Neuer StreetScooter mit Lenkrad auf der rechten Seite

StreetScooter Gigabox von DHL
Noch im laufenden Jahr 2022 wird DHL 1.300 neue Elektrofahrzeuge vom Typ StreetScooter Work L Gigabox in Betrieb nehmen. Die Fahrzeuge haben das Lenkrad rechts, so dass Zusteller/innen nicht auf der Straßenseite ein- und aussteigen müssen. Der Einstieg auf der Bordsteinseite soll die Arbeits- und Verkehrssicherheit erhöhen (Quelle).

Außerdem ist der Laderaum begehbar und hat 12 Kubikmeter Ladevolumen; das soll für 160 Pakete ausreichen (875 kg Gesamtzuladung). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 90 km/h und die Reichweite 136 Kilometer.

Nachfolgend ein Foto des Gigabox-Prototypen aus 2021. Es sind drei Regelreihen im Laderaum erkennbar.

Streetscooter Gigabox

Streetscooter bekommt neuen Namen

So berichtete Paketda im März 2022

Erstmals hat sich der neue Eigentümer des Streetscooters zu Wort gemeldet. Stefan Krause von ODIN Automotive gab der Wirtschaftswoche ein Interview (Podcast hier). Darin erklärt er die künftigen Expansionspläne.

Die Streetscooter-Fertigungsanlage in Düren hat eine Maximalkapazität von 30.000 Fahrzeugen (vermutlich pro Jahr). Davon werden aktuell nur 3.000 bis 4.000 Stück ausgeschöpft. Eine zweite Fertigungsanlage will ODIN in die USA bringen und dort aufbauen, um u.a. ins Geschäft mit der amerikanischen Regierung zu kommen.

Den Namen Streetscooter wird es nicht mehr lange geben. Stefan Krause im Podcast:

"Ich habe keine Zweifel, dass wir Kunden finden werden. Wir haben das Unternehmen ja erst am 3. Januar diesen Jahres übernommen. Wir beginnen jetzt mit den Marketingaktivitäten. Wir wollen den Namen auch ändern; eine neue Marke etablieren. [...]

Es gibt große Mietfahrzeugunternehmen, die uns angesprochen haben, es gibt große Leasinggesellschaften, mit denen wir Gespräche geführt haben. Also jeder will das Problem lösen [Elektrifizierung der Flotte], aber es gibt keine Fahrzeuge im Moment. Deshalb haben wir überhaupt keine Bedenken, dass wir genug Streetscooter verkaufen können. [...]

Um die Kapazität zu erreichen, die das Werk in Düren hat, müssen wir natürlich auf der Zulieferer-Seite arbeiten. Da muss die Kapazität teilweise noch erhöht werden. Das wird ein paar Monate dauern. Aber wir sind ziemlich sicher, dass wir im nächsten Jahr mit voller Kapazität vielen neuen Kunden außer der Deutschen Post Fahrzeuge liefern können. Uns hat es natürlich auch gefreut, dass die Deutsche Post weiterhin von dem Fahrzeug so überzeugt ist, dass die Deutsche Post insbesondere für dieses Jahr Orders platziert hat, die uns erlauben, die Produktion laufen zu lassen."



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Streetscooter wird künftig in Nordamerika hergestellt

So berichtete Paketda im Januar 2022

Die Deutsche Post AG hat offiziell bekanntgegeben, die Produktionsrechte des StreetScooter-Elektrofahrzeugs verkauft zu haben. Käufer ist ein in Luxemburg registriertes Unternehmen namens ODIN Automotive. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Finanzinvestoren. Laut Post-Pressemeldung zählt auch "ein Partner für Auftragsfertigung in Nordamerika" zum Käufer-Konsortium.

Anfang Oktober 2021 gab es in der Welt bereits einen Bericht zum Thema. Hauptgesellschafter von ODIN sei demnach ein bekanntes Ex-Vorstandsmitglied von BMW und der Deutschen Bank.

Schon 2019 wollte die Deutsche Post die Produktion des StreetScooters aus dem Postkonzern herauslösen und verkaufen. Das gelang jedoch nicht, so dass schließlich eine Komplettaufgabe der Produktion für Ende 2020 geplant war. Das konnte durch den Verkauf an ODIN abgewendet werden.

ODIN wird den StreetScooter weiterhin produzieren, und die Deutsche Post bleibt Minderheitseigentümer des neuen Unternehmens. Die deutsche StreetScooter GmbH mit 300 Beschäftigten agiert zukünftig als Zulieferer von Fahrzeugteilen und Batterien für den vom Konzern geplanten Ausbau der Flotte auf 21.500 StreetScooter. Anschließend wird sich diese Gesellschaft ausschließlich auf die Wartung der Bestandsflotte konzentrieren.

Nachtrag vom 08.02.2022: ODIN hat offiziell den Betrieb aufgenommen. emobilitaet.online berichtet, dass "die E-Transporter auf der bestehenden Produktionslinie in Düren hergestellt" werden.



Deutsche Post wollte strukturelle Defizite des Streetscooters über Briefporto finanzieren

So berichtete Paketda im Oktober 2021

Ausriss aus dem Amtsblatt der Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur hat die beabsichtigte Berechnungsgrundlage fürs Briefporto 2022 veröffentlicht (PDF). Darin sind verschiedene Kosten des Tochterunternehmens Streetscooter aufgeführt, die laut Antrag der Deutschen Post ("Betroffene") ins Briefporto einfließen sollen.

Zulässig sind sogenannte Fleetkosten (vermutlich Leasingraten), Abschreibungen und Gewährleistungskosten.

Abgelehnt wurde von der Bundesnetzagentur die Einberechnung "herstellungsbezogener Kosten der Streetscooter GmbH, die von der Bereitstellung und Nutzung der Fahrzeuge für die Zustellung von Postsendungen bei der Betroffenen zu trennen sind". Weil die Bundesnetzagentur das Dokument teilweise geschwärzt hat, ist nicht feststellbar, welche Kosten genau gemeint sind.

Außerdem schreibt die Behörde bezüglich anderer Streetscooter-Kosten, dass diese "offenkundig nicht wettbewerbsübliche Kosten" seien. Sprich: Bei anderen Autoherstellern entstehen diese Kosten entweder gar nicht oder in geringerer Höhe. Laut Bundesnetzagentur liege die Ursache der Kosten in "strukturellen Defiziten" beim Streetscooter. Deshalb dürfen sie nicht übers Briefporto refinanziert werden.

Es dürfen nur solche Kosten in die Briefportoformel einfließen, denen effizient erbrachte bzw. eingekaufte Leistungen gegenüberstehen. Die Kosten müssen marktüblich sein. Der Begriff KeL steht für "Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung".

Elektrofahrzeug von DHL


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