Neue Kryptomarke: Deutsche Post ändert Seltenheitsstufen
Abb.: Deutsche Post
So sehen die neuen Kryptomarken-Produkte aus (leider keine bessere Auflösung verfügbar)
Die Deutsche Post bringt am 11. Juni 2026 eine neue Krypto-Briefmarke heraus. Die Ausgabe mit dem Motiv "Marianengraben" erscheint erneut in vier Farbvarianten mit unterschiedlichen Seltenheitsstufen. Im Vergleich zu früheren Kryptomarken hat die Post die Verteilung der Farben allerdings deutlich verändert.
Von der Gesamtauflage von 50.000 Stück entfallen laut Deutscher Post 50% auf die orangefarbene Variante, 35% auf grün, 10% auf blau und 5% auf pink. Bei früheren Kryptomarken lag die Verteilung hingegen bei 63% gelb, 25% lila, 10% blau und nur 2% pink.
Die Deutsche Post hat damit nicht nur die Seltenheitsstufen verändert, sondern auch das Farbkonzept der Serie überarbeitet. Zudem deutet sich auf den bislang veröffentlichten Vorschaubildern eine veränderte Verpackungsgestaltung an.
Zusätzlich verkauft die Deutsche Post erneut Sondereditionen. Das "4er-Presentation-Pack" enthält alle vier Farbvarianten und kostet 79,90 Euro. Außerdem erscheint eine "Special-Edition" für 39,90 Euro mit der seltensten pinkfarbenen Variante sowie einer zusätzlichen Hologrammkarte.
Interessant ist dabei die tatsächliche Verteilung im Zufallsverkauf. Rein rechnerisch existieren bei einer Gesamtauflage von 50.000 Stück insgesamt 2.500 pinke Marken. Allerdings enthalten sowohl das 4er-Set als auch die Special-Edition garantiert eine pinke Variante. Da beide Sondereditionen jeweils in einer Auflage von 500 Stück erscheinen, gelangen insgesamt rund 1.000 pinke Marken gar nicht erst in den normalen Zufallsverkauf.
Für reguläre Käufer verbleiben damit nur noch etwa 1.500 pinke Marken im freien Verkauf. Die reale Chance auf eine pinke Variante sinkt dadurch rechnerisch von offiziell 5 Prozent auf ungefähr 3 Prozent.
Bereits bei früheren Kryptomarken nutzte die Deutsche Post ein ähnliches Verkaufsmodell. Bei der Ausgabe "Speicherstadt Hamburg" existierten ebenfalls Sondereditionen mit garantierten seltenen Varianten. Damals fiel der Effekt sogar noch deutlich stärker aus, weil die pinke Variante offiziell nur 2 Prozent der Gesamtauflage ausmachte.
Die Kryptomarken der Deutschen Post kombinieren eine physische selbstklebende Briefmarke mit einem digitalen NFT-Abbild auf Blockchain-Basis. Welche Farbvariante Käufer erhalten, entscheidet sich beim Standardprodukt per Zufallsprinzip. Eine Farbauswahl ist nicht möglich.
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Motiv "Marianengraben" auch als normale Briefmarke erhältlich
Das Motiv "Marianengraben" erscheint nicht nur als Krypto-Briefmarke für 9,90 Euro pro Stück, sondern zusätzlich auch als normale selbstklebende Briefmarke ohne Kryptofunktion. Die reguläre Version wird von der Deutschen Post zum Porto-Nennwert von 1,80 Euro verkauft.
Wie bereits bei früheren Kryptomarken stammt auch das Motiv des Marianengrabens aus einer KI-generierten Bildgestaltung. Gezeigt wird das Tiefsee-Tauchboot "Trieste", mit dem der Schweizer Ozeanograph Jacques Piccard und der US-Navy-Offizier Don Walsh im Jahr 1960 bis in eine Tiefe von rund 10.916 Metern im Marianengraben vordrangen. Der Tauchgang gilt bis heute als einer der bedeutendsten Meilensteine der Tiefseeforschung.
