Youtuber verschickt GPS-Tracker / Verkehrsprobleme wegen DHL Obertshausen / Längere Lieferzeiten bei La Poste


Youtuber verschickt AirTag und stellt Nachforschungsauftrag bei DHL

Youtuber "MegaLag" hat verschiedene Apple AirTags mit der Post um die Welt geschickt, um den Transportweg zu dokumentieren. AirTags übermitteln regelmäßig GPS-Informationen an den Besitzer, sofern sich in ihrer Nähe ein iPhone befindet. MegaLog hat unter anderem ein AirTag an die deutsche Botschaft in Nordkorea geschickt. Videos dazu: Teil 1 | Teil 2.

Im aktuellen Video (Teil 2) erklärt der YouTuber, dass er eine Nachforschung bei DHL beauftragt hat, nachdem die Sendung im IPZ Frankfurt zwei Wochen lang unbewegt liegen blieb. Weitere zwei Wochen später teilte DHL mit, dass die Sendung "trotz intensiver Recherchen" nicht auffindbar sei und er binnen 7 Tagen Wertnachweise einreichen solle.

In Wahrheit war die Sendung aber nicht verloren, sondern das AirTag funkte alle 10 Minuten aus dem IPZ Frankfurt. Daraufhin vermutete MegaLag, dass DHL im ersten Schritt gar nicht nachforscht, sondern pauschal erstmal einen Verlust eingesteht und Wertnachweise vom Kunden anfordert. Stellt sich anschließend heraus, dass es um eine hohe Schadensumme geht, wird vielleicht wirklich nach der Sendung gesucht. Bei einem geringen Schaden lohnt sich der Rechercheaufwand wohl nicht. Diese Vermutung ist nicht bewiesen, aber aufgrund des dokumentierten Falls auch nicht abwegig.



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Paketzentrum Obertshausen verursacht Verkehrsprobleme

In Alsfeld bei Kassel würden Amazon und DHL Express gern ein neues Logistikzentrum bauen (Paketda berichtete). Um die negativen und positiven Auswirkungen eines solchen Neubaus zu beurteilen, hat sich die Oberhessische Zeitung in Obertshausen schlau gemacht. Seit Sommer 2016 betreibt DHL dort ein Mega-Paketzentrum.

Vor der Einweihung befürchteten Obertshausener Lokalpolitiker und Anwohner einen Verkehrskollaps, weil die vorhandenen Straßen nicht auf mehrere Hundert LKW-Fahrten pro Tag ausgelegt seien (vgl. z.B. www.op-online.de). Gutachter gingen davon aus, dass der Autobahnanschluss und die Ampelschaltung des Gewerbegebiets Herbäcker verbessert werden müssen.

Diese Befürchtungen haben sich teilweise bewahrheitet. Ein Politiker aus Obertshausen sagte zur Oberhessischen Zeitung, dass "ein regelrechter Verkehrskollaps bislang nicht eingetreten" sei. Doch aus Heusenstamm, der Nachbargemeinde von Obertshausen, gibt es kritische Stimmen.

Pendler aus Heusenstamm seien stark von Staus auf der A3 betroffen, die sich bis auf Landstraßen auswirkten. Pro Grünphase schafft es meistens nur ein LKW über die Ampel. Gespräche zur Verbesserung der Situation habe es mit der Verkehrsbehörde zuletzt 2015 gegeben. Am Autobahnanschluss sei nichts passiert, auch eine zusätzliche Abbiegespur auf der Landesstraße sei nicht realisiert worden.

Immerhin: Das DHL-Paketzentrum Obertshausen hat einen positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt, und viele Mitarbeiter würden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen. Zu den Gewerbesteuereinnahmen wollte sich Obertshausen nicht konkret äußern, aber durch die Ansiedlung von DHL schwimme man nicht im Geld.



Französische Post verlängert Brieflaufzeiten

Kürzlich gab die amerikanische Post bekannt, die Brieflaufzeiten von First-Class-Mail zu verlängern (Paketda berichtete). Nun sind aus Frankreich ähnliche Pläne zu hören.

Die Newsportale connexionfrance.com und ouest-france.fr berichten, dass Briefe der langsamen Versandart "Lettre verte" einen Tag länger dauern sollen, nämlich drei anstatt zwei Tage. Realität werden soll das aber erst 2023. Bis dahin muss die französische Regierung die gesetzliche Grundlage zur Laufzeitverlängerung schaffen (gouvernement.fr).

Durch die Maßnahme soll La Poste ca. 400 Mio. Euro pro Jahr einsparen können. Außerdem wird La Poste pro Jahr eine halbe Milliarde Euro staatlicher Zuschüsse erhalten, um das Unternehmen finanziell zu stabilisieren. 2020 schrieb La Poste aufgrund Corona in der Post- und Paketsparte einen Milliardenverlust.


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