Bundesnetzagentur prüft Preise der Deutschen Post


Die FAZ berichtet, dass die Bundesnetzagentur die Preisgestaltung der Deutschen Post überprüft. Konkret geht es um die Preise, die Wettbewerber (z.B. private Briefdienste) bezahlen, wenn sie Sendungen an die Deutsche Post übergeben. Umso mehr Briefe übergeben werden und je genauer sie vorsortiert sind, desto weniger Porto müssen Wettbewerber bezahlen.

Die Bundesnetzagentur prüft, ob es den Wettbewerbern möglich ist, ausreichend hohe Gewinne zu erwirtschaften. Verhindert werden soll, dass die Deutsche Post so teure Preise verlangt, dass Wettbewerber damit nicht über die Runden kommen und Pleite gehen, wie z.B. kürzlich Postcon NRW (Paketda berichtete).

Die Monopolkommission sowie Wettbewerber der Post forderten schon seit vielen Jahren eine Prüfung der Preis-Kosten-Schere, den sogenannten PKS-Test. Das wurde aber erst mit dem 2021 überarbeiteten Postgesetz rechtlich ermöglicht. Die Bundesnetzagentur selbst beurteilt das Instrument "als wettbewerbsfördernd" und findet die Einführung gut (Quelle: PDF).

Sollte die Bundesnetzagentur feststellen, dass die Vorleistungspreise für Wettbewerber der Deutschen Post zu hoch sind, könnte eine Preissenkung angeordnet werden. Theoretisch könnte die Preis-Kosten-Schere auch uns Otto-Normal-Kunden um die Ohren fliegen, sofern eine Anhebung der Endkundenpreise angeordnet wird. Das ist aber hoffentlich nicht so einfach möglich, weil das Briefporto nicht beliebig veränderbar ist.

In der Telekommunikations-Branche führt die Bundesnetzagentur PKS-Tests seit vielen Jahren durch. Wettbewerber der Deutschen Telekom sind damit jedoch nicht voll zufrieden. Sie monieren z.B., dass die Deutsche Telekom Kundenrabatte in Hardware-Zugaben versteckt, in Bonuszahlungen an Stammkunden und dass teilweise intransparente Prüfunterlagen eingereicht werden (Quelle: PDF). Es bleibt abzuwarten, ob sich die Deutschen Post ähnlich verhalten wird.


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