Die Marianengraben-Marke markiert einen Neuanfang bei den deutschen Kryptomarken. Seit ihrer Einführung im Jahr 2023 standen alle Ausgaben unter dem Motto "Historische Bauwerke in Deutschland". Mit der im Oktober 2025 erschienenen Kryptomarke zur Semperoper in Dresden wurde diese Reihe abgeschlossen.
Die neue Reihe steht unter dem Motto "Der Mensch als Entdecker". Im Jahr 2026 wird noch eine weitere Kryptomarke erscheinen, nämlich am 1. Oktober mit einem Himalaya-Motiv (Nennwert: 0,95 Euro).
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Aus für die Bauwerke-Kryptomarken: Finale mit der Semperoper
So berichtete Paketda im August 2025
Die Deutsche Post hat das Motiv ihrer nächsten Kryptomarke vorgestellt: die Dresdner Semperoper. Die farbenfrohe, holographisch anmutende Marke erscheint am 2. Oktober 2025 mit einem Nennwert von 1,80 Euro. Der Verkaufspreis dürfte wie gewohnt bei 9,90 Euro liegen.
Wie bei allen Ausgaben der Serie Historische Bauwerke in Deutschland wurde auch das Bildmotiv der Semperoper mithilfe künstlicher Intelligenz generiert. Gleichzeitig markiert diese Marke den Abschluss der Serie. Das sagte Post-Manager Steffen Ferrari bei einer Veranstaltung im Juli in Hamburg zur Zeitung Hamburger Abendblatt.
Offen bleibt, ob mit der Semperoper auch das Kryptomarken-Projekt der Deutschen Post insgesamt endet, oder ob ab 2026 eine neue Motivreihe geplant ist. In den letzten Jahren wurde die Druckauflage der Kryptomarken mehrfach reduziert, scheint sich inzwischen jedoch stabilisiert zu haben: Die Semperoper-Marke erscheint in einer Auflage von 50.000 Stück. Das ist identisch mit der vorherigen Speicherstadt-Ausgabe. Diese ist allerdings bislang nicht ausverkauft.
Hintergrund: Die erste Kryptomarke mit dem Brandenburger Tor erschien 2023 mit 250.000 Exemplaren. Die nachfolgenden Ausgaben mit dem Kölner Dom und Schloss Neuschwanstein lagen bei 100.000 Stück. Von der Speicherstadt-Marke wurden nur noch 50.000 Stück hergestellt.
Achtung Sammler: Die neue Kryptomarke erscheint zwar erst am 2. Oktober, doch der telefonische Vorverkauf startet bereits am 11. September. Dadurch sind limitierte Editionen wie die seltene Gold-Edition und das 4er Presentation Pack oft schon vor dem offiziellen Verkaufsstart vergriffen. Details zu Preisen und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf Seite 13 der offiziellen Post-Broschüre (PDF).
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Deutsche Post halbiert Auflage der Kryptomarke
So berichtete Paketda im Mai 2025
Abbildung: Bundesministerium der Finanzen
Die Kryptomarke zeigt das Wasserschloss in der Speicherstadt in Hamburg
Am 3. Juli 2025 erscheint die vierte Kryptobriefmarke der Deutschen Post. Diesmal mit dem Motiv der Hamburger Speicherstadt. Allerdings nicht im bekannten Pixelgrafik-Stil, sondern von einer KI impressionistisch gestaltet.
Die Marken erscheinen in verschiedenen Seltenheitsstufen und werden in einer Art Lotterie verkauft, ohne dass der Käufer im Voraus weiß, welche Variante er bekommt. Der Portowert jeder Marke beträgt 95 Cent und der Verkaufspreis 9,90 Euro.
Die abermalige Reduzierung der Auflage von 100.000 auf 50.000 Stück wirkt wie ein letzter Versuch, durch künstliche Verknappung doch noch einen Sammlerhype zu entfachen. Bislang hat keine Kryptomarke der Deutschen Post ein "ausverkauft"-Label erhalten.
