Post-Vorstand Meyer äußert sich zur Montagszustellung, kontaktlosen Zustellung, DHL-Livetracking und Briefankündigung

Tobias Meyer, Deutsche Post DHL
Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer hat der Welt ein Interview gegeben; hier auf welt.de.

Meyer, der für den Bereich Post & Paket Deutschland zuständig ist, sprach von einem Rückgang der Briefmengen um 11 Prozent im ersten Halbjahr 2020 sowie einen Anstieg der Paketmengen um 10 bis 20 Prozent bezogen aufs Gesamtjahr 2020. Ursache: Seit Beginn der Corona-Pandemie verschicken Unternehmen weniger Werbepost, dafür bestellen Privathaushalte mehr online.

Die Frage, ob es aufgrund der kontaktlosen Paketzustellung ohne Empfängerunterschrift mehr Regressfälle gibt, verneint Meyer. Er nennt auch kein Enddatum für die sogenannte "Q-Zustellung", bei der der Paketzusteller die Ablieferung selber quittiert. Für höherwertige Pakete verlangt DHL übrigens weiterhin eine Unterschrift, sagt Meyer. Der Kunde soll dann auf dem Paketaufkleber unterschreiben und der Zusteller macht ein Foto davon.

Vor wenigen Tagen berichtete die FAZ über Details des neuen Postgesetzes. Demnach wäre eine Reduzierung der Briefzustellung von 6 auf 5 Wochentage möglich. Im Welt-Interview sagt Tobias Meyer dazu:

"Für uns stellt sich schon die Frage, ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen. Eine Firmenzustellung mit Briefpost ist an dem Wochentag sicher sinnvoll, aber bei privater Post ist das fraglich. In dem diskutierten neuen Gesetz zur Universaldienstverordnung ist das jedoch nur ein Punkt und nicht der wesentlichste. Wichtig ist, mit der Novelle für die nächsten 20 Jahre eine zukunftsfähige Postversorgung zu gewährleisten."

Die FAZ schreibt, dass die Deutsche Post vorerst weiterhin an 6 Wochentagen zustellen will, auch wenn eine 5-Tage-Woche zulässig wäre. Die Aussage von Tobias Meyer ist zu schwammig, um daraus etwas Genaueres herauszulesen. Klar ist nur, dass die Montagszustellung für Privatkunden irgendwann wegfallen wird - entweder in naher oder in ferner Zukunft.

Die Welt erkundigt sich außerdem nach dem Livetracking für DHL-Pakete, das bisher nur unregelmäßig funktioniert. Eigentlich sollte es bis Herbst 2020 für fast alle DHL-Pakete verfügbar sein. Meyer entschuldigt sich mit coronabedingten Verzögerungen: "Wir brauchen ein Training der Zusteller vor Ort und das war eine Zeit lang nicht möglich". - Gegenüber Paketda widerspricht ein DHL-Zusteller; er habe keine Schulung bekommen und trotzdem sei Livetracking in seinem Bezirk schon aktiviert.

Neuer Zeitplan von DHL: Das Livetracking soll bis Ende 2020 bei 80 Prozent aller Pakete möglich sein.

Die digitale Briefankündigung nutzen laut Meyer ca. 100.000 Menschen. Die Zahl liege im Rahmen der Erwartungen und es gebe positive Rückmeldungen. In unserem Praxistest offenbarte die Briefankündigung aber Schwächen. Bei Paketda erhalten wir regelmäßig Rückmeldungen von Nutzern, bei denen die Briefankündigung nur selten oder gar nicht funktioniert.


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