Nutzfahrzeug-Messe zeigt die Lieferwagen der Zukunft

Auf der bis zum 27.09.2018 laufenden IAA-Nutzfahrzeugmesse in Hannover präsentieren Hersteller ihre neuen Modelle für die Logistikbranche. Einige sind schon einige Realität, andere noch Zukunftsmusik.

Streetscooter präsentiert XL-Modell

Die Deutsche-Post-Tochtergesellschaft Streetscooter stellt ihr größtes Elektrofahrzeug vor: das Modell "Work XL". Die Reichweite beträgt laut Pressemitteilung ca. 200 Kilometer. Mit einem Ladevolumen von bis zu 20 Kubikmetern zieht der Streetscooter Work XL mit klassischen Lieferwagen gleich. Das Auto basiert auf dem Fahrgestell des Ford Transit (Paketda berichtete).

Streetscooter Modelle im Vergleich


Renault und DPD mit Zukunftsstudie

Die Unternehmen Renault und DPD (beide mit Hauptsitz in Frankreich) haben sich überlegt, wie die innerstädtische Logistik der Zukunft aussehen könnte. Gewünschte Ziele sind eine geringere Verkehrsbelastung, eine Entlastung der Paketzusteller und ein umweltfreundlicher Elektroantrieb.

Das Conceptcar Renault EZ-PRO vereint diese Anforderungen in sich. Der Fahrzeugunterbau kann je nach Bedarf mit wechselnden Containeraufbauten versehen werden. Ein Containertyp stellt zum Beispiel eine Paket-Abholstation dar. Empfänger legen Uhrzeit und Ort der Lieferung fest, und das Fahrzeug fährt selbstständig zu den Adressen. Dieses Konzept erinnert teilweise an die bereits marktreifen UDELV-Lieferwagen aus den USA (Paketda berichtete).



Ein weiteres Anwendungsgebiet des EZ-PRO ist der autonome Transport zum innenstädtischen Liefergebiet. Das Fahrzeug wird mit einem klassischen Containeraufbau versehen (keine Paketstation) und morgens im DPD-Paketzentrum beladen. Von dort fährt es dann selbstständig zu einem Treffpunkt in der Innenstadt. "Der Fahrer übernimmt erst dort das Fahrzeug und gewinnt dadurch Zeit für seine Kernaufgabe der Paketzustellung", so DPD in einer Pressemitteilung.

Conceptcar von Renault und DPD


Autonom fahrender Lieferwagen von ZF

Die ZF Friedrichshafen AG ist kein Autohersteller sondern liefert "nur" Fahrzeugteile an Hersteller wie VW oder Daimler. In den nächsten fünf Jahren will ZF 12 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens investieren.

Auf der IAA stellt ZF den "Innovation Van" vor: einen mit allerhand Sensoren und automatischer Antriebstechnik ausgestatteter Lieferwagen. Während der Paketzusteller damit beschäftigt ist, bei Kunden zu klingeln und Sendungen abzugeben, fährt der Innovation Van selbstständig zur nächsten Lieferanschrift vor.

Damit das System funktioniert, müssen Paketdienste jeden Tag die Adressdaten sämtlicher Pakete in eine ZF Cloud hochladen. Daraus wird die bestmögliche Fahrtroute berechnet (u.a. unter Berücksichtigung von Staus). Kunden dürfen via App den Lieferort und die Lieferzeit kurzfristig ändern. Wenn an einer Kundenanschrift kein freier Parkplatz vorhanden ist, fährt der Lieferwagen solange weiter, bis er etwas findet.

Es bleibt abzuwarten, ob das von ZF erdachte System bei Paketdiensten auf Interesse stößt. Zum einen erscheint der technische Datenaustausch aufwändig. Und zum anderen fahren Zusteller innerstädtisch nicht ständig von Adresse zu Adresse sondern parken den Wagen irgendwo und laufen mehrere Adressen in der Umgebung zu Fuß ab. Außerdem würde sich das ZF-System an die Straßenverkehrsordnung halten müssen. Kurzzeitiges Parken im Halteverbot oder in zweiter Reihe kommt für den Computer nicht in Frage. Es sei denn, der Zusteller schaltet ihn ab.

Quelle: vision.zf.com

ZF Innovation Van


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