Ob die Verknappung reicht, um den Markt zu beleben, bleibt fraglich. Denn auf dem Zweitmarkt - etwa bei eBay - zeigt die Preiskurve bislang nur in eine Richtung: abwärts. Praxisbeispiel: Die anfangs als begehrt geltenden blauen Kryptomarken wurden teils für 200 bis 300 Euro gehandelt, heute liegen sie bei rund einem Zehntel dessen.
Sollte auch die neue Speicherstadt-Marke keinen nennenswerten Sammlerzuspruch finden, könnte der 2. Oktober 2025 das stille Ende der Kryptomarken-Ära markieren. An diesem Tag erscheint mit dem Motiv der Dresdner Semperoper die bislang letzte geplante Ausgabe des Jahres. Zwar hat sich die Deutsche Post nicht zum Fortbestand der Serie geäußert, doch die Pflege des Projekts lässt spürbar nach. Die NFT-Plattform ciphers.me, zentraler Bestandteil des Konzepts, wurde seit Jahren nicht weiterentwickelt. Ein angekündigtes Feature zum Handeln und Tauschen von Marken wurde klammheimlich gestrichen. Ein symbolträchtiges Signal für das nachlassende Engagement rund um die Kryptomarke.
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Kryptomarke der Deutschen Post: Neue Strategie wieder gefloppt
So berichtete Paketda im August 2024
Die Kölner-Dom-Kryptobriefmarke der Deutschen Post findet kaum Abnehmer, während die motivgleiche Briefmarke ohne Kryptofunktion ausverkauft ist. Das beweist der Onlineshop der Deutschen Post, denn dort sind die traditionellen, nassklebenden Kölner-Dom-Briefmarken vergriffen.
Dieses Szenario erinnert stark an das Jahr 2023, als die Kryptobriefmarke mit dem Brandenburger Tor ebenfalls auf wenig Interesse stieß. Sie ist bis heute nicht ausverkauft, während die nicht-digitale Version schon nach zwei Wochen vergriffen war.
Die Botschaft der Kunden ist unmissverständlich: Kryptomarken konnten in Deutschland bisher keinen Hype auslösen. Der hohe Preis von 9,90 Euro für eine einzelne Kryptobriefmarke, die nur einen Nennwert von 1,00 Euro (Kölner Dom) bzw. 1,60 Euro (Brandenburger Tor) aufweist, schreckt ab. Im Vergleich dazu erscheinen die traditionellen Briefmarken als das bessere Geschäft: Hier zahlt man lediglich den aufgedruckten Nennwert, ohne zusätzlichen Aufpreis.
Um eine Wiederholung des Misserfolgs zu verhindern, hatte die Deutsche Post bereits die Produktionszahlen angepasst:
Doch weder die Reduzierung der Auflage noch die Einführung verschiedener Farbvarianten konnten den Absatz der Kryptomarken merklich steigern. Mit diesem Problem steht die Deutsche Post nicht allein da.
Auch die französische Post kämpft mit schwachen Verkaufszahlen. Ihre erste Kryptomarke, die im September 2023 mit einer Auflage von 100.000 Stück erschien, wurde innerhalb eines Jahres nur zu 29 % verkauft (Quelle). Von der zweiten französischen Kryptomarke, von der 30.000 Stück produziert wurden, wurden in drei Monaten etwa 13.000 Marken verkauft (Quelle). Multipliziert mit einem Verkaufspreis von 8,- Euro beträgt der Umsatz magere 104.000 Euro.
Bei solch geringen Verkaufszahlen stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Zwar sind die Gewinnmargen hoch, da Kryptomarken teuer verkauft werden und meist nicht zum Frankieren verwendet, sondern von Sammlern aufbewahrt werden. Doch die Kosten für den Betrieb der technischen Infrastruktur müssen getragen werden. Ob das mit einem Umsatz von 100.000 Euro möglich ist, kann bezweifelt werden.
In Deutschland ist nicht mit einer baldigen Einstellung der Kryptomarken-Serie zu rechnen. Am 10. Oktober 2024 erscheint die nächste Marke mit dem Schloss Neuschwanstein mit 2,75 Euro Nennwert. Für 2025 sind ebenfalls zwei neue Kryptomarken mit historischen Bauwerken angekündigt, deren Motive noch unbekannt sind.
