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Deutsche Post verspricht: Briefzustellung weiterhin von Mo.-Sa.

Kalender mit Vermerk Montags keine Post
In den letzten Monaten wurde in den Medien darüber spekuliert, ob die Briefzustellung montags oder samstags entfällt. Diesen Plänen erteilt die Deutsche Post nun eine Absage.

In einem Interview mit der Welt am Sonntag (Ausgabe vom 08.10.2023) verspricht Post-Vorstandsmitglied Nikola Hagleitner: "Wir haben kein Interesse daran, an der Sechs-Tage-Zustellung etwas zu ändern."

Aber: Sofern die Regierung nicht alle paar Jahre am Postgesetz herumdoktern will, wäre es trotzdem sinnvoll, schon heute eine Reduzierung der Zustelltage im Gesetz vorzusehen. Die Post könnte zunächst freiwillig weiterhin an 6 Wochentagen zustellen. Doch in 5 oder 10 Jahren sieht die Situation aufgrund sinkender Briefmengen anders aus, und dann könnte ohne erneute Gesetzesänderung ein Zustelltag gestrichen werden.

Um Zusteller an allen Tagen gut auszulasten, will die Deutsche Post die Verbundzustellung stark ausweiten. Damit ist die gemeinsame Auslieferung von Briefen und Paketen gemeint. In 2023 kommt laut Hagleitner auf 7 Briefsendungen 1 Paket. Im Jahr 2030 rechnet sie mit einem Verhältnis von 2 Briefen zu 1 Paket.

Nachtrag vom 13. Dezember 2023: Die Monopolkommission spricht sich in ihrem neuen Postmarkt-Gutachten für eine Reduzierung der Briefzustellung von 6 auf 5 Wochentage aus. Die Monopolkommission hat eine beratende Funktion, so dass ihr Vorschlag nicht unbedingt ins Postgesetz einfließen muss.



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Gesetzesreform: Entfällt die Briefzustellung montags oder samstags?

So berichtete Paketda im Juli 2023

Aufgrund der bevorstehenden Reform des deutschen Postgesetzes wird in Medien wieder darüber spekuliert, ob die Postzustellung von 6 auf 5 Wochentage reduziert wird. Der Samstag oder Montag könnte bei der Briefzustellung entfallen. Die Paketzustellung soll davon nicht betroffen sein, beteuert DHL.

Die Gewerkschaft Verdi sieht "Tausende tarifgebundene Arbeitsplätze" bedroht, sofern ein Zustelltag gestrichen wird. Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis: "Die hohen Qualitätsstandards, die das Postgesetz vorschreibt, müssen weiterhin bestehen bleiben. Wir sehen bei einer möglichen Reduzierung der Zustelltage eine erhebliche Verschlechterung der postalischen Dienstleistung in Deutschland, die nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger wäre." (Quelle)

Klaus Müller, Chef der Regulierungsbehörde Bundesnetzagentur, zeigt sich offen für eine Reduzierung der Zustelltage (siehe zeit.de). Pikant: Im Jahr 2019, als Müller noch Chef der Verbraucherzentralen war, sprach er von einer "Zumutung für Verbraucher", sollte die Zustellung eingeschränkt werden (siehe augsburger-allgemeine.de). Letztendlich ist Müllers Meinung in der Gesetzgebung egal, weil er nicht dem Bundestag angehört.

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur



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2021: Deutsche Post würde Zustellung auf 5 Wochentage reduzieren, wenn sie dürfte

So berichtete Paketda im Oktober 2021

Deutsche Post würde nur noch an 5 Tagen zustellen
Die Deutsche Post hat der Bundesnetzagentur mitgeteilt, die Briefzustellung von 6 auf 5 Wochentage zu reduzieren, sofern dies gesetzlich erlaubt wird (PDF). Damit gibt es erstmals eine konkrete Aussage der Post zu diesem Thema.

In früheren Interviews äußerte sich Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer schon mehrmals zur Reduzierung der Zustelltage, aber niemals war die Aussage so verbindlich wie im Statement gegenüber der Bundesnetzagentur.

