WDR berichtet erneut über Paketdienste. Hermes mit Vorab-Stellungnahme



Ende November 2017 berichtete der WDR in der Reihe "Könnes kämpft" über Missstände bei Hermes. Die Recherchen des TV-Teams führten damals zu einer Razzia bei einem Hermes-Subunternehmer. Paketda berichtete.

Nun hat sich Reporter Dieter Könnes wieder der Paketdienst-Branche gewidmet. Sein Beitrag erscheint am Mittwoch, 7. November 2018 um 21 Uhr im WDR. In der Ankündigung bei wdr.de heißt es: "Wurden die katastrophalen Arbeits- und Unterbringungsbedingungen vor Ort abgestellt? Wie steht es um die angekündigten Kontrollen? Und in wie weit ist Hermes als Konzern vertraut mit den Verhältnissen der Depotbetreiber und Sub-Unternehmer, die in ihrem Namen arbeiten?"

Das TV-Team hat Hermes die Möglichkeit gegeben, auf neu aufgedeckte Mängel zu reagieren, und es fand ein Gespräch mit Vertretern von Hermes statt. Die Stellungnahme hat Hermes unter newsroom.hermesworld.com veröffentlicht. Oder hier direkt als PDF.

Der WDR bzw. die beauftragte Produktionsgesellschaft hat eine Hermes-Zustellbasis in Schmallenberg (Nordrhein-Westfalen) unter die Lupe genommen. Dem Fragenkatalog der Reporter zufolge geht es um die Themen Mindestlohn, Bezahlung pro Paket statt nach Arbeitsstunden, unbezahlte Ladezeiten und allgemein schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Hermes-Depotbetreiber.

Hermes teilt mit, dass der Paketdienst eine "Zero-Tolerance-Strategie" verfolge und es nicht hinnehme, "wenn Servicepartner gesetzliche Regelungen unterlaufen." Hermes habe sich deshalb im letzten Jahr von 12 Servicepartnern getrennt.

In dem WDR-Bericht geht es auch um lange Bearbeitungszeiten von Reklamationen oder dass Hermes-Kunden gar keine Rückmeldung auf Schaden- und Verlustmeldungen erhalten. Die Hermes-Pressestelle bedauert diese Fälle und teilt mit, dass sie es begrüße, "wenn verärgerte Kunden uns direkt adressieren", und dass man sich "gerne um die direkte Vermittlung an den Kundenservice" kümmere. Die Kontaktdaten der Hermes-Pressestelle finden betroffene Kunden unter newsroom.hermesworld.com/kontakt/.

Hermes gewährt Einblicke in die Bezahlung von Subunternehmern. Deren Vergütung besteht aus einer monatlichen Abwicklungspauschale plus einem Entgelt für jedes Paket. Im Bereich der Zusteller (die bei den Subunternehmern angestellt sind), verbietet Hermes eine Entlohnung je Paket (sog. Stücklohn). Zitat aus der Hermes-Stellungnahme: "Die Bezahlung erfolgt nach vollständig geleisteter Arbeitszeit, die selbstverständlich auch das Be- und Entladen von Fahrzeugen umfassen muss."

Bezugnehmend auf die WDR-Recherchen von 2017 fragte das TV-Team bei Hermes nach, warum der "zum Zeitpunkt der Razzia verantwortliche Depotbetreiber noch bis Ende Januar im Dienst" geblieben ist. Hermes teilt dazu mit, dass im Rahmen eines Sonderaudits Unregelmäßigkeiten bei dem Servicepartner festgestellt wurden und ihm fristgerecht zum 31. Januar 2018 gekündigt wurde. Hermes weist außerdem auf einen "Ressourcenengpass" bei Paketzustellern hin. "Im Interesse der qualitativ hochwertigen Aufrechterhaltung der operativen Prozesse ist es folglich nicht ohne weiteres möglich, einen Vertragspartner abzuschalten oder zu ersetzen."


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