Beobachtungen bei allen Briefmarken identisch. Ursprünglich sollten die Briefmarken unterschiedlichen Content erhalten, weil sie in verschiedenen Raritätsstufen verausgabt wurden. Aber das ist nach dem ganzen Hin und Her wohl zu viel verlangt.



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Wacken-Kryptobriefmarke nicht ausverkauft

Im Onlineshop metalmerch.com ist die Wacken-Briefmarke für 11,99 Euro zzgl. Versandkosten erhältlich.

Die ursprünglich gedruckte Auflage von 50.000 Stück wurde also nicht abverkauft. Gründe dafür sind wahrscheinlich der hohe Verkaufspreis und der mangelnde praktische Nutzen. Die teuerste Versandart bei Nordbrief SH ist nämlich ein Maxibrief für 2,55 Euro. Die Kryptobriefmarke für 11,99 Euro ist somit für den täglichen Briefversand unbrauchbar und zeigt, dass sie nur für den Sammlermarkt produziert wurde.

Unter Sammlern klassischer Briefmarken genießen Cryptomarken keinen guten Ruf. Als die erste Kryptomarke der Österreichischen Post erschien, warnte der Präsident des Verbandes Österreichischer Philatelistenvereine bei futurezone.at vor überteuerten Wiederverkaufspreisen:

"Ich würde das auf gar keinen Fall zahlen, weder vier- noch dreistellige Beiträge. Das wird spätestens in ein paar Monaten wieder im dreistelligen Bereich landen und einige werden sich dann ärgern. Es gibt leider in unserem Bereich ein paar schwarze Schafe, die versuchen, kurzfristig schnelles Geld zu machen. Das wird aber auch wieder abflauen."



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Wacken: Crypto-Briefmarken jetzt auch in Deutschland

So berichtete Paketda im Juli 2023

In Kooperation mit dem privaten Briefdienst Nordbrief versucht die Österreichische Post jetzt, ihre Crypto-Briefmarken-Technologie in Deutschland zu vermarkten. 50.000 "absolut limitierte" Briefmarken werden für je 11,99 Euro zzgl. Versand angeboten (vgl. nordbrief-ostsee.de). Das ergibt einen rechnerischen Umsatz von knapp 600.000 Euro, sofern alle Marken verkauft werden.

Die Crypto-Marke wird anlässlich des Wacken Open-Air herausgegeben, das Anfang August stattfindet. Die Briefmarkenkäufer erhalten ihre Marken allerdings erst später zugeschickt, weil die Marken "exklusiven digitalen Content" des Festivals beinhalten sollen. Außerdem kann durch das Einscannen der Briefmarke mit dem Smartphone ein "dreidimensionaler goldener Stier" zum Leben erweckt werden.

Seit 2017 war die Deutsche Post offizieller Kooperationspartner des Wacken Open-Air. Im letzten Jahr wurden vor Ort beispielsweise 9.000 Postkarten und 13.000 Briefmarken verkauft (Quelle). Wahrscheinlich haben die Wacken-Veranstalter Nordbrief als neuen Partner gewählt, weil sie sich höhere Einnahmen erhoffen.

Bei den Crypto-Marken rückt die Verwendung als echte Briefmarke in den Hintergrund. Nordbrief teilt nur lapidar mit, die Marke könne "auch für den Versand" genutzt werden. Ob für Postkarten, Briefe oder Großbriefe erfahren potenzielle Kunden nicht. Die Wacken-Briefmarke ist sieben Mal teurer als ein Nordbrief-Großbrief für 1,55 Euro.

Die Geldmacherei wird durch eine Art Lotterie verstärkt. Die Gesamtauflage von 50.000 Marken ist in verschiedene Raritätsstufen aufgeteilt. Vor dem Kauf weiß man nicht, ob man eine Briefmarke mit seltenem Motiv (möglicherweise wertvoll) erhält oder eine Allerweltsmarke.

2019 brachte die Österreichische Post die erste Crypto-Marke heraus, die ruckzuck ausverkauft war und extrem hohe Wiederverkaufspreise bei eBay erzielte (Paketda berichtete). Inzwischen ist die Nachfrage nach Crypto-Marken zurückgegangen. Sie sind ganz normal im Onlineshop der Österreichischen Post erhältlich.


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