Zusteller überwältigt Paketräuber / PostNL: Viele Retouren wegen Adressfehlern / DHL bearbeitet Päckchen S in Briefzentren

Wiesbaden: Zusteller überwältigt Paketräuber im Laderaum

In Wiesbaden handelte ein Paketzusteller ausgesprochen mutig, als er einen Räuber im Laderaum seines Lieferwagens bemerkte. Laut örtlicher Polizei ließ der Zusteller den Laderaum unverschlossen, während er in der Nähe des Wiesbadener Hauptbahnhofs Pakete zustellte. Der Räuber schlich in den Laderaum und suchte dort vermutlich nach wertvollen Sendungen.

Als der Zusteller zum Lieferwagen zurückkehrte, befand sich der Paketräuber noch im Laderaum und startete einen Angriff auf den Zusteller. Der 20-jährige Dieb hatte sich sogar extra ein Poloshirt mit der Aufschrift des Paketdienstes drucken lassen, um bei der offenbar akribisch geplanten Tat nicht aufzufallen.

Doch er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Der Paketzusteller in Originalkleidung nahm den Paketräuber in gefälschter Kleidung in den Schwitzkasten. Anschließend verfrachtete er den Übeltäter in den Fahrerraum des Lieferwagens und bewachte ihn dort bis zum Eintreffen der Polizei. Die Polizei teilte mit, den 20-jährigen erwarte "eine Anzeige wegen versuchtem Diebstahl und Körperverletzung".

Quelle: Polizei Westhessen bei Facebook



PostNL-Manager: Viele Retouren wegen Adressproblemen in Deutschland

Im "Postal Hub Podcast" ist ein Interview des Branchenexperten Ian Kerr mit einem Manager von PostNL zu hören. Tiemen van Bruggen ist Transformation Director bei PostNL und tätigt im Podcast bei Minute 8:50 eine interessante Aussage über den deutschen Markt.

Seinen Worten zufolge gibt es in Deutschland überdurchschnittlich viele Rücksendungen aufgrund von Problemen mit der Lieferanschrift. Die Regeln seien hierzulande außerordentlich streng: Der Empfängername am Briefkasten muss exakt mit dem Namen auf der Postsendung übereinstimmen, ansonsten erfolgt keine Zustellung.

Verglichen mit anderen Ländern sei die Situation in Deutschland sehr besonders. Weil durch fehlerhafte Empfängernamen bzw. unzureichend beschriftete Briefkästen viele Rücksendungen verursacht werden, entstehen bei PostNL hohe Kosten.

Quelle: www.thepostalhub.com



Neues DHL-Päckchen S wird in Briefzentren bearbeitet

Am 01.07.2018 hat DHL das Porto für die billigste Päckchenklasse S auf 3,79 Euro gesenkt (Paketda berichtete). Merkwürdigerweise berichteten keine Zeitungen darüber. Stattdessen war am 1. Juli die Preiserhöhung bei Bücher- und Warensendungen das beherrschende Thema in den Medien.

Deutsche Post DHL veröffentlichte auch keine Pressemeldung zum neuen, preiswerten Päckchen S. Vielleicht will DHL das Image als Tiefpreisanbieter lieber vermeiden. Paketchef Jürgen Gerdes wurde schließlich gefeuert, weil seine Sparte zu wenig Gewinn erwirtschaftete.

Unterdessen hat der Postexperte und Journalist Jürgen Olschimke (www.jolschimke.de) Unterlagen der Deutschen Post veröffentlicht. Daraus geht die interne Handhabung der Päckchenklassen S und M hervor.

Die kleinformatigen Päckchen S werden in Briefzentren der Deutschen Post bearbeitet, und die etwas größeren Päckchen M werden in DHL-Paketzentren bearbeitet. Daraus folgt, dass Päckchen S keinen Strichcode-Aufkleber mit Leitcodierung bekommen. Dieser ist zur automatischen Sortierung in Paketzentren notwendig.



Wirrwarr bei Belgischer Post wegen Samstagsarbeit

Die Belgische Post (bpost) kündigte Anfang der Woche an, in Zukunft an Samstagen keine Pakete mehr zu bearbeiten. Die Sendungen sollten bis Montag liegen bleiben. Damit sollte die Rentabilität des Unternehmens verbessert werden und bpost wollte Personalkosten einsparen. Bpost führte als Argument an, dass Firmenkunden hauptsächlich von Montag bis Freitag Pakete verschicken und die Versandmengen samstags gering seien.

Die Gewerkschaft CSC und der Verband selbstständiger Unternehmer NSZ kritisierten die Pläne von bpost scharf. Daraufhin folgte tatsächlich eine Rolle rückwärts. Ein Pressesprecher von bpost sagte, man habe nochmal alles gut durchdacht und werde weiterhin an Samstagen Pakete bearbeiten. Über die genauen Gründe für das Hin und Her gab es keine Auskunft. "Verschiedene Elemente spielten eine Rolle", so der Pressesprecher zur belgischen Zeitung Het Nieuwsblad.

Weitere Quellen: www.lalibre.be, www.nsz.be, www.demorgen.be


Mitarbeit: Adnan C.


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