Amazon Key in Deutschland / Kanada: Sammelklage gegen DHL Express / Schweiz: Rolex aus Paket verschwunden


Pilotprojekt: Mieter sind mit Amazon Key zufrieden

Im Dezember 2020 startete das Wohnungsunternehmen LEG in 251 Gebäuden einen Pilotversuch mit dem digitalen Türschloss Amazon Key. In Düsseldorf und Monheim am Rhein wurden LEG-Miethäuser nachgerüstet, so dass Amazon-Zusteller ohne zu Klingeln ins Treppenhaus gelangen können (vgl. Pressemitteilung).

Ist ein Empfänger nicht zu Hause, legt der Zusteller das Paket vor dessen Wohnungstür. In der Regel ist dafür eine Abstellerlaubnis des Empfängers erforderlich, aber geringwertige Bestellungen dürfen Amazon-Boten auch ohne explizite Einwilligung abstellen (Paketda berichtete).

Den LEG-Mietern entstehen keine Zusatzkosten. Mit der digitalen Zugangslösung soll der Wohnkomfort erhöht und Paketempfang erleichtert werden. Zusteller müssen sich nicht mehr durchs ganze Haus klingeln, nur um einen Anwesenden zu finden, der ihnen die Tür zum Treppenhaus öffnet. Amazon-Key funktioniert nur für Amazon-Zusteller und nicht für Boten anderer Lieferdienste. Die Zugangsberechtigung erlischt nach Paketablieferung.

Gegenüber der Süddeutschen zeigte sich die LEG-Projektleiterin zufrieden: Die Mieter hätten positiv auf Amazon Key reagiert, deshalb solle das System in weiteren Häusern verbaut werden.



Anzeige


Kanada: Sammelklage gegen DHL Express wegen Zollgebühren

Wer sich mit DHL Express Waren von außerhalb der EU schicken lässt, muss hierzulande Einfuhrabgaben entrichten (Steuern + evtl. Zoll). Außerdem berechnet DHL Express eine sogenannte Kapitalbereitstellungsprovision von mindestens 14,88 Euro brutto. Letzteres ist keine staatliche Abgabe sondern eine Bearbeitungsgebühr, die an DHL Express fließt.

Eine Anwaltskanzlei aus Vancouver in Kanada hat jetzt eine Sammelklage gegen diese Gebühren eingereicht. Begründung: DHL Express würde bei Paketempfängern den Anschein erwecken, dass die Kapitalbereitstellungsprovision zu den staatlichen Abgaben gehöre. In der von DHL verschickten Zahlungsaufforderung mit dem Betreff "IMPORT DUTY/TAX PAYMENT" sei der Gebührenanteil von DHL Express nicht erkennbar.

Gegenüber www.cbc.ca erklärte der Anwalt: "DHL wurde bereits [vom Absender] für die Zustellung der Pakete bezahlt - sie machen das nicht umsonst." Die von DHL erhobene Gebühr ist seiner Meinung nach "eine unlautere Geschäftspraxis, die gegen die Verbraucherschutzgesetze" in Kanada verstößt. DHL habe sich ungerechtfertigt bereichert.

Die Sammelklage wird sich womöglich über Jahre hinziehen. Im Jahr 2007 gab es in Kanada eine vergleichbare Klage der Kanzlei Siskinds gegen UPS. Erst 2018 wurde das Verfahren im Rahmen eines Vergleichs beigelegt. UPS hat $6.800.000 (ca. 4,5 Mio. Euro) gezahlt und versprochen, Kunden deutlicher auf die Gebühren hinzuweisen (Quelle: PDF).



Schweizerische Post: Paketgewicht beweist Verlust

Beim SRF wird über eine auf dem Postweg verschwundene Rolex-Uhr berichtet. Zwischen den Verteilzentren Frauenfeld und Untervaz wurde das Paket um 120 Gramm leichter. Dies entspricht genau dem Gewicht der Uhr.

Die Gewichtsdaten hat sich der Käufer von einem Bekannten besorgt, der bei der Schweizerischen Post arbeitet. Er vermutet nämlich einen Diebstahl und möchte deshalb den vollen Kaufpreis der Uhr von der Post ersetzt bekommen (8.000 Franken bzw. ca. 7.300 Euro). Die Verkäuferin hatte das Paket nur mit einer Versicherung bis 1.500 Franken (ca. 1.400 Euro) verschickt. Diese Summe hat die Schweizerische Post immerhin ausgezahlt.

Zum SRF sagte die Schweizerische Post, Spezialisten der Unternehmenssicherheit hätten den Fall untersucht, aber keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Für einen Diebstahl gebe es zu wenige Hinweise und Beweise. Der Kunde solle Anzeige bei der Polizei erstatten.


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

✉ Verpassen Sie nichts mit dem Paketda-Newsletter: Kostenlos abonnieren per E-Mail oder bei Telegram



Mehr Paketdienst-News