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Gestohlene Pakete: Wie Paketdienste Diebe überführen

Paketdienste nutzen Fangpakete, GPS-Tracker, Handscanner-Daten und Videoüberwachung, um interne Paketdiebstähle aufzudecken. Hier lesen Sie über echte Praxisfälle aus Köln, Bückeburg, Greven und Luxemburg.



Peilsender in Fangpaketen

Ein Fall vom März 2026 aus Bückeburg zeigt, dass Paketdienste präparierte Sendungen mit GPS-Tracker einsetzen, um interne Diebstähle aufzudecken. Laut Schaumburger Zeitung verurteilte das Amtsgericht Bückeburg einen 29-jährigen ehemaligen Postboten zu einer Geldstrafe von 1.050 Euro bzw. 70 Tagessätzen.

Der Zusteller soll zwischen Dezember 2024 und Februar 2025 insgesamt 24 Briefe und Paketsendungen nicht zugestellt haben. Drei Pakete soll er in der Hoffnung behalten haben, darin Mobiltelefone oder hochwertige Elektrogeräte zu finden. Eines dieser Pakete war jedoch präpariert und enthielt einen GPS-Tracker. Dadurch wurde der Postbote überführt; anschließend kam es zu einer Hausdurchsuchung.

Das Gericht verurteilte den Mann wegen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses, Diebstahls und Unterschlagung. Weil die Pakete sichergestellt werden konnten, entstand laut Verteidigung kein wirtschaftlicher Schaden. Seinen Arbeitsplatz bei der Deutschen Post verlor der Zusteller trotzdem.

Bereits früher wurden Peilsender zur Aufklärung von Paketdiebstählen eingesetzt. Die Westfälischen Nachrichten (WN) berichteten 2016 von einem ehemaligen DHL-Mitarbeiter, der im Paketzentrum Greven von 2012 bis 2013 regelmäßig Pakete geklaut hat.

Interessant ist, mit welchen Mitteln DHL versuchte, dem diebischen Arbeitnehmer auf die Schliche zu kommen. Zunächst wurden die Verlustmeldungen ausgewertet. Ein interner Ermittler sagte laut WN-Bericht, dass die Verluste immer dann zurückgingen, wenn der Täter keinen Dienst hatte. Daraufhin wurden im Paketzentrum Greven spezielle Pakete mit eingebautem Peilsender eingeschleust, um sie bei Diebstahl orten zu können. Das brachte jedoch keinen Erfolg. Schließlich installierte DHL eine Videoüberwachung. Der LKW-Fahrer wurde überführt, als er ein Paket öffnete und es mitgehen ließ.



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Praxisfall: DHL überführt Paketdiebe in Köln

Der Express berichtete 2018 über einen Fall im Paketzentrum Köln-Eifeltor. Dort wurden mehrere wertvolle Pakete aufgerissen und Inhalte gestohlen. Ein 60-jähriger Paketzusteller musste sich deshalb vor dem Kölner Amtsgericht verantworten.

Überführt wurde der Zusteller mit einem präparierten Paket, einer sogenannten Fangsendung. Die DHL-Sicherheitsabteilung hatte das Paket so aussehen lassen, als stamme es von einem Schmuckhändler. Als der Zusteller das Paket öffnete, wurde er überführt. DHL hatte die Fangsendung durchgehend überwacht.

Ebenfalls vor dem Kölner Amtsgericht ging es 2018 um zwei ehemalige DHL-Paketboten, die sich teure Smartphones an Fake-Lieferadressen in ihrem Zustellbezirk schicken ließen. Laut Express wussten die beiden, dass ihre DHL-Handscanner mit GPS-Ortung ausgestattet sind. Deshalb fuhren sie mit den Smartphone-Paketen zu den Fake-Adressen, scannten die Sendungen dort als zugestellt und unterschrieben selbst im Empfängerfeld.

Trotzdem kam die Polizei den Betrügern auf die Schliche. Vermutlich fielen die vielen Handy-Diebstähle im stets gleichen Zustellbezirk auf. Das Urteil gegen die beiden Paketboten lautete auf 11 Monate Haft auf Bewährung wegen Betrugs und Urkundenfälschung.


Fangbriefe bei der Deutschen Post

In einem Artikel des Tagesspiegels (nicht mehr online) war zu lesen, dass bei verlorenen Briefsendungen von der Deutschen Post ebenfalls Fangsendungen zur Täterermittlung eingesetzt werden.

Fangbriefe erwecken den äußeren Anschein, als enthielten sie wertvolle Waren, wie z.B. Gutscheine oder Bargeld. Auch eine Aufschrift wie "Für das Geburtstagskind" kann potenzielle Diebe anlocken.

Öffnet der Dieb einen Fangbrief, verströmt eine chemische Sicherheitsfarbe, die sich von Kleidung und Händen tagelang nicht abwaschen lässt. Dieses Verfahren wird auch bei Banküberfällen eingesetzt, indem mit Farbe präparierte Geldbündel in den Händen der Räuber explodieren.

Auf diese Weise werden in Berlin jährlich bis 10 Zusteller enttarnt und fristlos gekündigt, sagte ein Post-Sprecher gegenüber dem Tagesspiegel. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass Briefe nicht nur von Mitarbeitern gestohlen werden sondern z.B. auch durch Briefkasten-Aufbrüche oder durch Fahrzeugklau abhanden kommen.


Videoüberwachung gegen Posträuber

Um die Recherche nach verlorenen Paketen zu beschleunigen und um potenzielle Diebe abzuschrecken, nutzen alle Paketdienste Videoüberwachungsanlagen in ihren Sortierzentren.

Die Transportbänder innerhalb der Paketzentren werden fortlaufend gefilmt, während gleichzeitig die Strichcodes der Pakete eingelesen werden. Durch die Verknüpfung der Paketnummer mit Zeit und Ort der Scanstelle lässt sich im Bedarfsfall das Videobild eines vermissten Pakets digital abrufen.

Diese Videoüberwachung gibt es hauptsächlich in überregionalen Paketzentren. In kleineren, regionalen Zustellbasen oder Zustellstützpunkten gibt es nach Paketda-Informationen weniger Videoüberwachung.

Beispiel: Software zur Videoüberwachung in Paketzentren, Quelle: www.ametras.com

Software zur Videoüberwachung



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Trotz Videoüberwachung: Profidiebe beklauten DPD in Luxemburg

Im Jahr 2019 wurde ein riesiger Diebstahl bei DPD in Luxemburg aufgedeckt. Pakete im Wert zwischen 650.000 und 1 Million Euro sollen dort abhanden gekommen sein. Die luxemburgische Zeitung L'essentiel berichtete, dass Anfang Oktober 2019 fünf Lagerarbeiter und ein Fahrer des DPD-Depots 0539 in Bettemburg (Google Streetview) verhaftet wurden.

Die Bande ging offenbar sehr professionell vor, so dass "über Monate hinweg" niemandem die verlorenen Pakete auffielen. Im DPD-Depot fanden die Diebstähle gezielt im toten Winkel von Überwachungskameras statt. Eine andere Masche war laut L'essentiel, dass die Postleitzahlen wertvoller Pakete so verändert wurden, dass sie der Ausliefertour des angeklagten Fahrers zugeordnet wurden.

Quelle: www.lessentiel.lu


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