Übersicht: Das gesamte neue Briefporto ab 1.7.2019 / Standardbrief kostet 80 Cent

Aktuell gibt es viele Kundenbeschwerden über ausverkaufte Ergänzungsmarken in Postfilialen. Laut merkur.de war die Vorlaufzeit für die Briefmarken-Druckerei zu kurz.

Falls Sie einen Briefmarken-Automaten in der Nähe haben, können Sie dort Briefmarken mit beliebigen Werten kaufen. Standortsuche für Briefmarkenautomaten hier.

Versandart Porto 2018 Ab 1.7.2019
Postkarte 0,45 Euro 0,60 Euro
Standardbrief bis 20g 0,70 Euro 0,80 Euro
Kompaktbrief bis 50g 0,85 Euro 0,95 Euro
Großbrief bis 500g 1,45 Euro 1,55 Euro
Maxibrief bis 1000g 2,60 Euro 2,70 Euro
Maxibrief Plus bis 2000g 4,80 Euro 4,90 Euro

Weitere Portoänderungen

Die Zusatzleistung Prio-Brief verteuert sich von 0,90 Euro auf 1 Euro pro Sendung.

Bei Einschreiben und Auslandsbriefen gibt es folgende Änderungen:

Versandart Porto 2018 ab 1.7.2019
Einwurf-Einschreiben national 2,15 Euro 2,20 Euro
Übergabe-Einschreiben national 2,50 Euro 2,50 Euro (unverändert)
Übergabe-Einschreiben international 2,50 Euro 3,50 Euro
Eigenhändig national + international 2,15 Euro 2,20 Euro
Rückschein national + international 2,15 Euro 2,20 Euro
Standardbrief International 0,90 Euro 1,10 Euro
Postkarte International 0,90 Euro 0,95 Euro
Kompaktbrief International 1,50 Euro 1,70 Euro
Großbrief International 3,70 Euro 3,70 Euro (unverändert)

Wichtig zu wissen: Internetmarken dürfen nicht mit normalen Briefmarken gemischt werden. Um alte Internetmarken aufzubrauchen, nutzen Sie bitte spezielle Internet-Ergänzungsmarken auf deutschepost.de.

Das neue Porto gilt bis 31.12.2021. Beachten Sie zusätzlich die Änderungen beim Porto für Bücher- und Warensendungen.

Infografik mit dem neuen Porto 1.7.2019
(Grafik alleinstehend öffnen)


Welches Porto für welches Briefformat?

Das Format A5 ist ein halbes A4-Blatt. Das Format A6 entsteht, wenn man ein A5-Blatt mittig faltet. Das Format DIN Lang entsteht, wenn man von einem Hochkant-A4-Blatt das obere Drittel und das untere Drittel wegknickt.

  • Ein Standardbrief darf die Formate A6 oder DIN Lang haben, bis 20g wiegen und 5mm dick sein. Das sind maximal 3 Blatt Papier.
  • Ein Kompaktbrief hat das Format eines Standardbriefs, darf bis 50g wiegen und 1cm dick sein. Das sind etwa 8 Blatt Papier. So viel bekommt man in den Umschlag kaum hinein.
  • Ab dem Format DIN A5 gilt immer das Großbrief-Porto. Maximale Dicke sind 2cm.
  • Das Maxibrief-Porto gilt ebenfalls ab Format A5 und erlaubt eine maximale Dicke von 5cm.
  • Beim Maxibrief Plus wird die maximale Dicke von 5cm aufgehoben. Stattdessen gilt, dass Länge + Breite + Höhe in Summe nicht mehr als 90 cm ergeben dürfen.

Neues Briefporto 2019


Ergänzungsmarken

Im Onlineshop der Deutschen Post sind Ergänzungsmarken bereits erhältlich: 5 Cent Marken | 10 Cent Marken | 15 Cent Marken | Mischbogen 5, 10 und 20 Cent .

Können alte Internetmarken aufgebraucht werden?
Dazu schreibt die Deutsche Post auf ihrer Website: "Ja, bereits gekaufte Internetmarken und Labelblöcke können aufgebraucht werden, müssen nur um die jeweilige Ergänzungsmarke auf den neuen Gesamtwert erweitert werden."

Internetmarken dürfen nicht mit normalen Briefmarken gemischt werden. Um alte Internetmarken aufzubrauchen, kaufen Sie bitte spezielle Internet-Ergänzungsmarken auf deutschepost.de.


