Pilotversuch: Hermes stellt Paketzusteller direkt an

Vor einem Monat berichtete Paketda über die Direktanstellung von Paketzustellern bei einer DPD-eigenen Leiharbeitsfirma. Aufgrund des Personalmangels bei Paketzustellern geht Hermes nun einen ähnlichen Weg.

In einer Pressemitteilung zu einem WDR-Bericht schreibt Hermes, dass "Testläufe mit eigenen Zustellern in den Regionen Köln und Kassel" beabsichtigt sind. Aktuell seien bereits 500 Paketzusteller direkt bei Hermes angestellt und nicht wie üblich bei Subunternehmern. Dabei handelt es sich wohl überwiegend um Servicefahrer, die Paketshop-Touren fahren. Entsprechende Stellenanzeigen für Servicetourfahrer gibt es seit längerer Zeit im Hermes-Jobportal.

Hermes schreibt weiter, dass die Anzahl der direkt angestellten Zusteller in den kommenden Wochen und Monaten weiter ansteigen werde. Der Pilotversuch wird also über die 500 Zusteller hinaus ausgeweitet. Laut Wirtschaftswoche.de kann sich Hermes-Chef Olaf Schabirosky vorstellen, mittelfristig 1.000 von insgesamt 10.000 Paketzustellern direkt beim Konzern anzustellen. Der Pilotversuch laufe mit 30 Zustellern in Köln und 50 Zustellern in Kassel.

Eine Begründung für die neue Strategie liefert Hermes nicht. Wahrscheinlich erhofft sich Hermes, mit seiner international bekannten Marke als Arbeitgeber leichter Personal zu rekrutieren als ein unbekannter Subunternehmer mit unsicherer Existenzgrundlage.

Hermes teilte nicht mit, ob die Direktanstellung von Zustellern vorzugsweise in solchen Regionen stattfindet, in denen Subunternehmer unter Personalmangel leiden. Bei DPD ist das nämlich der Fall.

Quelle: PDF bei newsroom.hermesworld.com

Nachtrag vom 02.02.2019: In einem von Hermes veröffentlichten Interview sagte Hermes-Germany-CEO Olaf Schabirosky, dass die Direktanstellung von Zustellern dazu diene, Mengenschwankungen und kurzfristige Engpässe bei Subunternehmern abzufedern. Hermes könne direkt angestellte Zusteller besser steuern und selber entscheiden, auf welchen Touren sie eingesetzt werden.

Olaf Schabirosky wörtlich: "Wir müssen es als unsere Aufgabe begreifen, wirklich auch Zusteller zu rekrutieren. Da haben wir uns in der Vergangenheit vielleicht auch zu sehr auf die Partner verlassen und das im Prinzip unseren Partnern überlassen, diese Ressourcen rechtzeitig bereitzustellen. Und das wird allein nicht mehr funktionieren. [...] Wir müssen ein eigenes Zusteller-Recruiting aufbauen."


Veröffentlicht am



  Ich will nichts verpassen und den Paketda-Newsletter erhalten
Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse gem. Datenschutzerklärung von Paketda.de genutzt wird.

Mehr Paketdienst-News