Zwei Amazon-Boeing am Airport Leipzig / Hermes spart gedruckte Karten / Greenplan-Tourenplanung


Amazon fliegt nach Leipzig

Am Flughafen Leipzig Schkeuditz hat Amazon ein "regionales Luftfrachtzentrum" in Betrieb genommen, wie das Manager-Magazin unter Berufung auf Amazon schreibt. Auf der Amazon-Website gibt es keine Pressemitteilung, die dies bestätigt. Trotzdem wird die Meldung wohl stimmen, denn Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich über die Standortentscheidung von Amazon erfreut.

Der Flughafen Leipzig ist bei Logistikunternehmen beliebt, weil es dort kein Nachtflugverbot gibt. DHL Express betreibt ebenfalls ein Luftfracht-Drehkreuz in Schkeuditz mit ca. 5.700 Mitarbeitern. Amazon beschäftigt dort 200 Mitarbeiter und hat zwei Boeing 737 geleast. Die Flugverbindungen bestehen zwischen Leipzig und anderen Amazon-Standorten in Europa (also nicht in die USA).

Laut Aviation Direct sind die beiden Flugzeuge nicht ausschließlich in Leipzig stationiert sondern auch am Airport Köln-Bonn.

Nachtrag: Ein Amazon-Kunde schrieb uns, dass im Oktober 2020 eine von ihm bestellte Zahnbürste aus einem Amazon-Lager in Polen nach Köln-Bonn geflogen wurde.



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Hermes spart Millionen Benachrichtigungskarten ein

Hermes verzichtet immer häufiger auf gedruckte Benachrichtigungskarten und informiert Kunden stattdessen per E-Mail. Seit Oktober 2019 konnten "über 38 Tonnen Papier" eingespart werden und jede zweite Benachrichtigung erfolge inzwischen digital, schreibt Hermes unter newsroom.hermesworld.com

Laut Küchenwaage wiegt eine Hermes-Benachrichtigungskarte 2 Gramm. Aus 38 Tonnen Papier könnte man ungefähr 19 Millionen Benachrichtigungskarten herstellen. Weil jede zweite Karte digital sein soll, kann man wiederum auf 38 Millionen Gesamt-Benachrichtigungen pro Jahr rückschließen.

Hermes veröffentlicht keine Zahlen über die in Deutschland transportierten Paketmengen. Bei www.dvz.de schätzt Hermes die Menge für das 4. Quartal 2020 auf 120 Millionen Pakete.

Nimmt man für die letzten 12 Monate spekulativ 400 Millionen Hermes-Pakete an, würden 38 Mio. Benachrichtigungen eine Quote von 9,5% ergeben. Diese Rechnungen sind aber so ungenau, dass man sie nicht für bare Münze nehmen darf sondern allenfalls als sehr, sehr groben Orientierungswert.



Greenplan-Chef stellt dynamische Tourenplanung vor

Die Greenplan GmbH (www.greenplan.de) hat eine Software zur dynamischen Tourenplanung entwickelt. Abhängig von der Verkehrslage, der Paketmenge und Lage der Lieferadressen werden Zusteller automatisch auf die schnellste Route gelotst.

Greenplan-Chef Clemens Beckmann stellte das System kürzlich auf der Parcel+Post Expo vor. Anhand einer Beispieltour von Bad Godesberg (im Süden Bonns) in die Nordstadt demonstrierte er, dass je nach Uhrzeit und Verkehrslage eine Strecke links oder rechts des Rheins schneller ist.

Um Staus zu vermeiden, kann die Greenplan-Software sogar den besten Abfahrts-Zeitpunkt für einen Zusteller berechnen. In Städten könne allein durch diese Maßnahme eine Effizienzsteigerung von bis zu 10% erreicht werden.

Theoretisch ist es möglich, dass Greenplan jedem Zusteller an jedem Tag eine individuelle Tour berechnet. Bei dieser voll-dynamischen Tourenplanung werden am meisten Fahrkilometer und die meiste Arbeitszeit eingespart.

Zu berücksichtigen ist aber, dass Zusteller umso produktiver sind, je besser sie sich in einem Stammbezirk auskennen. Greenplan kann deshalb auch "semi-dynamische Touren" berechnen: Zusteller arbeiten die meiste Zeit in ihrem Stammbezirk und liefern nur zu einem geringen Teil in ihnen unbekannten, benachbarten Bezirken aus.

Eine voll-dynamische Tourenplanung komme laut Beckmann in Betracht, wenn Zusteller durch IT derart unterstützt werden, dass sie sich auch in komplett neuen Gebieten gut zurechtfinden. Dies scheint ein neuer Trend zu sein, denn sowohl Hermes UK als auch DPD experimentieren bereits mit der Auslieferung nach Geo-Koordinaten anstelle von Straßennamen und Hausnummern (Paketda berichtete).

Update vom Januar 2022: Greenplan ist kein Tochterunternehmen von Deutsche Post DHL mehr. Weil sich der Postkonzern aufs Kerngeschäft konzentrieren will, wurde die Greenplan GmbH an die Geschäftsführung des Unternehmens verkauft (Management Buyout). DHL will jedoch Greenplan-Kunde bleiben. Quelle: dpdhl.com.


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