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Fast 70% Verbundzustellung, doch jetzt kommt der schwierige Teil

Zustellstützpunkt der Deutschen Post

Die Deutsche Post hat bei der Umstellung auf die Verbundzustellung einen wichtigen Meilenstein nahezu erreicht. Nach aktuellen Unternehmenszahlen werden 69 Prozent aller Paketsendungen in Deutschland inzwischen gemeinsam mit Briefen zugestellt. Damit liegt die Post genau im Plan, denn bis Ende 2025 wurde ein Ziel von rund 70 Prozent Verbundzustellung kommuniziert.

Verbundzustellung bedeutet, dass eine Zustellkraft sowohl Briefe als auch Pakete in einem Bezirk ausliefert. Das Modell gewinnt an Bedeutung, weil die Briefmengen seit Jahren sinken, während das Paketvolumen steigt. Durch die enge Verzahnung beider Bereiche spart die Post Personal, Fahrzeuge und Touren.

Im Jahr 2023 lag der Anteil noch bei 64,5 Prozent. Das Wachstum auf 69 Prozent binnen zwei Jahren ist zwar planmäßig, dennoch müssen die nächsten Ausbaustufen schneller erreicht werden. Von 2026 bis 2030 bleiben der Post fünf Jahre Zeit, um die Verbundzustellung von 70 auf 90 Prozent auszuweiten (4% pro Jahr).

Neu ist, dass die Zielmarke 90% mit dem konkreten Jahr 2030 verbunden wurde. Im Jahr 2023 äußerte Post-Vorstandsmitglied Nikola Hagleitner im unternehmenseigenen Podcast Postcast (Episode 17) nur vage, dass "80 bis 90 Prozent Verbundzustellung" angestrebt werden - ohne Jahresangabe. Nun ist also klar: Bis 2030 soll nahezu flächendeckend im Verbund zugestellt werden. Ausgenommen bleiben Großstädte.

Mit der Umstellung sind einige strukturelle Hürden verbunden:

  • Schulung von Zustellern, die bisher nur Briefe ausgetragen haben
  • Führerscheinpflicht für viele Mitarbeiter, die künftig auch Pakete transportieren
  • Veränderte Fahrzeugflotten, da Verbundtouren andere Ladevolumina erfordern
  • Mehr Zustellung an Packstationen, um Haustürstopps zu reduzieren

Gerade der letzte Punkt spielt eine Schlüsselrolle, denn je mehr Sendungen in Packstationen, Filialen und Paketshops gelenkt werden, desto effizienter kann ein einzelner Zusteller größere Gebiete bedienen.

Fazit: Die Post hat den ersten Abschnitt ihres Umbaus geschafft. Doch der Endspurt wird anspruchsvoller. Bis 2030 muss die Umstellung spürbar beschleunigt werden, damit tatsächlich 90 Prozent Verbundzustellung erreicht werden können.



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Rückblick: Ausweitung der Verbundzustellung

In einer Zeitschrift für politische Entscheider teilte die Deutsche Post im September 2022 mit, dass "von den rund 55.000 Zustellbezirken in Deutschland bereits 55 Prozent auf die Verbundzustellung umgestellt" sind. 2017 lag der Anteil unter 50 Prozent, und bis 2025 soll er auf 70 Prozent steigen.

Im Juli 2023 teilte die DHL Group gegenüber Investoren (PDF) mit, dass 64,5% aller Paketsendungen per Verbundzustellung ausgeliefert werden.

Deutschland gibt es insgesamt 118.600 Postmitarbeiter, die in der Zustellung arbeiten. Von ihnen sind 96.100 in der Brief- und Verbundzustellung tätig (81 Prozent). Der Anteil der reinen Paketzusteller beträgt folglich 19 Prozent.

Die Deutsche Post erklärt selbst, dass die Ausweitung der Verbundzustellung ein hohes Maß an Flexibilität von den betroffenen Mitarbeitern verlangt. "Denn notwendige Prozesse und Voraussetzungen für die Brief- und Paketzustellung unterscheiden sich zum Teil doch erheblich." Neue Verbundzusteller erhalten eine mehrwöchige Einarbeitung durch erfahrene Kollegen und Führungskräfte.



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Pilotversuch: DHL-Zusteller liefern Briefe aus

So berichtete Paketda im Januar 2022

Die Ver.di-Betriebsgruppen Essen / Hagen veröffentlichten im Sommer 2021 eine interessante Meldung zum "Zustellnetz der Zukunft" bei Deutsche Post DHL (Abbildung unten). Aufgrund sinkender Briefmengen soll die Verbundzustellung ausgeweitet werden. Verbundzusteller sind Mitarbeiter, die Briefe und Pakete gemeinsam ausliefern.

Nun will Deutsche Post DHL eine neue Variante unter dem Schlagwort Verbund 3.0 testen. "In einem kleinen abgesteckten Rahmen in der Niederlassung Betrieb Essen" findet ein Pilotversuch statt, bei dem Paketzusteller auch Briefe zustellen. Möglicherweise ist der Test inzwischen wieder beendet, weil die Verdi-Meldung vom Sommer 2021 stammt.

Wahrscheinlich liefern DHL-Zusteller keine Standardbriefe aus, sondern dickere Groß- und Maxibriefe, die nicht in Briefkästen passen.

Quelle: betriebsgruppe-essen-hagen.de



Deutsche Post DHL will Verbundzustellung offenbar ausweiten

So berichtete Paketda im August 2021

Die Gewerkschaft DPVKOM berichtet in ihrem Magazin (Ausgabe 3/2021), dass die Deutsche Post aufgrund des Rückgangs der Briefmengen die Verbundzustellung ausweiten will.

In Regionen mit Verbundzustellung werden Briefe und Pakete durch den gleichen Zusteller ausgeliefert und nicht - wie hauptsächlich in Städten - durch zwei unterschiedliche Zusteller.

DPVKOM berichtet, dass die Deutsche Post AG "die bisher vorwiegend im ländlichen Raum angewendete Verbundzustellung innerhalb der kommenden zwei Jahre nun auch auf urbane Randbereiche sowie Klein- und Mittelstädte ausweiten will." Durch diese Maßnahme können Kosten gesenkt werden, weil pro Haushalt nur ein Stopp notwendig ist und nicht mehr zwei Zusteller vorbeikommen müssen.

Im DPVKOM-Magazin heißt es, die Verbundzustellung werde aktuell in 32.000 von insgesamt 52.000 Briefzustellbezirken angewendet. 17.000 Zusteller/innen seien mit E-Trikes und E-Bikes unterwegs, von denen ein Großteil "nach dem Willen des Unternehmens jetzt bald Pakete zustellen und damit aufs Auto 'umsatteln'" sollen.

Diese Umstellung mache einigen Zustellern Angst, weil die Paketzustellung körperlich anstrengender als die Briefzustellung ist. DPVKOM fordert außerdem, dass die Deutsche Post für "sozial schwache Kolleginnen und Kollegen" ohne Führerschein die Kosten der Führerscheinausbildung übernimmt. Für solche Fälle gäbe es einen Sozialfonds.


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