Hermes-Paketshop muss sonntags schließen / DHL-Paketzentrum steht leer / Neuigkeiten zum Chinaporto

Dieser Hermes-Paketshop darf sonntags keine Pakete annehmen

Hermes-Paketshop darf sonntags keine Pakete annehmen

Paketda-Leser Adnan war überrascht, als er am gestrigen Sonntag einen geschlossenen Hermes-Paketshop an einer Tankstelle in Wiesbaden bemerkte. Ein Aushang (Foto oben) wies Kunden darauf hin, dass es der Tankstelle "auf Grund behördlicher Vorgaben" derzeit untersagt sei, an Sonn- und Feiertagen Pakete von Hermes anzunehmen oder herauszugeben.

Im Paketshopfinder von Hermes ist die Tankstelle (Schönbergstr. 44, Wiesbaden) noch mit durchgehenden Öffnungszeiten von Montag bis Sonntag vermerkt. Das Verbot, an Sonntagen Pakete zu bearbeiten, wurde möglicherweise kurzfristig angeordnet.

Das Ladenöffnungsgesetz von Hessen erlaubt Tankstellen die Sonntagsöffnung nur "für die Abgabe von Betriebsstoffen, Ersatzteilen für die Erhaltung oder Wiederherstellung der Fahrbereitschaft von Kraftfahrzeugen sowie für die Abgabe von Reisebedarf" (Quelle: soziales.hessen.de). In anderen Bundesländern ist die Rechtslage vergleichbar. Aber nicht überall wird die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben so streng überwacht wie in Wiesbaden bzw. Hessen.



DHL Österreich: Nagelneues Paketzentrum steht leer

Als DHL Paket Austria 2019 den Geschäftsbetrieb in Österreich einstellte, übernahm die Österreichische Post die "Mitarbeiter und einen Großteil der betroffenen Logistik-Standorte" von DHL (Paketda berichtete).

Zum Übernahmedeal gehörte nicht das DHL-Paketzentrum in Hagenbrunn, nördlich von Wien. Die Österreichische Post betreibt nämlich schon ein eigenes Logistikzentrum in Hagenbrunn.

Der Bau des DHL-Paketzentrums wurde begonnen, bevor sich DHL Paket Austria für den Rückzug aus Österreich entschied. Folge: Das Paketzentrum wurde im Sommer 2019 fertiggestellt, ging aber nie in Betrieb. Laut oevz.com wurde die Immobilie "mit modernster Rampen- und Tortechnologie ... von mehreren Maklern am Markt angeboten" - offenbar erfolglos.

Das Portal www.noen.at berichtet aktuell, dass DHL innerhalb des Konzerns einen Nachmieter sucht. Keine einfache Aufgabe, denn DHL Global Forwarding und DHL Freight nutzen das Luftfracht-Drehkreuz am Airport Schwechat (Baujahr 2019). Vielleicht hat ja DHL Express Interesse an dem leerstehenden Paketzentrum.



China Post zahlt 27 Prozent mehr Porto an Deutsche Post

Mehrere Medien berichten über eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion an die Bundesregierung (hier als PDF). Die FDP erkundigte sich nach den Auswirkungen der neuen Vergütungsregeln des Weltpostvereins. Im September 2019 beschlossen die internationalen Postgesellschaften auf Druck der USA, das billige Porto für Entwicklungsländer - insbesondere China - anzuheben (Paketa berichtete).

Laut Bericht der Monopolkommision (Seite 40, hier als PDF) mit Bezug auf das WIK-Institut, betrug die "Kostenunterdeckung für die Zustellung aus dem Ausland stammender Briefsendungen bei der Deutschen Post AG" im Jahr 2016 ca. 122 Millionen Euro und im Jahr 2017 ca. 154 Millionen Euro.

Das Wirtschaftsministerium antwortete der FDP-Fraktion, dass das Porto "für Sendungen mit Wareninhalt aus China nach Deutschland von 2019 auf 2020 [...] um ca. 27 Prozent" steigen dürfte. Im Detail hat der Weltpostverein folgende Erhöhungen beschlossen:

  • Gruppe 1 - Industrieländer: + 5 Prozent
  • Gruppe 2 - Schwellenländer: + 19 Prozent
  • Gruppe 3 - Entwicklungsländer: + 27 Prozent

Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass deutsche Onlineshops von der Portoerhöhung profitieren, weil evtl. weniger Menschen bei Chinashops einkaufen werden. Allerdings ist unklar, ob Chinashops die Portoerhöhung überhaupt an ihre Kunden weitergeben.

Trotz der Portoerhöhung wird die Deutsche Post mit Auslandspost weiterhin Verluste machen ("Kostenunterdeckung"), weil die Zustellung in Deutschland mehr Kosten verursacht, als ausländische Postgesellschaften an Porto bezahlen.


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