Dropfriends zahlt Nachbarn 50 Cent bis 1 Euro fürs Annehmen von Paketen

Mitte März startete der neue Service Dropfriends (www.dropfriends.com). Ähnlich wie beim Hermes-Paketfuxx können Nachbarn etwas Geld hinzuverdienen, indem sie Pakete für andere Leute annehmen.

Der Hermes-Paketfuxx ist für Empfänger kostenlos; Hermes bezahlt die Vergütung also komplett aus eigener Tasche. Dropfriends setzt auf ein anderes Modell und bittet Paketempfänger zur Kasse. In der Dropfriends-App sieht man zurzeit einen Preis von 0,99 Euro pro Sendung.

Nachbarn, die Pakete annehmen, werden als Droppoint bezeichnet. Sie erhalten eine Mindestvergütung von 50 Cent, die auf maximal 1 Euro steigen kann (vgl. Dropfriends-FAQ). Je mehr Pakete man annimmt und je mehr Abholer eine positive Bewertung hinterlassen, desto höher die Vergütung. Außerdem verspricht Dropfriends einen Bonus, sofern ein Paket länger als 24 Stunden beim Nachbarn lagert.

Die Identifizierung von Paketabholern erfolgt anhand eines Codes in der Lieferanschrift sowie einem Foto des Abholers, das in der Dropfriends-App erscheint. Auf Wunsch können Droppoints auch den Personalausweis des Abholers prüfen.

Außerdem können Zeitfenster festgelegt werden, in denen Nachbarn ihre Pakete abholen dürfen. Für die Anlieferung von Paketen ist das naturgemäß nicht möglich. Als Droppoint sollte man tagsüber zu Hause sein, um Pakete anzunehmen. Anderenfalls muss man sie vom Paketshop abholen.

Vorteil: Die Dropfriends-App meldet im Voraus, wenn ein Droppoint von einem Kunden gebucht wurde. Die Anzahl ankommender Pakete ist also planbar und kann bei Bedarf auch beschränkt werden.

Ein Knackpunkt sind beschädigte Sendungen. Jedes angelieferte Paket wird zwar mit einem oder mehreren Fotos in der Dropfriends-App dokumentiert, trotzdem kann eine nachträgliche Reklamation für Kunden schwierig werden.

Screenshot der Dropfriends-App
Bei Bestellungen in Onlineshops gilt üblicherweise Verbraucherschutz, so dass der Verkäufer für Transportschäden haftet. Aber bei Paketen von Privat an Privat sind Paketempfänger auf sich allein gestellt. Paketdienste verlangen, dass äußerlich beschädigte Pakete sofort beim Zusteller reklamiert werden. Nimmt ein Droppoint ein beschädigtes Paket an, ohne den Schaden vom Zusteller vermerken zu lassen, könnte der Paketdienst im Nachhinein eine Haftung ablehnen.

Fazit: Dropfriends hat ein innovatives Konzept, das es in dieser Form noch nicht gibt. Deshalb fehlen Erfahrungswerte, ob Kunden überhaupt bereit sind, für die Abholung von Paketen zusätzliches Geld zu bezahlen. Erfolgreich könnte Dropfriends in Regionen und Stadtteilen mit wenigen Paketshops sein.

DHL und Hermes haben die mit Abstand meisten Paketshops in Deutschland und sind für viele Kunden gut erreichbar. DPD, GLS und UPS haben weniger Standorte, so dass Dropfriends für Empfänger solcher Pakete eine komfortable Alternative sein könnte. Kunden müssten nicht mehr 15 Minuten mit dem Bus fahren, um einen Paketshop zu erreichen, sondern könnten Pakete direkt an einen Nachbarn in der Nähe liefern lassen.

Ob es Droppoints in der eigenen Umgebung gibt, sieht man leider nur in der Dropfriends-App und nach der Registrierung.

Droppoints in Deutschland auf Karte


Veröffentlicht am



  Ich will nichts verpassen und den Paketda-Newsletter erhalten
Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse gem. Datenschutzerklärung von Paketda.de genutzt wird.

Mehr Paketdienst-News