Verzögerungen bei USPS: Amerikanische Postboten sollen keine Überstunden mehr machen


Mit Beginn der Corona-Pandemie ist die amerikanische Staatspost USPS in finanzielle Bedrängnis geraten. Die Verluste werden auf monatlich 2 Mrd. Dollar geschätzt (Paketda berichtete). Die US-Regierung will der Post keine Zuschüsse gewähren, weil sie sowieso seit Jahren defizitär arbeitet. Stattdessen solle das Porto erhöht werden und der Konzern evtl. privatisiert werden (Paketda berichtete).

US-Präsident Trump setzte kürzlich einen neuen USPS-Chef ein: Louis DeJoy gilt als Trump-Verbündeter und Großspender im Wahlkampf des Präsidenten. Eine der ersten Maßnahmen von DeJoy ist ein Überstundenverbot. Postmitarbeiter sollen ihre Arbeit vertragsgemäß beginnen und beenden. Wird eine Ausliefertour nicht geschafft, bleibt überschüssige Post liegen. Außerdem sind Spätfahrten und Sondertouren verboten. Quelle: marketwatch.com.

In einer Videobotschaft an seine Mitarbeiter soll Louis DeJoy gesagt haben, dass die neuen Arbeitsabläufe die Kosten bei USPS senken werden. USPS habe derzeit ein teures und unflexibles Geschäftsmodell, das sich nicht so leicht ändern lasse. Aber nachdem sich die neuen Abläufe eingespielt haben, werden Rückstände liegengebliebener Sendungen abgebaut, gab sich DeJoy zuversichtlich.

Der Chef der US-Postgewerkschaft "Postal Workers Union" kritisierte das Überstundenverbot. Derzeit liege das Volumen bei Paketen um 60% höher als normal. Viele USPS-Mitarbeiter seien in Corona-Quarantäne oder daran erkrankt, so dass ohnehin Mitarbeiter fehlen. Bei steigenden Sendungsmengen die Arbeitszeiten zu reduzieren, verschärfe das Problem zusätzlich. Kunden könnten zur Konkurrenz abwandern, weil z.B. UPS und Fedex keine großen Verzögerungen haben. Quelle: federalnewsnetwork.com.

Die niederländische Post veröffentlichte schon vor einigen Wochen auf www.postnl.nl eine Verzögerungswarnung für Sendungen nach Amerika. Es gebe erhebliche Rückstände, die teilweise Verzögerungen von 6 Wochen oder mehr verursachen. Außerdem kann es passieren, dass Tracking-Scans fehlen.

Es ist davon auszugehen, dass sich durch das Überstundenverbot die Lage zuspitzen wird. Paketda empfiehlt deshalb, für Pakete in die USA auf andere Paketdienste auszuweichen (UPS, Fedex, DHL Express). Empfehlenswerte Vergleichsportale sind z.B. Packlink.de, Jumingo.de und Transglobalexpress.de.


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