La Poste digitalisiert Zollinhaltserklärung / Frau wollte Paket ohne Unterschrift ergattern

Französische Zollinhaltserklärung

Frankreich: Clevere Idee für digitale Zolldaten

Die französische La Poste hat eine kundenfreundliche Möglichkeit geschaffen, weiterhin Waren in gewöhnlichen Auslandsbriefen zu verschicken. Der Trick ist, dass für jede Zollinhaltserklärung eine Sendungsnummer generiert wird. Die Sendungsnummer ist nicht zum Tracking geeignet sondern nur zum Abspeichern digitaler Zolldaten (Beispiel oben).

Die Daten zum Sendungsinhalt geben Kunden online auf www.laposte.fr/formulaire-douane/envoi ein. Das System erstellt ein PDF mit einer ausdruckbaren Zollinhaltserklärung. Zusätzlich werden die Daten mit der Sendungsnummer verknüpft und sind vom Zoll im Zielland abrufbar.

Deutsche Post DHL hat Privatkunden den Warenversand in Auslandsbriefen 2019 verboten (Paketda berichtete). Das wurde u.a. mit den digitalen Zolldaten begründet, die allerdings erst ab 2021 verpflichtend sind. Seit 2019 müssen Kunden der Deutschen Post doppelt und dreifach so viel Porto für Warensendungen ins Ausland bezahlen, was für entsprechende Verärgerung sorgt.



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Anklage wegen Raubes: Frau wollte Paket ohne Unterschrift ergattern

In der Zeit vor Corona waren Paketzustellungen ohne Empfängerunterschrift unvorstellbar. Unterschrieb ein Empfänger nicht und reklamierte später den Nichterhalt eines Pakets, musste der Zusteller persönlich dafür geradestehen (in Coronazeiten allerdings auch).

In 2019 unterschrieb ein Ehepaar aus Sankt Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) unleserlich bei Hermes und fand sich nun auf der Anklagebank des Amtsgerichts Wiesloch wieder. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, wollte ein Hermes-Zusteller ein Paket nicht aushändigen, weil die Unterschrift der Frau auf dem Scanner nicht ähnlich zur Unterschrift auf ihrem Personalausweis war*.

Daraufhin kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der die Frau dem Hermes-Zusteller das Paket entreißen wollte und der Ehemann die Windschutzscheibe des Lieferwagens beschädigte (Schaden: 2.500 Euro).

Einen Monat später bekam das Ehepaar wieder eine Hermes-Lieferung. Der Mann sollte per Finger unterschreiben, doch der Hermes-Zusteller fand die Unterschrift erneut nicht akzeptabel. Es folgte wieder eine lange Eskalation, an deren Ende wieder eine kaputte Windschutzscheibe stand und der Versuch der Ehefrau, das Paket vom Beifahrersitz des Lieferwagens zu entwenden.

Die Anklage lautete auf gemeinschaftliche Nötigung. Die Frau wurde zudem wegen versuchten Raubes angeklagt und der Mann wegen Beleidigung und Sachbeschädigung. Beschluss des Richters: Die Angeklagten müssen jeweils 1000 Euro Strafe bezahlen, außerdem die Kosten des Verfahrens und die verursachten Schäden.

* Anmerkung: Beim Thema Fingerunterschrift scheint Hermes im Rhein-Neckar-Kreis vom Pech verfolgt zu sein. Im Jahr 2018 erhielt eine Hermes-Kundin aus Leimen kein Paket, weil sie nicht ihren Fingerabdruck auf dem Scanner hinterlassen wollte (Quelle: www.rnz.de). Das stellte sich später als Irrtum heraus, denn die Kundin sollte nur per Finger unterschreiben und nicht per Fingerabdruck. Damals bezeichnete es ein Hermes-Pressesprecher als "Quatsch", dass die Fingerunterschrift auf dem Scanner der Unterschrift auf dem Personalausweis ähnlich sein müsse.


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