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DHL Paketkasten: Letzter Zustelltag ist der 14. Mai 2025

© DHL Pressefoto
Paketkasten von DHL

DHL schaltet die hauseigenen Paketkästen ab. Ab dem 15. Mai 2025 können Zusteller die elektronisch gesteuerten DHL-Paketkästen nicht mehr öffnen. Das gab der Konzern nun offiziell bekannt. Bereits seit Ende 2018 war das Produkt nicht mehr bestellbar - jetzt folgt das endgültige Aus.

Die seit 2014 verkauften Paketkästen wurden mit einer kontaktlosen Öffnungstechnologie ausgestattet. Zusteller konnten die Kästen anfangs per Chip, später per Handscanner öffnen, um Pakete einzulegen oder zu entnehmen. Doch laut DHL sind inzwischen "essenzielle Ersatzteile nicht mehr verfügbar", was eine qualitätsgerechte Zustellung unmöglich mache.

DHL-Kunden können ihre Paketkästen weiterhin nutzen, wenn sie die Elektronik entfernen. Dafür muss der Kasten so umgebaut werden, dass er sich manuell öffnen lässt, etwa durch das Ersetzen des elektronischen Schlosses durch ein mechanisches Zahlenschloss. Eine Video-Anleitung zur Umrüstung stellt DHL hier bei Youtube bereit.

Wichtig zu wissen: Damit Zusteller den umgerüsteten Kasten als Ablageort nutzen dürfen, muss dieser zusätzlich im DHL-Kundenkonto als Ablageort hinterlegt werden.

DHL übernimmt weder die Kosten für Umbau, Ausbau noch Rückgabe der Paketkästen. Der letzte Zustelltag an elektronisch gesteuerte DHL-Paketkästen ist der 14. Mai 2025.

Hintergrund:
Der DHL-Paketkasten wurde 2013 als Pilotprojekt eingeführt und ab 2014 offiziell verkauft. Die Technik basierte auf RFID-Transpondern und einem elektronischen Schloss, das bei vielen Kunden jedoch wiederholt zu Problemen führte. 2019 beendete DHL den Vertrieb.

Info von DHL an betroffene Kunden


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Endgültiger Verkaufsstopp für DHL Paketkasten

So berichtete Paketda 2019

Der DHL-Paketkasten galt einst als große Innovation für den Paketempfang zu Hause. 2013 erstmals getestet, wurde das Produkt ab 2014 offiziell verkauft. Doch die Idee hielt sich nicht lange. Bereits Ende 2018 stoppte DHL still und leise den Verkauf - zunächst mit dem Hinweis auf technische Weiterentwicklungen. Kunden lasen auf dhl.de den Hinweis: "Eine Bestellung des DHL Paketkastens ist vorübergehend aufgrund von technischen Weiterentwicklungen nicht möglich."

Hinter den Kulissen deutete sich jedoch bereits das Aus an. Im Januar 2019 berichtete der Schwarzwälder Bote über ein Ehepaar, das sich im September 2018 einen DHL-Paketkasten gekauft hatte. Anfangs funktionierte die Technik, doch im November ließ sich der Kasten nicht mehr öffnen. Dringende Geschäftsbriefe lagen darin fest. Erst Mitte Dezember kam ein Techniker, öffnete den Kasten gewaltsam und nahm ihn mit. DHL erstattete immerhin den Kaufpreis.

Kurz darauf bestätigte DHL-CEO Frank Appel in einem Interview mit dem Tagesspiegel, dass der Paketkasten dauerhaft aus dem Sortiment genommen wird: "Jetzt müssen wir uns etwas Neues überlegen." Statt auf private Paketkästen wolle sich DHL künftig auf den Ausbau öffentlicher Packstationen konzentrieren, auch wenn geeignete Standorte schwer zu finden seien.

Der Rückzug betraf auch das Unternehmen Renz, das die "Classic"-Variante des Paketkastens lieferte. Renz hatte dafür Standardkästen mit spezieller RFID-Elektronik ausgestattet, damit DHL-Zusteller sie kontaktlos öffnen konnten. Viele Kunden klagten über technische Probleme, etwa defekte Schlösser oder Kommunikationsfehler mit der App.

Ein oft genannter Kritikpunkt: Der DHL-Paketkasten war ausschließlich für DHL-Zusteller zugänglich. Andere Paketdienste wie Hermes, DPD, GLS oder UPS konnten ihn nicht nutzen. So bemühten sich die Betreiber des konkurrierenden Parcellock-Systems eigenen Angaben zufolge mehrfach um DHL als Kooperationspartner - jedoch ohne Erfolg.



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So funktionierte der DHL-Paketkasten


Der DHL-Paketkasten wurde 2013 erstmals getestet und ab 2014 offiziell verkauft. Es gab zwei Designvarianten: das Modell ?Classic? von Renz sowie das Modell "Modern" mit abgerundeten Ecken, das gemeinsam mit der Polygon GmbH entwickelt wurde.

Der entscheidende Unterschied zu anderen Paketkästen: Der DHL-Paketkasten war ausschließlich für DHL-Zusteller zugänglich und wurde kontaktlos geöffnet.

Anfangs benötigten Zusteller zum Öffnen einen RFID-Chip. Später ließ sich der Kasten auch mit dem Handscanner öffnen. Für Kunden gab es eine begleitende Smartphone-App, mit der sich der Kasten öffnen ließ und der Batteriestand angezeigt wurde.

Warum brachte DHL einen eigenen Paketkasten auf den Markt?

Paketkästen waren bereits vor dem Markteintritt von DHL erhältlich. Doch erst durch das Engagement von DHL wurde das Thema einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In den folgenden Jahren entwickelten viele mittelständische Unternehmen und Start-ups eigene Systeme.

Ein klarer Nachteil des DHL-Paketkastens war die fehlende Kompatibilität mit anderen Paketdiensten wie Hermes, DPD, GLS oder UPS. Ein Vorteil hingegen: Kunden konnten Retouren im Kasten hinterlegen, die der DHL-Zusteller bei der nächsten Zustellung mitnahm.

Der Kasten war auf den Empfang mehrerer Sendungen ausgelegt und in den Größen L und XL erhältlich. Die ungefähren Innenmaße betrugen:

  • L: 55 × 45 × 25 cm
  • XL: 80 × 50 × 40 cm


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