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Franzosen machen aus ihrem Zuhause Paketshops

Screenshot der Pickme-Website
Schon mehr als 150.000 Franzosen haben in ihrem Zuhause einen privaten Paketshop eingerichtet und nehmen für Nachbarn Pakete an. 40 Cent Vergütung pro Paket zahlt das Unternehmen Pickme dafür (mypickme.com). Das Startup nahm vor 4 Jahren den Betrieb auf und konnte die Nutzerzahl seitdem beachtlich steigern.

Ein ähnlicher Anbieter in Deutschland ist Dropfriends (dropfriends.com). Allerdings müssen Empfänger bei Dropfriends für jedes Paket 99 Cent bezahlen, was den Service im Vergleich zu Pickme unattraktiver macht. Pickme ist für Empfänger kostenlos, weil die Vergütung von den Paketdiensten bezahlt wird.

Nachteil von Pickme: Der Service funktioniert nur mit den kooperierenden Paketdiensten Colissimo, DHL, GLS und Geodis. Außerdem muss im Onlineshop ein Paketshop-Finder integriert sein, damit der Empfänger den gewünschten Pickme-Nachbarn als Lieferadresse auswählen kann.

Screenshot des GLS-Paketshopfinders





Wie viel Geld können Nachbarn verdienen?

2020 warb Pickme mit 1 Euro Verdienst pro Paket, und dass ein monatliches Nebeneinkommen von bis zu 300 Euro möglich sei. Vor wenigen Wochen hat Pickme das Vergütungsmodell jedoch umgestellt und die Grundvergütung stark reduziert.

Früher erhielten Nachbarn für jedes von DHL oder GLS angenommene Paket 1 Euro und für jedes Colissimo-Paket 60 Cent. Nach dem neuen Preismodell wird jede Sendung einheitlich mit 40 Cent vergütet. Zusätzlich gibt es Mengenboni: Ab 10 Paketen pro Monat zahlt Pickme 5 Euro Bonus und ab 25 Paketen weitere 5 Euro.

Außerdem wurde eine Trinkgeld-Funktion eingeführt, so dass Paketempfänger auf Wunsch einen besonders zuverlässigen Pickme-Nachbarn zusätzlich belohnen können.

In Paris können sich Pickme-Nachbarn optional bereit erklären, für 1,25 Euro Pakete direkt nach Hause an den Empfänger zu liefern (sofern der Empfänger dies wünscht und entsprechend dafür bezahlt).

Laut Pickme befinden sich 32% der Nachbarschafts-Paketshops in ländlichen Gegenden und 68% in Städten.



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Lösung gegen vorgetäuschte Zustellversuche

Auch in Frankreich gibt es das Ärgernis nicht klingender Zusteller. Pickme hat für diese Situation eine technische Lösung geschaffen. Erscheint bei einem Paket die Statusmeldung "Kunde nicht angetroffen", muss der Pickme-Nachbar binnen 15 Minuten per Geolokalisierung seinen aktuellen Standort in der App bestätigen. Ist der Nachbar zu Hause (Zusteller hat also nicht geklingelt), erhält er 20 Cent für das verpasste Paket.


Siehe auch: Private Paketshops in den Niederlanden und Belgien





1 Million Euro für französische Nachbarschafts-Paket-App

So berichtete Paketda im Januar 2021

Pakete vom Nachbarn entgegennehmen? Was früher als nette Geste galt, könnte sich bald zu einem bezahlten Service entwickeln.

In letzter Zeit entstehen viele Anbieter, die versuchen, aus nachbarschaftlichen Paketlieferungen ein Geschäftsmodell zu machen. In Deutschland gibt es beispielsweise Paketfuxx von Hermes (Paketda berichtete), außerdem Dropfriends und Pickshare.

Die im Sommer 2020 gestartete französische App mypickme.com soll von Investoren sogar 1 Million Euro erhalten haben, um ein Netzwerk aus Menschen aufzubauen, die als "privater Paketshop" einen Euro pro Paket verdienen wollen. Mypickme wirbt mit bis zu 300 Euro Verdienst pro Monat. Laut usine-digitale.fr hatten sich bis November 2020 ca. 2.500 Franzosen als private Paketannahmestelle registriert.

Vielen Dank an Paketda-Leser Christian für den Hinweis


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