Verzögerungen bei DHL in Köngen / Drogensendung bei Postkontrolle abgefangen / Deutsche Post engagiert sich in Afrika


Verzögerungen bei DHL in Köngen

Es kommt selten vor, dass DHL Verzögerungen in einem Paketzentrum publik macht. Aktuell ist das Paketzentrum Köngen betroffen, wie die Esslinger Zeitung von einem DHL-Sprecher erfuhr. Die Verzögerungen haben nichts mit den Corona-Infektionen der Belegschaft zu tun. DHL zufolge seien erhöhte Sendungsmengen die Ursache.

Laut Zeitungsbericht geht DHL davon, "dass sich die Lage im Laufe der Woche wieder normalisiert". Ein Leser hatte der Esslinger Zeitung gemeldet, dass angeblich "mehrere Tausend Pakete" seit mehreren Tagen unbearbeitet in Köngen herumliegen würden. Wie viele Sendungen tatsächlich verzögert sind, teilte DHL nicht mit.



Drogensendung von Deutschland nach Österreich abgefangen

Bei NÖN.at ist ein Bericht über einen Mann aus Krems (Österreich) erschienen, der mit Drogen gehandelt haben soll.

Die Sache flog auf, weil die Deutsche Post eine Drogenlieferung von Deutschland nach Österreich abgefangen hat. Der Beschuldigte erklärte, die erste Drogenlieferung habe geklappt, seine zweite Bestellung sei jedoch nicht angekommen. Die Sendung wurde aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Münster beschlagnahmt.

Es wäre interessant zu wissen, wie es der Deutschen Post gelungen ist, die Drogenlieferung überhaupt zu identifizieren. War es ein Zufallstreffer oder werden stichprobenartig verdächtige Sendungen untersucht / geröntgt?

Bei Sendungen aus EU-Ländern, die nach Deutschland importiert werden, sind gelegentliche Zollkontrollen bekannt (Paketda berichtete). Beim Fall in Österreich handelt es sich aber um eine Exportsendung, die Deutschland verlassen sollte. Dass solche Sendungen kontrolliert werden, ist eine Überraschung. Auch für den Mann aus Krems.



Deutsche Post DHL will Zollabfertigung in Afrika digitalisieren

In dieser Woche sind Postchef Frank Appel und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller vor die Presse getreten und gaben bekannt, mit 30 Millionen Euro die Digitalisierung von Zoll- und Handelsprozessen in Afrika zu fördern. Der Anteil der Post an dem Projekt liegt bei mindestens 20 Mio. Euro.

Das digitale Zollsystem soll helfen, Bürokratie abzubauen und Korruption zu vermindern. Der innerafrikanische Handel soll gestärkt werden. Das Projekt startet in Marokko, Ruanda, Kenia, Ghana und der Elfenbeinküste. Afrikanischen Medien zufolge sind Handelsbarrieren zwischen afrikanischen Ländern tatsächlich ein großes Problem. Laut Westafrikanischer Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS verlassen 85% aller Waren den Kontinent und werden nicht untereinander gehandelt.

Aus deutscher Sicht kann man sich fragen, aus welchem Interesse heraus die Deutsche Post DHL 20 Millionen Euro in Afrika investiert. Laut DHL-Geschäftsbericht 2019 trägt die Region "MEA, Middle East & Africa" nämlich am wenigsten zum Gesamtumsatz von DHL Express bei (nur ca. 7%).

Wäre es unter wirtschaftlichen Aspekten nicht sinnvoller, Zollprozesse in Ländern mit hohen Sendungsmengen zu verbessern? Würden die Bundesregierung und Deutsche Post beispielsweise mit 30 Millionen die Zollabfertigung im IPZ Frankfurt digitalisieren, könnten täglich hunderttausende Sendungen schneller bearbeitet werden.

Andererseits wäre ein Regierungszuschuss vermutlich als Beihilfe zu werten und deshalb verboten. Voraussichtlich ab Juli 2021 werden Post und Zoll sowieso gezwungen sein, die Abläufe im IPZ zu beschleunigen. Dann fällt nämlich die 22-Euro- Freigrenze weg und jede Nicht-EU-Sendung muss abgefertigt werden (Paketda berichtete).

Falls das digitale Zollsystem für Afrika bis Mitte 2021 fertig ist, könnte es von Deutsche Post DHL ja vielleicht für Europa angepasst werden und hierzulande eingeführt werden. Minister Gerd Müller lobt, dass die Digitalisierung nirgendwo schneller voranschreitet als in Afrika: "Schon jetzt sind einige afrikanische Länder weiter als Europa - zum Beispiel beim bargeldlosen Bezahlen über das Smartphone."

Quellen: www.dpdhl.com | Geschäftsbericht 2019 (PDF) | thisdaylive.com | giz.de


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