Kurzfristig brauchen wir Kunden keine Einschränkung der Briefzustellung befürchten, weil die Deutsche Post zur Zustellung von Montag bis Samstag verpflichtet ist. Das kann sich mit der neuen Bundesregierung jedoch ändern. Wegen Corona wurde nämlich die große Reform des Postgesetzes verschoben. Wird sie 2023 nachgeholt, könnte der Montag oder Samstag als Zustelltag entfallen. Auf den Samstag könnten Firmenkunden eher verzichten als auf den Montag.



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2020: Post-Vorstand Meyer will Montagszustellung beibehalten

So berichtete Paketda im September 2020

Vor wenigen Tagen berichtete die FAZ über Details des neuen Postgesetzes. Demnach wäre eine Reduzierung der Briefzustellung von 6 auf 5 Wochentage möglich. Im Welt-Interview sagte Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer dazu:

"Für uns stellt sich schon die Frage, ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen. Eine Firmenzustellung mit Briefpost ist an dem Wochentag sicher sinnvoll, aber bei privater Post ist das fraglich. In dem diskutierten neuen Gesetz zur Universaldienstverordnung ist das jedoch nur ein Punkt und nicht der wesentlichste. Wichtig ist, mit der Novelle für die nächsten 20 Jahre eine zukunftsfähige Postversorgung zu gewährleisten."

Die FAZ schreibt, dass die Deutsche Post vorerst weiterhin an 6 Wochentagen zustellen will, auch wenn eine 5-Tage-Woche zulässig wäre. Die Aussage von Tobias Meyer ist zu schwammig, um daraus etwas Genaueres herauszulesen.

Tobias Meyer, Deutsche Post DHL



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Pilotversuch 2017: Briefe nur an drei Wochentagen

So berichtete Paketda im Herbst 2017

Wie der Weser Kurier, die FAZ und das ZDF berichteten, startete die Deutsche Post im Oktober 2017 die zweite Phase eines Pilotprojekts, um die Briefzustellung in ausgewählten Regionen einzuschränken.

In den Testregionen haben Postboten Kunden gefragt, ob sie freiwillig auf eine tägliche Zustellung verzichten möchten. Stattdessen werden Briefe gesammelt und entweder an einem einzigen Wochentag geliefert oder an drei Wochentagen (Dienstag, Donnerstag, Samstag). Alternativ konnten sich die Testpersonen für eine werktägliche Belieferung entscheiden (Montag bis Freitag), dann jedoch an ihrem Arbeitsplatz und nicht an der Hausanschrift.

Den Medienberichten zufolge fand das Pilotprojekt der Deutschen Post in 110 Zustellbezirken statt. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es 51.600 Zustellbezirke. Der Test lief von Oktober bis Mitte Dezember 2017.

Die FAZ schrieb unter Berufung auf eine "interne Zwischenbilanz der Post vom September" 2017, dass ca. 10 Prozent der befragten Kunden an einer nicht täglichen Postzustellung interessiert gewesen seien. Als Anreiz versprach ihnen die Post Einkaufsgutscheine im Wert von 20 Euro.



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2015: Sollte die Montagszustellung testweise entfallen?

So berichtete Paketda im Sommer 2015

Der Verband DVPT machte öffentlich, dass die Deutsche Post ab dem 10. August 2015 fünf Wochen lang versuchsweise an Montagen keine Post mehr zustellen wollte. Nur Presseprodukte wie Zeitungen und Zeitschriften sollten montags zugestellt werden.

Die Deutsche Post dementierte dies sofort in verschiedenen Medien (vgl. Hamburger Abendblatt). Angeblich werden aufgrund eines geringen Sendungsaufkommens montags Zustellbezirke zusammengelegt. Dies bedeute keinen Ausfall der Zustellung, sondern lediglich einen geringeren Personaleinsatz.

Trotz des Dementis der Deutschen Post bleiben Zweifel, ob die Zustellung am Montag nicht doch komplett eingestellt werden sollte. Denn die niederländische Post, PostNL, veröffentlichte auf ihrer Website eine entsprechende Meldung unter Berufung auf die Deutsche Post und kritisierte gleichzeitig den damit begangenen Verstoß gegen die deutsche Universaldienstverpflichtung (Zustellung an 6 Wochentagen):

"12 August 2015 - Deutsche Post informed us that they won't be delivering letters on Mondays in the next 5 weeks, starting this week. In doing so the Deutsche Post go against their legal obligation to deliver once every working day. Therefore please expect delays in mail traffic. Newspapers and other news magazines will however be delivered."


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