Fazit
Während Kryptomarken als Zeugnis einer Ära des Blockchain-Hypes und der Begeisterung für digitale Assets entstanden, ist ihre praktische Relevanz begrenzt. Die enttäuschenden Verkaufszahlen und die Ablehnung unter Sammlern deuten darauf hin, dass Kryptomarken eher eine Modeerscheinung sind, die schnell wieder in Vergessenheit geraten könnte. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Markt langfristig stabilisiert oder ob diese digitalen Briefmarken bald als Kuriosität der 20er Jahre gelten werden.
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Kryptomarke mit Kölner Dom in der Kritik
Am 6. Juni 2024 erschien die zweite Kryptobriefmarke der Deutschen Post mit dem Kölner Dom als Motiv. Die Deutsche Post hat versucht, durch eine reduzierte Stückzahl und eine Farb-Lotterie die Nachfrage anzukurbeln.
Die Indizien sprechen bislang nicht dafür, dass die Kölner-Dom-Kryptomarke überdurchschnittlich viele Käufer findet. Abschreckend wirken der teure Preis (9,90 Euro für eine 1-Euro-Marke) sowie die - je nach Geschmack - mehr oder weniger gelungene Gestaltung des Kölner Doms.
Philatelisten stößt sauer auf, dass die Marken scheinbar nicht farblich durchmischt geliefert werden, sondern mit fortlaufenden Seriennummern. Sammler vermuten, deshalb keine reale Chance auf eine der seltenen Farbvarianten zu haben. Die Deutsche Post hat zwar eine Lieferung der Marken nach dem Zufallsprinzip versprochen, doch die Praxisfälle fortlaufender Markennummern sprechen klar dagegen (Quelle: philaseiten.de).
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Kaum Medienecho auf die Marke
In überregionalen Tageszeitungen ist bislang keine Berichterstattung zur neuen Kryptomarke zu finden. Der Kölner Stadtanzeiger hat zwar berichtet, aber negativ. In der Zeitung kommt eine ehemalige Dombaumeisterin zu Wort, die "entgeistert" über die Briefmarke ist. Sie ärgert sich über ein gotisches Rosenfenster, das die künstliche Intelligenz dem Kölner Dom angedichtet hat, obwohl es in der Realität nicht vorkommt. Außerdem seien die Gebäudeproportionen falsch ("Der Baukörper ist viel zu breit, die Türme zu niedrig.")
Ein Detail, das auch Otto Normalkunden auffällt, ist ein eckiger Kasten an der Domspitze. Er soll ein Baugerüst darstellen, wirkt optisch aber irritierend und stört den Gesamteindruck.
Die Deutsche Post betont, dass trotz KI-generierter Markenmotive ein menschlicher Designer das letzte Wort bei der Briefmarkengestaltung habe. Deshalb ist es für viele Kölner unverständlich, warum ihr Wahrzeichen von Deutsche-Post-Designer Jan-Niklas Kröger derart nachlässig auf eine Briefmarke gebracht wurde.
Nachtrag: Bei heise.de sagt sich ein Postsprecher, dass der fehlerhafte Kölner Dom absichtlich so abgebildet worden sei, wie ihn die KI generiert habe. Das widerspricht früheren Aussagen der Post, wonach Menschen das letzte Wort bei der Gestaltung haben.
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Geringe Blockchain-Aktivität
Per Stand 24.08.2024 sind in der Blockchain rund 1.000 Halter der Kölner-Dom-Marken registriert (Quelle: polygonscan.com). Die Gesamtauflage der Kölner-Dom-Kryptomarke beträgt 100.000 Stück.
Zum Vergleich: Von der ersten Kryptomarke (Motiv: Brandenburger Tor) wurden 250.000 Stück hergestellt, und es gibt aktuell ca. 2.800 Halter-Einträge in der Blockchain (Quelle).
