DHL öffnet Bahnhofs-Packstationen für fremde Lieferanten


Nach der gescheiterten Versuchsphase mit anbieteroffenen Paketstationen in Bahnhöfen (Parcellock) wendet sich die Deutsche Bahn jetzt DHL zu. An ungefähr 800 Bahnhöfen sollen deutschlandweit Packstationen installiert werden.

Besonderheit: DHL gestattet lokalen Einzelhändlern und Onlineshops die Mitbenutzung der Packstation. Sie können "unabhängig vom Zustellunternehmen in einen Teil der Packstation einliefern". Bis zu 33% der Packstation-Fächer sind dafür reserviert. (Quelle)

Das gleiche Konzept hatte schon Parcellock versucht. Neben Hermes, GLS und DPD durften auch lokale Händler Waren in Parcellock-Stationen einliefern (kostenpflichtig für Händler). Empfänger mussten bei Parcellock registriert sein, um Sendungen abzuholen.

DHL und Deutsche Bahn versichern, dass sich Kunden zukünftig nicht registrieren müssen, um eine Lieferung eines Drittanbieters aus der Packstation abzuholen. Die Abholung funktioniert ohne DHL-App, sondern vermutlich mit einem Zahlencode zum Eintippen am Packstation-Display.

Der sogenannte "Click & Collect-Service von Smart City | DB" ist ab Ende 2022 verfügbar. Die Installation der ersten Packstationen an Bahnhöfen beginnt ab sofort und soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Infos unter smartcity.db.de/box.

Aufstellorte innerhalb eines Bahnhofsgebäudes können für Zusteller mit langen Laufwegen verbunden sein. Beispiel: Eine neue Packstation im Hauptbahnhof Leipzig befindet sich im Obergeschoss am Zugang zur S-Bahn. DHL-Zusteller/innen müssen in Bahnhofsnähe also einen Parkplatz finden, dann einen Rollcontainer durch den Bahnhof schieben und ihn per Fahrstuhl ins Obergeschoss befördern.

In einer Last-Mile-Studie für die Stadt Hamburg wurde dies als Hemmnis des Parcellock-Projekts eingestuft. In der Studie heißt es auf Seite 24:

"Der Betreiber Parcellock GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen von den drei Paketdiensten DPD, GLS und Hermes. DHL beteiligt sich bisher nicht an der Nutzung, ebenso UPS. Das macht eine 'All-in-one-Lösung' schwierig. Außerdem müssen Logistikanbieter das ParcelLock-System in ihre internen Prozessabläufe integrieren. Durch Platzierung an Bahnsteigen und in UG-Lagen von Bahnhöfen sind die Hamburg Boxen in einigen Fällen nur mit großem zeitlichen Aufwand für Zusteller:innen erreichbar."

In Summe machen sich die Bahnhofs-Packstationen für DHL trotz längerer Wege bezahlt, weil ja Hunderte Einzelfahrten zu den Hausanschriften entfallen.

Packstation am Bahnhof in Leipzig


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