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NordBrief.SH prüft offenbar Ende der Briefzustellung

Blauer Briefkasten von Nordbrief

Der private Briefdienst Nordbrief in Schleswig-Holstein könnte sich möglicherweise aus dem Markt zurückziehen. Nach Informationen von Paketda wird darüber beraten, die Bearbeitung von Briefen für Privat- und Geschäftskunden einzustellen. Eine endgültige Entscheidung soll allerdings noch nicht gefallen sein.

Auf den angeblich bevorstehenden Rückzug wurde Paketda zunächst von einem Nordbrief-Zusteller aufmerksam gemacht. Nach seinen Angaben seien die Zusteller intern darüber informiert worden, dass die Briefzustellung spätestens Ende 2026 eingestellt werde. Als Gründe wurden stark gesunkene Briefmengen, gestiegene Kosten und Wettbewerbsnachteile gegenüber der Deutschen Post genannt.

Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Eine Presseanfrage von Paketda an die für NordBrief.SH zuständige Zustellgesellschaft Schleswig-Holstein mbH blieb binnen 2 Wochen unbeantwortet.



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NordBrief-Kundenservice bestätigt Überlegungen

Inzwischen gibt es jedoch einen weiteren Hinweis, der die Informationen teilweise bestätigt. Paketda-Leser Florian aus Husum erkundigte sich telefonisch beim regulären Nordbrief-Kundenservice nach der Zukunft des Unternehmens.

Nach seiner Schilderung bestätigte der Kundenservice, dass eine Einstellung der Zustellung derzeit im Gespräch sei. Hintergrund seien wirtschaftliche Gründe. Gleichzeitig wurde betont, dass noch nichts endgültig beschlossen sei.

Auch eine Antwort der gleichnamigen (aber separat agierenden) NordBrief GmbH aus Lübeck ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert. Paketda hatte zunächst irrtümlich diese Gesellschaft zu den Gerüchten über eine Betriebseinstellung befragt. Ein Mitarbeiter antwortete, die Information betreffe "den Nordbrief (SH Brief) in Rendsburg", und verwies Paketda dorthin.

Die NordBrief GmbH aus Lübeck und NordBrief.SH sind nicht dasselbe Unternehmen. NordBrief ist eine Dachmarke mehrerer regionaler Briefdienste. Für die Region Rendsburg und Teile Schleswig-Holsteins ist die Zustellgesellschaft Schleswig-Holstein mbH zuständig. Die Nordbrief GmbH aus Lübeck ist hingegen schwerpunktmäßig in Ostholstein, Lübeck sowie entlang der Ostseeküste bis in den Raum Rostock tätig.

Ein Rückzug von NordBrief.SH aus der Briefzustellung, oder zumindest eine wirtschaftliche Prüfung dieses Schritts, erscheint angesichts der voneinander unabhängigen Hinweise durchaus plausibel.



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Parallelen zum Rückzug der Citipost Osnabrück

Interessant ist die Entwicklung rund um Nordbrief auch vor dem Hintergrund eines anderen Rückzugs im privaten Briefmarkt. So wurde im Juli bekannt, dass sich die Citipost Osnabrück bis spätestens Ende 2026 aus dem Briefgeschäft zurückziehen will (Paketda berichtete).

Als Gründe wurden unter anderem rückläufige Briefmengen, steigende Betriebskosten und Wettbewerbsnachteile gegenüber der Deutschen Post genannt. Hinzu kommen Belastungen infolge der Insolvenz des nationalen Briefeinspeisers DVS.

Auffällig ist, dass sowohl NordBrief.SH als auch die Citipost Osnabrück zur NOZ/mh:n Mediengruppe gehören. Eigenen Angaben zufolge sind für NordBrief.SH ca. 4.000 Mitarbeiter tätig und für die Citipost Osnabrück mehr als 2.000 Zusteller.

Ob hinter beiden Entwicklungen eine übergreifende Strategie der Mediengruppe steht, ist unklar. Experten hatten bereits 2024 bei der Ausarbeitung des neuen Postgesetzes vor einer weiteren Schwächung privater Briefdienste gewarnt. Wegen steuerlicher Wettbewerbsnachteile drohe der Branche der "Genickbruch" (Paketda berichtete). Genau so könnte es nun kommen.

Sollte sich die NOZ/mh:n Mediengruppe mit ihren Tochterunternehmen tatsächlich aus der Briefzustellung zurückziehen, hätte das Folgen über die einzelnen Unternehmen hinaus. Private Briefdienste leben von einer möglichst dichten regionalen Abdeckung und vom Austausch der Sendungen untereinander. Wenn Zustellpartner wegfallen, steigt der wirtschaftliche Druck auf die verbleibenden Anbieter, weil mehr Sendungen an die Deutschen Post übergeben werden müssen.


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