Neue Studie: 40% aller Paketlieferungen an Privatkunden kommen von Amazon


Die auf die KEP-Branche spezialisierte Unternehmensberatung MRU hat ermittelt, dass 2019 in Deutschland insgesamt 3,05 Milliarden Pakete verschickt wurden. Das geht aus einem Artikel im Handelsblatt via Google News hervor.

In der Woche zuvor hatte der Branchenverband BIEK ebenfalls eine Studie veröffentlicht und die Paketmenge 2019 auf 3,65 Milliarden geschätzt (Paketda berichtete). Die Abweichungen beider Zahlen zeigen, dass es unterschiedliche Methoden gibt, um die Paketmenge hochzurechnen. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte bei 3,35 Milliarden Paketen.

MRU-Chef Horst Manner-Romberg sagte zum Handelsblatt, dass "Amazon im vergangenen Jahr der mit Abstand wichtigste Kunde im deutschen Paketmarkt" war. Inklusive Retouren entfielen auf Amazon in 2019 ca. 849 Mio. Pakete. Das entspricht laut MRU-Berechnungen einem Marktanteil von 28 Prozent.

Die Lebensmittelzeitung berichtet ebenfalls unter Berufung auf MRU, dass 40% aller B2C-Pakete (von Firmen an Privatkunden) von Amazon kommen. Wichtig zu wissen: Diese 40% entfallen nicht ausschließlich auf Amazon Logistics sondern auf verschiedene Paketdienste, die von Amazon beauftragt werden, also z.B. DHL, Hermes, DPD und UPS.

Auf welche Marktanteile die etablierten Paketdienste (DHL, DPD, usw.) kommen, wurde leider nicht in Medien veröffentlicht. Für eine grobe Einschätzung muss man deshalb auf Berechnungen des Verbands BdKEP zurückgreifen, die 2016 durchgeführt wurden und stark auf Erhebungen der Monopolkommission aus 2012 basieren. Die Daten sind also veraltet, genügen aber für eine grobe Einschätzung.

Marktanteile 2012 laut BdKEP im B2C-Segment basierend auf den Paketmengen:

  • DHL: 57%
  • Hermes: 30%
  • DPD: 7%
  • UPS: 3%
  • GLS: 1,1%

UPS und GLS sind traditionell im Geschäftskunden-Segment (B2B) aktiv und von Amazon deshalb wenig oder gar nicht abhängig. DHL, Hermes und DPD sind stärker für Amazon tätig. Diese Paketdienste verlieren umso mehr Marktanteile, je mehr Pakete Amazon Logistics selber zustellt.

Ein Fazit dieser Situation zog Otto-Aufsichtsrat Rainer Hillebrand 2019. Er stellte fest, dass es einen Volumenkampf um Paketmengen geben wird, weil durch Amazon "viel Volumen herausgeht aus dem System. Und wer sich mit Distributionslogistik auseinandersetzt weiß, wie wichtig Volumen für Stoppquoten ist." (Paketda berichtete)


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