DPD: Nette Nachbarn könnten offizielle Paketshops werden

Paketzusteller wissen ganz genau, welche Leute tagsüber zu Hause sind, um für Nachbarn Pakete anzunehmen. Diesen netten Nachbarn will DPD in Zukunft eventuell "besondere Anreize" bieten, um sich als privater Paketshop zu registrieren. Die Paketannahme für Nachbarn wäre dann keine bloße Gefälligkeit mehr sondern bekäme einen offiziellen Anstrich.

Ungefähr so stellt sich DPD den Ablauf vor:

  • Wer regelmäßig für Nachbarn Pakete annehmen möchte, registriert sich bei DPD. Vielleicht erscheint man daraufhin im DPD-Paketshop-Finder.
  • Man benötigt ein Smartphone und muss darauf eine DPD-Paketshop-App installieren.
  • DPD übergibt registrierten Nutzern regelmäßig Pakete für nicht angetroffene Empfänger in der Nachbarschaft.
  • Die Originalempfänger werden von DPD informiert und holen ihre Pakete beim Nachbarn ab. Unterschrieben wird wahrscheinlich per Finger auf dem Smartphone.

DPD sagt, dass die Nachbarschaftszustellung durch die Paketshop-App "verbindlicher gestaltet und stärker an unsere digitalen Plattformen" angebunden wird.

Sowohl für DPD als auch für die Originalempfänger ist vorteilhaft, dass die Paketshop-App genau dokumentiert, bei welcher Person ein Paket liegt. Bislang teilt DPD bei Nachbarschaftszustellung nur den Namen des Nachbarn mit, nicht jedoch dessen Adresse. Außerdem muss der Zusteller den Namen des Nachbarn eintippen, was nicht immer fehlerfrei gelingt.

DPD erläutert nicht, welche Vorteile Nachbarn bekommen, wenn sie sich als "privater Paketshop" bei DPD anmelden. In der Pressemitteilung heißt es nur schwammig: "Mit einer App, die den Nachbar gleichsam zum Paketshop macht, könnten wir neue Anreize setzen."

Der offensichtlichste Anreiz wäre eine finanzielle Vergütung für jedes Paket. Ob DPD das wirklich beabsichtigt, bleibt aber unklar.

Die Idee, Privatleute zu Paketshops zu machen und ihnen einen Nebenverdienst zu ermöglichen, verfolgt auch das Startup Pickshare aus Dortmund.

Das System funktioniert ähnlich wie der Ansatz von DPD: Man installiert eine App, legt einen Verdienst pro Paket fest und Leute aus der Nachbarschaft können sich Pakete an den privaten Shop schicken lassen. Die Zahlungsabwicklung und die Aushändigung des Pakets laufen über die Pickshare-App.


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