Paketfuxx von Hermes in mehr Städten und mit neuer Vergütung

Paketfuxx-App von Hermes
Im Januar 2020 berichtete Paketda erstmals über den Paketfuxx von Hermes (www.paketfuxx.de). Wer freiwillig Pakete für Nachbarn annehmen möchte, kann sich dort registrieren und erscheint in der Paketfuxx-App als "Nachbarschafts-Paketshop".

Seit dem Projektstart hat Hermes einige Änderungen beim Paketfuxx vorgenommen. Zum Start waren nur Registrierungen in Berlin, Nürnberg, Leipzig und Dresden möglich. Inzwischen sind weitere Großstädte hinzugekommen, nämlich Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Nürnberg, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bremen, Hamburg und Hannover.

Außerdem wurde das Vergütungsmodell geändert. Ursprünglich bekamen Nachbarn 30 Cent je angenommenem Paket. Die neue Paketfuxx-Währung sind Bonuspunkte.

Für jedes Paket, das bei einem Paketfuxx abgegeben wird, gewährt Hermes 1 Bonuspunkt. Ab 50 gesammelten Punkten ist eine Einlösung für Nachbarschaftsprojekte möglich. Mehrere Paketfüxxe können ihre Punkte zusammenlegen, um ein großes Projekt zu unterstützen. Die Förderung wird nämlich erst ausgezahlt, wenn mindestens 500 Punkte erreicht sind. Rechnet man die 500 Punkte mit den früheren 30 Cent pro Paket um, entspricht das 150 Euro. Dafür könnte man z.B. Ausrüstung für eine örtliche Sportmannschaft kaufen oder vielleicht Farbe, um Geräte auf einem Spielplatz zu streichen.

Positiv ist, dass Hermes weiterhin Pakete der Konkurrenz vergütet. Kunden können sich also auch mit DHL, DPD & Co. Pakete an eine Paketfuxx-Adresse liefern lassen und dort abholen. Der Paketfuxx-Inhaber erhält für solche Pakete ebenfalls Bonuspunkte. In den FAQ weist Hermes lediglich darauf hin, dass keine Pakete vergütet werden, die der Paketfuxx für sich selber bestellt.

In den Handscannern von Hermes-Zustellern erscheinen Paketfuxx-Adressen wie Paketshops. Das bedeutet: Klingelt ein Hermes-Zusteller zwecks Paketzustellung vergeblich in der Nachbarschaft, kann er das Paket anschließend beim Paketfuxx abgeben. Wenn das jeden Tag 2 oder 3 Pakete sind, hat man innerhalb eines Monats die 50 Bonuspunkte erreicht.

Als Paketfuxx sollten sich nur Menschen registrieren, die tagsüber zu Hause sind. Weil wie gesagt Pakete mit allen möglichen Paketdiensten geliefert werden können, klingeln die Zusteller zu unterschiedlichen Zeiten. Ist ein Paketfuxx mal nicht zu Hause und bekommt eine Benachrichtigungskarte, muss er die Sendung(en) bei einem klassischen Paketshop abholen.


So berichtete Paketda im Januar 2020

Hermes hat in Berlin, Nürnberg, Leipzig und Dresden das Projekt Paketfuxx gestartet. Privatleute erhalten 30 Cent für jedes Paket, das sie für Nachbarn annehmen. Es funktioniert sogar mit Paketen von DHL, DPD & Co.

Wer einen privaten Paketfuxx-Paketshop einrichten möchte, registriert sich zuerst mit persönlichen Daten und Personalausweis in der Paketfuxx-App. Anschließend erscheint der Standort in der Paketshop-Suche.

Standorte von Paketfuxx-Paketshops
Andere Kunden können in Paketfuxx-Shops vorfrankierte Hermes-Retouren abgeben, und sie können Sendungen abholen, die Hermes aufgrund von Abwesenheit nicht zustellen konnte. Die Lagerfrist beträgt 10 Tage. Laut FAQ kann man als Shopbetreiber mit 1 bis 10 Paketen pro Tag rechnen. Hermes-Zusteller werden aktiv über neu eröffnete Paketfuxx-Shops informiert, damit sie dort Pakete abgeben.

Hermes vergütet sogar Sendungen, die von anderen Paketdiensten (DHL, DPD, etc.) an einen Paketfuxx geliefert werden. Entscheidet sich ein Kunde beispielsweise für die Direktlieferung eines Amazon-Pakets an einen Paketfuxx, wird der Name des Shopbetreibers per "c/o" in der Adresszusatzzeile vermerkt. In der ersten Adresszeile steht wie gewohnt der Name des Originalbestellers.

Nimmt ein Paketfuxx eine neue Sendung an, muss per App die Sendung fotografiert werden und der Barcode eingescannt werden. Bei Retouren muss der Paketfuxx außerdem den Quittungsbeleg fotografieren, nachdem er das Paket an einen Hermes-Fahrer weitergegeben hat.

Insgesamt erscheint das Paketfuxx-Konzept durchdacht. Mittels Sendungsfotos und Barcode-Scannung werden die Übergabepunkte zwischen allen Beteiligten gut dokumentiert. Dass Hermes mit dem Service noch nicht deutschlandweit startet, ist zwar schade, aber häufig steckt der Teufel ja im Detail. Was passiert beispielsweise, wenn ein Paketfuxx ein beschädigtes Paket annimmt? Wer haftet, wenn ein Paketfuxx eine Sendung an eine unberechtigte Person herausgibt? Und wie viele Menschen sind wirklich bereit, ihren Tagesablauf für ein paar Cent pro Paket durch klingelnde Kunden und Zusteller unterbrechen zu lassen?

In Berlin, Nürnberg, Leipzig und Dresden gibt es in einigen Stadtteilen richtig viele Paketfuxx-Standorte (z.B. Allersberger Straße, 90461 Nürnberg). Teilweise ist die Paketfuxx-Dichte höher als die Anzahl klassischer Hermes-Paketshops. Allerdings gibt es auch Stadtteile, in denen überhaupt kein Paketfuxx-Shop angesiedelt ist.

Wettbewerber DPD hatte im Mai 2019 angekündigt, dass deren Paketshop-App prinzipiell auch geeignet sei, in Privathaushalten Paketshops einzurichten (Paketda berichtete). Seitdem ist von dieser Idee aber nichts mehr zu hören gewesen. Weitere Anbieter mit ähnlichem Konzept sind Paketdealer.de (soll Mitte 2020 starten) und Dropfriends.com. Dropfriends startete im März 2020; Paketda erklärt hier das Konzept.

Screenshot von Dropfriends.com:
Screenshot von Dropfriends.com


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