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Deutsche Post verknappt nächste Kryptomarke und startet Lotterie
So berichtete Paketda im April 2024
Im Oktober 2023 brachte die Deutsche Post ihre erste Kryptobriefmarke heraus. Die Auflage war jedoch zu hoch: Die 250.000 produzierten Marken wurden bislang nicht verkauft. Da half auch keine künstliche Verknappung auf maximal 5 bestellbare Marken pro Kunde.
Von der nächsten Kryptomarke, die am 6.6.2024 erschien und den Kölner Dom zeigt, wurden deshalb von vornherein weniger Marken produziert. Es gibt lediglich 100.000 Stück. Das sind 60% weniger als bei der ersten Kryptomarke.
Außerdem hat sich die Deutsche Post von ausländischen Postgesellschaften inspirieren lassen und übernimmt deren Lotteriekonzept. Vor dem Markenkauf wissen Kunden nicht, welche Farbvariante sie bekommen. Die Kölner-Dom-Kryptomarke gibt es in diesen Seltenheitsstufen:
Gelb: 63.000 Stück
Lila: 25.000 Stück
Blau: 10.000 Stück
Pink: 2.000 Stück
Unabhängig von der Farbe kostet jede Marke offiziell 9,90 Euro (Portowert: 1 Euro). Beim Weiterverkauf ist zu erwarten, dass pinke Marken aufgrund ihrer Knappheit höhere Preise erzielen als gelbe Marken.
Die Farbgebung bezieht sich nur auf das digitale Abbild der Marke in der Blockchain. Die physisch verkaufte Briefmarke sieht immer identisch aus, egal, welche Farbvariante der Kunde erwirbt.
Die Deutsche Post verkauft die Marken nach dem Zufallsprinzip. Die Lieferung erfolgt in verschlossenen Tütchen. Sobald es der Kunde öffnet, ist kein Umtausch mehr möglich.
Wer garantiert alle 4 Farbvarianten haben möchte, kann für 79,90 Euro ein 4er-Pack kaufen. Es ist allerdings auf 500 Stück limitiert. Es bleibt spannend, ob die Deutsche Post mit der Verknappung und dem Lotterie-Konzept einen Kryptomarken-Hype entfachen kann.
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Sehr kompliziert: Ciphers.me
Nur wenige Brandenburger-Tor-Kryptomarken wurden bislang in der Blockchain registriert. Das zeigt eine Abfrage bei polygonscan.com. Offenbar kommen viele Kunden mit der komplizierten Registrierung und Einrichtung eines Wallets nicht zurecht.
Doch wer den Aufwand scheut, kann seinen Anspruch auf die Kryptomarke in der Blockchain verlieren. Im Kleingedruckten (PDF) schreibt die Deutsche Post nämlich, dass die NFTs nicht registrierter Marken zum 31.12.2027 verfallen.
Zunächst ist ein Account auf der Website ciphers.me notwendig. Anschließend muss die MetaMask-Wallet per App oder Browser-Plugin installiert werden. Danach werden beide Accounts miteinander verbunden. Das klappt aber erst, nachdem MetaMask von Ethereum auf Polygon umgestellt wurde. Anschließend kann bei ciphers.me die Generierung des NFT angestoßen werden, so dass die Marke der Polygon-Blockchain hinzugefügt wird.
Zu Beginn der Vorverkaufsphase, die am 14. Oktober 2023 startete, verkaufte sich die Krypto-Briefmarke der Deutschen Post schleppend. Das änderte sich, nachdem Finanzminister Christian Lindner die Marke am 26.10.2023 der Öffentlichkeit präsentierte. Die Bestellzahlen schossen daraufhin nach oben.
Bei deinebriefmarke.de gab es einen Fortschrittsbalken, auf dem ablesbar war, wie viele Kryptomarken vorbestellt wurden. Am ersten Tag (14.10.2023) wurde nicht mal 1 Prozent erreicht.
Wohl angesichts dieser mauen Verkaufszahlen wurde die Fortschrittsanzeige wieder entfernt. Doch im Quelltext der Website war der Verkaufsfortschritt weiterhin ablesbar: So gab es am 26. Oktober, dem Tag der öffentlichen Markenpräsentation, einen Schub von ca. 7 auf 17 Prozent!
