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Probleme bei Wacken-Briefmarken: Veranstalter stellt sich tot

Wacken-Briefmarke von Nordbrief
Im August 2023 gelang dem privaten Briefdienst Nordbrief ein Coup: In Kooperation mit dem Wacken Open-Air wurden die ersten Kryptobriefmarken Deutschlands herausgebracht - noch vor der Deutschen Post.

Die Wacken-Briefmarken verfügen über ein digitales Abbild in der Blockchain. Eigentlich sollte dort nach dem Festival 2023 digitaler Zusatzcontent abrufbar sein. Doch nach vier Monaten Wartezeit ist nichts passiert. Beim Scan der Briefmarke erscheint nur "stay tuned".


Die WOA Festival GmbH reagiert auf Anfragen nicht. Der Briefmarkenhersteller Variuscard und Nordbrief können auch nichts tun, weil sie auf Bereitstellung und Freigabe des Contents durch die Wacken-Veranstalter angewiesen sind.

Paketda bleibt an diesem Trauerspiel dran, bis die versprochene Leistung erbracht ist.



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Wacken: Crypto-Briefmarken jetzt auch in Deutschland

So berichtete Paketda im Juli 2023

In Kooperation mit dem privaten Briefdienst Nordbrief versucht die Österreichische Post jetzt, ihre Crypto-Briefmarken-Technologie in Deutschland zu vermarkten. 50.000 "absolut limitierte" Briefmarken werden für je 11,99 Euro zzgl. Versand angeboten (vgl. nordbrief-ostsee.de). Das ergibt einen rechnerischen Umsatz von knapp 600.000 Euro, sofern alle Marken verkauft werden.

Die Crypto-Marke wird anlässlich des Wacken Open-Air herausgegeben, das Anfang August stattfindet. Die Briefmarkenkäufer erhalten ihre Marken allerdings erst später zugeschickt, weil die Marken "exklusiven digitalen Content" des Festivals beinhalten sollen. Außerdem kann durch das Einscannen der Briefmarke mit dem Smartphone ein "dreidimensionaler goldener Stier" zum Leben erweckt werden.

Seit 2017 war die Deutsche Post offizieller Kooperationspartner des Wacken Open-Air. Im letzten Jahr wurden vor Ort beispielsweise 9.000 Postkarten und 13.000 Briefmarken verkauft (Quelle). Wahrscheinlich haben die Wacken-Veranstalter Nordbrief als neuen Partner gewählt, weil sie sich höhere Einnahmen erhoffen.

Bei den Crypto-Marken rückt die Verwendung als echte Briefmarke in den Hintergrund. Nordbrief teilt nur lapidar mit, die Marke könne "auch für den Versand" genutzt werden. Ob für Postkarten, Briefe oder Großbriefe erfahren potenzielle Kunden nicht. Die Wacken-Briefmarke ist übrigens sieben Mal teurer als ein Nordbrief-Großbrief für 1,55 Euro.

Die Geldmacherei wird durch eine Art Lotterie verstärkt. Die Gesamtauflage von 50.000 Marken ist in verschiedene Raritätsstufen aufgeteilt. Vor dem Kauf weiß man nicht, ob man eine Briefmarke mit seltenem Motiv (möglicherweise wertvoll) erhält oder eine Allerweltsmarke.

2019 brachte die Österreichische Post die erste Crypto-Marke heraus, die ruckzuck ausverkauft war und extrem hohe Wiederverkaufspreise bei eBay erzielte (Paketda berichtete). Inzwischen ist die Nachfrage nach Crypto-Marken zurückgegangen. Sie sind ganz normal im Onlineshop der Österreichischen Post erhältlich.


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