Wird ab 2021 weniger in China bestellt? / Bessere internationale Sendungsverfolgung / UPU-Öffnung: PostEurop skeptisch

Abschaffung der Zollfreigrenze: Kaufen Kunden ab 2021 weniger in China?

Der Verband "International Post Corporation" (IPC) mit Sitz in Brüssel prognostiziert ein sinkendes Bestellvolumen europäischer Kunden in asiatischen Onlineshops ab 2021. Ab dem 1. Januar 2021 entfällt europaweit der bisherige Zollfreibetrag von 22 Euro (Paketda berichtete).

Basierend auf einer Umfrage teilt die IPC mit, dass im Jahr 2019 rund 39% aller internationalen Onlinebestellungen in China getätigt wurden. Die größten China-Marktplätze sind Amazon, Alibaba, AliExpress, eBay und Wish mit zusammengenommen 70% Marktanteil.

In der Umfrage wurden alle Verbraucher, die schon mal in China bestellt haben, zu ihrem zukünftigen Einkaufsverhalten befragt. Ergebnis: 36% wollen ab 2021 gar nicht mehr in China einkaufen, 41% wollen etwas weniger bestellen und 13% wollen ihr Kaufverhalten nicht ändern. - Ob das tatsächlich so passiert, bleibt abzuwarten.

Quelle: www.ipc.be



Bessere internationale Sendungsverfolgung ab 2021

Die EU fordert ab 2021 für Warensendungen aus Drittländern elektronische Zoll- und Sendungsdaten. Die Daten sollen den Behörden die Berechnung von Einfuhrabgaben erleichtern. Außerdem sollen potenziell gefährliche Waren im Voraus erkannt und genauer kontrolliert werden. Zolldaten werden im sogenannten ITMATT-Datenformat übermittelt. Wie detailliert die Datensätze sein müssen, hängt vom Warenwert ab. Je teurer, desto mehr digitale Daten muss der Absender übermitteln.

Zusätzlich zu den Zolldaten müssen elektronische Sendungsdaten übermittelt werden. Das ist prinzipiell nicht neu, aber bislang tauschen die Postgesellschaften internationale Sendungsdaten nur lückenhaft untereinander aus. Das ändert sich ab dem 15.03.2021, weil dann einige Datensätze verpflichtend vorgeschrieben sind (vgl. PDF unter posteurop.org).

Verpflichtend werden Statusmeldungen aus dem Internationalen Postzentrum des Absenderlandes und des Empfängerlandes. Allerdings nur für Luftfracht. Für auf dem See- oder Landweg transportierte Postsendungen gelten die Vorschriften ab 2024. Ausgenommen sind außerdem Dokumentensendungen.

Quelle: www.communication-logistics.com | www.bmf.gv.at



Europäische Postgesellschaften skeptisch bezüglich Öffnung des Weltpostvereins

Im Oktober 2019 zeigte sich der Chef des Weltpostvereins offen dafür, privaten Logistikunternehmen Zugang zum Weltpostverein zu gewähren (Paketda berichtete). Zu diesem Thema fand vor wenigen Tagen eine Veranstaltung beim Weltpostverein in der Schweiz statt. Die Mitglieds-Postgesellschaften tauschten dort ihre Standpunkte aus.

Kritische Anmerkungen kamen von PostEurop. In dem Verband sind 52 Postgesellschaften aus Europa und angrenzenden Ländern organisiert.

In einem Statement von PostEurop (hier als PDF) heißt es, dass der Weltpostverein eine zwischenstaatliche Organisation bleiben soll. Andere Akteure, also private Logistikunternehmen, hätten schon heute viele Möglichkeiten zur Beteiligung im Weltpostverein, z.B. als Beobachter oder Teilnehmer in Gremien.

Sollte sich der Weltpostverein weiter öffnen, sollen private Logistiker die von staatlichen Postgesellschaften aufgebaute Infrastruktur honorieren. Außerdem soll das Prinzip der Gegenseitigkeit bestehen bleiben.

Mit diesen Forderungen soll Rosinenpicken verhindert werden. PostEurop will nicht, dass private Post- und Paketdienste ihre unwirtschaftlichen Sendungen (z.B. in entlegene Regionen) bei den staatlichen Postgesellschaften abladen. Ähnliches wird zurzeit Amazon vorgeworfen: kleine Sendungen werden mit Amazon Logistics zugestellt, wohingegen schwere Pakete und Sendungen in ländlichen Regionen von Amazon an andere Logistiker übergeben werden.

Quelle: news.upu.int | www.posteurop.org


Veröffentlicht am


✉ Verpassen Sie nichts mit dem Paketda-Newsletter: Kostenlos abonnieren per E-Mail oder bei Telegram



Mehr Paketdienst-News