Am 28.10. vormittags wurden 18,5 Prozent erreicht. Bezieht man diesen Wert auf die Gesamtauflage von 250.000 Kryptomarken, entspricht es 46.250 vorbestellten Marken. Am 29.10. wurde die Verkaufsanzeige im Quelltext entfernt.
Anfang November 2023 entfernte die Deutsche Post den Hinweis aus ihrem Onlineshop, dass aufgrund der "hohen Nachfrage" maximal 5 Kryptomarken pro Kunde bestellbar sind. Diese Obergrenze wurde aufgehoben und diente mutmaßlich nur dazu, Produktknappheit vorzutäuschen.
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Ist die Kryptomarke teuer?
Die Deutsche Post hat sich wohl an anderen europäischen Postgesellschaften orientiert, die Kryptomarken ebenfalls um die 10 Euro verkaufen. Preisvergleich:
Krypto-Briefmarken: Zwischen Hype und Enttäuschung
Krypto-Briefmarken polarisieren Sammler: Für die einen sind sie wertvolle Schätze, für die anderen reine Abzocke. Diese speziellen Briefmarken lassen sich per Smartphone scannen und vom Besitzer in der Blockchain registrieren. Im Jahr 2023 brachte die Deutsche Post ihre erste Krypto-Briefmarke mit dem Motiv des Brandenburger Tors in einer Auflage von 250.000 Stück heraus.
Im Juni 2024 folgte die zweite Krypto-Briefmarke, diesmal mit einer reduzierten Auflage von 100.000 Stück. Außerdem unterteilte die Deutsche Post die Auflage in verschiedene Seltenheitsstufen - eine Taktik, die bereits von internationalen Postgesellschaften erfolgreich eingesetzt wird, um Sammlerleidenschaft zu entfachen. Je seltener eine Briefmarke ist, desto höher ihr Handelswert.
Bisher blieb der große Verkaufserfolg der Krypto-Briefmarken der Deutschen Post aus. Die Zurückhaltung der Kunden zeigt sich daran, dass diese Marken nicht ausverkauft sind. Im Gegensatz dazu sind die motivgleichen, nassklebenden Briefmarken (ohne Krypto-Funktion) bereits vergriffen.
Als 2019 die ersten Krypto-Briefmarken in der Schweiz und in Österreich auf den Markt kamen, waren sie sofort vergriffen und erzielten auf Kleinanzeigenplattformen Preise von mehreren hundert Euro. Das Timing war damals optimal, da ein "Crypto-Hype" vor allem die junge Bevölkerung erfasst hatte. Virtuelle Währungen und NFT-Kunstwerke erfreuten sich großer Beliebtheit und zogen Spekulanten an, die auf schnelle und extreme Wertsteigerungen hofften.
Diesen Hype hat die Deutsche Post verpasst. Die Entwicklung der deutschen Krypto-Briefmarke begann erst 2021. Als sie 2023 schließlich auf den Markt kam, war der Bitcoin abgestürzt und zuvor hochgehandelte NFT-Kunstwerke nahezu wertlos. Kein idealer Zeitpunkt für den Launch einer Krypto-Briefmarke.
Es wäre klüger gewesen, wenn die Deutsche Post eine Krypto-Briefmarke mit kürzerer Vorlaufzeit auf den Markt gebracht hätte. Eine Zusammenarbeit mit einem etablierten Hersteller, wie zum Beispiel Variuscard aus Österreich, hätte dies ermöglicht. Dort lassen auch die Postgesellschaften der Niederlande und Luxemburg ihre Krypto-Briefmarken produzieren. Stattdessen entschied sich die Deutsche Post, in Zusammenarbeit mit Royal Joh. Enschede ein komplett eigenes Krypto-Briefmarken-System zu entwickeln - ein Prozess, der lange dauerte und technische Unzulänglichkeiten aufwies. Die Blockchain-Registrierung ist kompliziert, und die versprochene Tauschfunktion für Deutsche-Post-Kryptomarken wurde bis heute nicht realisiert.