So funktionieren die Prio-Briefe der Deutschen Post

Beschleunigte Briefzustellung mit dem Prio-Brief der Deutschen Post
Mit einer "höheren Zustellwahrscheinlichkeit am nächsten Tag" bewirbt die Deutsche Post den Prio-Brief. Für einen Aufschlag von 1,00 Euro zum normalen Porto können innerdeutsche Postkarten und Briefe mit dem Prio-Service versehen werden. "Prio" bedeutet eine bevorzugte Behandlung der Sendung.


Auf einen Blick: Porto für Prio-Briefe 2019

Der Zusatzservice "Prio"kostet seit der Portoerhöhung zum 1. Juli 2019 1 Euro Aufpreis pro Sendung.

Die folgende Tabelle zeigt das Prio-Porto ab 1.7.2019 in Euro:

Versandart Standardporto Porto inkl. Prio-Zuschlag
Postkarte 0,60 1,60
Brief bis 20g 0,80 1,80
Kompaktbrief bis 50g 0,95 1,95
Großbrief bis 500g 1,55 2,55
Maxibrief bis 1kg 2,70 3,70

Der Prio-Service beinhaltet eine Sendungsverfolgung bis zum Ziel-Briefzentrum, allerdings funktioniert das Tracking nicht immer. Die Sendungsverfolgung ist unter www.deutschepost.de/briefstatus möglich.

Der Empfänger bestätigt den Erhalt von Prio-Briefen nicht per Unterschrift. Das Tracking endet im Zielbriefzentrum. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgt die Zustellung am Tag der Ankunft im Zielbriefzentrum, es gibt jedoch keine Garantie dafür.

Wer einen Zustellnachweis (Empfängerunterschrift) benötigt, wählt lieber ein Einschreiben. Und wer eine garantierte Lieferung am Folgetag benötigt, muss auf das teurere Angebot von DHL Express zurückgreifen.

Prio-Briefe kosten 1 Euro Zusatzporto und erhalten einem speziellen Prio-Aufkleber mit der Kennzeichnung "H". Die Frankierung ist entweder in Postfilialen möglich oder per Internetmarke. Die Briefe können in Postfilialen abgegeben werden oder in Briefkästen eingeworfen werden. Aber nur bei der Abgabe in Postfilialen gibt es einen Einlieferungsbeleg und die bevorzugte Beförderung wird gewährleistet.

Hinweis: Nicht alle Postfilialen nehmen Prio-Briefe an. Welche Filialen in Ihrer Nähe verfügbar sind, können Sie unter www.postfinder.de ermitteln. Wählen Sie dort im Ausklappmenü: "Mit besonderem Service: Annahme Service Prio". Um ganz sicherzugehen, sollten Sie Prio-Briefe bis zum frühen Nachmittag abschicken, so dass ein taggleicher Weitertransport stattfindet.

Prio-Brief und Priority-Aufkleber
Der Prio-Brief der Deutschen Post trägt einen "H"-Aufkleber als Erkennungszeichen. Verwechseln Sie den Prio-Aufkleber nicht mit den blauen Priority-Aufklebern im internationalen Briefverkehr. Wenn Sie einen blauen Priority-Aufkleber auf einen Brief kleben, wird er innerhalb Deutschlands nicht beschleunigt. Der Priority-Aufkleber hat nur in einigen internationalen Ländern Bedeutung, sofern es dort 2 Schnelligkeitsstufen für Briefe gibt.

Bücher- und Warensendungen können mit dem Prio-Zuschlag übrigens nicht beschleunigt werden.


Lohnt sich ein Prio-Brief überhaupt?

95% aller normalen Briefsendungen erreichen laut Deutscher Post unter Berufung auf eine TÜV-Messung am nächsten Tag (Mo.-Sa.) den Empfänger (Quelle). In aller Regel muss ein Brief also nicht zusätzlich beschleunigt werden.

In einigen Regionen Deutschlands beklagen Postkunden jedoch Zustellverzögerungen, z.B. wegen Personalmangel. Für solche Kunden könnte es sich lohnen, die Briefabsender um einen Prio-Versand zu bitten. Möglicherweise verbessert sich dadurch die Zustellqualität.

Die Deutsche Post gibt kein Lieferzeitversprechen für Prio-Briefe, demzufolge kann bei verspäteter Lieferung kein Schadenersatz gefordert werden. Außerdem endet das Tracking im Ziel-Briefzentrum. Tritt auf der weiteren Transportstrecke bis zum Empfänger eine Verzögerung auf, ist diese in der Sendungsverfolgung möglicherweise gar nicht mehr erkennbar.

Insgesamt ist die Einführung des Prio-Briefs positiv zu bewerten. Kunden, denen die Laufzeit eines Standardbriefs zu unsicher ist, aber gleichzeitig ein DHL-Express-Brief zu teuer ist, erhalten mit dem Prio-Brief eine Alternative mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie unterscheiden sich Prio-Brief und Einschreiben?

Prio und Einschreiben sind nicht vergleichbar. Die Versandart Prio hat zwar auch eine Trackingnummer, aber das Tracking funktioniert nicht immer. Außerdem gibt es bei Prio-Briefen keinen Zustellnachweis (Empfängerunterschrift) wie beim Einschreiben und es gibt keine Versicherung im Verlustfall.

Der Prio-Service soll dafür sorgen, dass ein Brief an dem Tag zugestellt wird, an dem er die Zielregion erreicht. Also in der Regel 1 Tag nach dem Abschicken. Die Post sagt, man soll Priobriefe in der Filiale einliefern, man kann sie aber auch in Briefkästen einwerfen. Beim Briefkasten-Einwurf gilt nicht das Versprechen der Zustellung am nächsten Tag.

Einschreiben sind so schnell wie normale Briefe und werden nicht bevorzugt transportiert. Geht ein Einschreiben verloren, kann man eine Nachforschung beauftragen und erhält ggf. Schadenersatz. Der Schadenersatz beträgt bis zu 20 Euro für Einwurf-Einschreiben und 25 Euro für normale Einschreiben. Stand 7/2019.


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