DHL Porto zu teuer? Bundesnetzagentur leitet Verfahren ein

Gebäude der Bundesnetzagentur in Bonn
Anfang des Jahres hat DHL das Privatkundenporto nach Einschätzung der Bundesnetzagentur zu stark erhöht. Laut Frankfurter Allgemeine hat die Behörde deshalb ein Verfahren gegen Deutsche Post DHL eingeleitet.

Dem Zeitungsbericht zufolgte warnte die Bundesnetzagentur die Post schon 2019 vor einer zu starken Portoerhöhung für Privatkunden. Offenbar ignorierte der Postkonzern die Bedenken und erhöhte das DHL-Paketporto 2020 um 50 Cent bis 1 Euro. Die Teuerung wird u.a. mit höheren Löhnen, neuen Paketzentren und mehr Packstationen begründet.

Die FAZ zitiert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, mit folgenden Worten: "Die Deutsche Post hat den Nachweis gestiegener Personal- und Transportkosten bisher nicht erbracht."

Im Gegensatz zum Briefporto muss die Bundesnetzagentur das Paketporto nicht im Voraus genehmigen. Aber sie kann es nachträglich beanstanden. Als Begründung schreibt die FAZ unter Berufung auf die Behörde, dass DHL den Markt für Privatkundenpakete "zu mehr als 70 Prozent" beherrscht und die Portoerhöhung nur aufgrund dieser enormen Marktmacht durchsetzen konnte.

Andererseits könnte man argumentieren, dass aufgrund des teuren DHL-Portos mehr Verbraucher das Paketporto vergleichen und dadurch andere Paketdienste vielleicht Marktanteile hinzugewinnen.

Laut Frankfurter Allgemeine sieht die Bundesnetzagentur das Paketporto "einseitig zu Lasten von Privatkunden" überzogen. "Daher prüfen wir diese Preisanpassung nun zügig in einem förmlichen Verfahren", sagte Homann der Zeitung.

Sollte das Verfahren zu Ungunsten von DHL ausgehen, hält es Paketda für unrealistisch, dass Privatkunden zu viel bezahltes Porto zurückfordern können. Denkbar ist eher eine Anordnung der Behörde, dass DHL das Porto in Zukunft in einigen Tarifklassen absenken muss. Die Bundesnetzagentur hat ein besonderes Augenmerk auf handschriftlich adressierte Pakete, die mehr Porto kosten als online gekaufte Paketmarken. "Der Preisunterschied ist nach erster Einschätzung weder begründet noch gerechtfertigt", so Jochen Homann zur FAZ.

Zur BILD-Zeitung sagte ein Pressesprecher von Deutsche Post DHL schmallippig, man nehme die Untersuchung der Bundesnetzagentur zur Kenntnis und stelle die geforderten Unterlagen bereit.

Originalmeldung: Pressemitteilung der Bundesnetzagentur


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