Preiswerter Paketkasten für Mehrfamilienhäuser / Rentnerin bekommt Schadenersatz von DHL / Paket-Odyssee zwischen Regensburg und Aschheim

Snaplocker-Paketkasten von Cleveron

Preiswerter Mehrfächer-Paketkasten für Mehrfamilienhäuser

Ein Unternehmen aus Estland hat eine Paketkasten-Anlage für Mehrfamilienhäuser auf den Markt gebracht, die vergleichsweise preiswerte 1.980 Euro kostet (ohne Umsatzsteuer). Der Eigentümer erhält dafür einen Paketkasten-Tower mit 7 Fächern unterschiedlicher Größe. Die Anlage hat kein Bedienterminal sondern wird ausschließlich per Smartphone-App oder Weboberfläche gesteuert. Deshalb ist eine mobile Datenverbindung am Aufstellort erforderlich.

Großer Nachteil: Paketzusteller brauchen ebenfalls eine spezielle App, um die Fächer zu öffnen. Als Empfänger muss man also zuerst die Boten aller Paketdienste dazu bringen, sich die App auf ihrem privaten Smartphone zu installieren (sofern sie überhaupt ein Smartphone haben). Der Mechanismus ist mit dem deutschen Anbieter PAKETIN vergleichbar.

Hersteller des sog. SnapLocker ist das estnische Unternehmen Cleveron (Produktwebsite). Cleveron erlangte in Deutschland etwas Bekanntheit, als es Dezember 2016 eine riesige Paket-Abholstation für ein Modellprojekt in Nagold aufbaute (Paketda berichtete). Das Projekt ist nach nur 5 Monaten wegen mangelnder Finanzierung und Akzeptanz gescheitert, wie der Schwarzwälder Bote berichtete. Der Paketautomat steht aber weiterhin in Nagold und soll auch funktionieren (vgl. https://de.smartmile.rocks)

DHL-Kundin: "Alles ersetzt bekommen, aber nicht unsere Nerven"

Von einem erfolgreich ausgegangenen Fall einer Schadenersatzforderung gegen DHL berichtete kürzlich az-online.de. Eine Rentnerin aus dem Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) schickte ein Paket zu ihrer Tochter nach Bayern. Darin befanden sich laut Zeitungsbericht "ein goldenes Schmuckstück für die Enkelin, eine Karte für den Enkel mit Bargeld und ein Gutschein für den Schwiegersohn". Außerdem ein Strampler und Söckchen. Dreimal darf der geneigte Leser raten, welche drei Dinge aus dem Paket entwendet wurden, und welche nicht.

Immerhin: DHL erkannte einen "Teilverlust" des Paketinhalts an und ersetzte die abhanden gekommenen Dinge. Für das goldene Schmuckstück konnte die Absenderin einen Kaufbeleg vorweisen, so dass keine Schätzung mit womöglich hohem Zeitwert erforderlich war (Paketda berichtete über einen solchen Fall).

Das teilberaubte Paket wurde übrigens am 19. Juni 2017 abgeschickt. DHL leistete am 17. August Schadenersatz. Diese 2-Monats-Spanne kann anderen Kunden somit als Orientierungswert für eine Schadenregulierung durch DHL dienen.

Gegenüber az-online.de sagte die Rentnerin, sie habe den Eindruck, DHL wollte sie "müde machen". Letztendlich habe sie zwar alles ersetzt bekommen, aber nicht ihre Nerven.

Tipp für Betroffene: Lesen Sie unseren Paketda-Ratgeber zum Durchsetzen von Forderungen gegenüber Paketdiensten.

Negativ-Rekord: Paket pendelt 5 Wochen zwischen Regensburg und Aschheim

Bedarf es noch eines Beweises, dass bei DHL die Roboter das Sagen haben? Bitteschön: CG010303893DE

Dieses Paket aus den USA mit Zielland Österreich pendelte vom 18.08. bis 25.09.2017 zwischen den Paketzentren Aschheim und Regensburg hin und her. Also 5 Wochen lang. Und keinem menschlichen DHL-Mitarbeiter war es möglich, in die automatische Sortierung einzugreifen, um die Irrfahrt zu stoppen.

Regensburg ist eigentlich das Export-Paketzentrum für Pakete nach Österreich. Doch immer wieder kommt es vor, dass Pakete aus Deutschland den Sprung über die Grenze nach Österreich nicht schaffen. Solche Pakete drehen dann entweder Schleifen in Regensburg oder werden in die Ursprungsregion zurückgeschickt. Und von dort wieder nach Regensburg.

Beim Paket CG010303893DE endet die Sache vielleicht doch noch gut: Heute am 26.09. erscheint im Tracking endlich die Export-Abfertigung in Regensburg. Fraglich ist nur, in welchem Zustand das Paket beim Empfänger eintreffen wird ...


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