Rückblick: Langes Hin und Her ums neue Briefporto

Am 19. Juni wurde das von der Deutschen Post beantragte Porto von der Bundesnetzagentur genehmigt. Interessant: Es handelt sich um eine Einstweilige Anordnung, die vorläufig gilt. Dass die Aufsichtsbehörde die Genehmigung zur Portoerhöhung im Nachhinein widerrufen wird, hält die Paketda-Redaktion jedoch für unwahrscheinlich. Detailinfos unter bundesnetzagentur.de. Grund für die Vorläufigkeit der Entscheidung ist, dass ein Interessenverband der Paketdienste eine Anhörung bei der Bundesnetzagentur beantragt hat, um Gegenargumente zur Portoerhöhung vorzubringen.

Im Interview mit welt.de kommentiert Prof. Dr. Justus Haucap (Universität Düsseldorf) den Ablauf der Portoerhöhung wie folgt:

Was da abläuft, ist schon eine Frechheit. Zunächst errechnet und genehmigt die Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde eine Erhöhung von rund fünf Prozent für die gesamten Gebühren im Briefversand. Die Post ist damit nicht zufrieden, der Bundeswirtschaftsminister schaltet sich ein und lässt die Netzagentur neu rechnen. Daraufhin gesteht die Netzagentur dem Monopolisten das Doppelte, nämlich zehn Prozent, als Erhöhungsspielraum zu. Mich erinnert die Aktion des Bundeswirtschaftsministers an die Bürgermeisterwahlen in Istanbul. Wenn mir ein Ergebnis nicht gefällt, lasse ich neu wählen. Natürlich ist die Wahl in der Türkei wesentlich bedeutsamer als dieses Vorgehen hier, und der Bundeswirtschaftsminister hat rein rechtlich betrachtet auch nichts falsch gemacht. Aber dennoch finde ich das Verfahren ziemlich bemerkenswert.

Die Bundesnetzagentur teilte im April mit, die Deutsche Post müsse die Erlöse aus der Portoerhöhung auch zur Verbesserung der Zustellqualität verwenden. Dafür will die Deutsche Post ca. 5000 neue Zusteller einstellen. "Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen." Quelle: bundesnetzagentur.de

08.04.2019 - Post-Finanzchefin Melanie Kreis sagte zur Süddeutschen Zeitung, dass sie im Laufe des 2. Quartals 2019 eine Genehmigung der Bundesnetzagentur für die Portoerhöhung erwartet. Außerdem kommentierte Kreis den für 2020 geplanten Betriebsgewinn der Deutschen Post wie folgt: "Ich verstehe, dass die fünf Milliarden Euro sportlich aussehen, und sie werden auch immer noch kritisch hinterfragt. Aber wir im Vorstand stehen absolut hinter diesen Zielen." Quelle: www.boerse.de

13.03.2019 - Die politischen Bemühungen von Post-Chef Frank Appel waren erfolgreich. Er forderte vom Bundeswirtschaftsministerium eine Änderung der Porto-Verordnung, damit ab Sommer 2019 ein höheres Briefporto gelten kann. Das Bundeskabinett hat die neue Verordnung am Mittwoch, 13.03.2019 genehmigt (Quelle: tagesschau.de). Die Portoerhöhung kann kommen!

Zum Hintergrund: Die Post-Entgeltregulierungsverordnung enthält Vorschriften, wie das Briefporto in Deutschland zu berechnen ist. Nach den alten Regeln hätte die Deutsche Post das Porto um 4,8 Prozent erhöhen dürfen. Das entspräche einer Verteuerung von 70 auf 73 Cent für einen Standardbrief. Für die Deutsche Post nicht genug. Sie möchte das Porto stärker erhöhen, weil die Menge verschickter Briefe sinkt und die Löhne der Zusteller steigen. Infolgedessen seien die Briefzentren und Postboten schlechter ausgelastet und die Stückkosten pro Brief steigen.

Frech: Geschäftskunden der Post sollen hohe Rabatte erhalten, so dass sie die Portoerhöhung kaum trifft. Die FAZ kommentiert: "Angeblich braucht die Post jeden Cent, damit sie Briefe auch in Zukunft noch von der Hallig bis zur Alm pünktlich und zuverlässig zustellen kann. Aber dort, wo am meisten zu holen wäre, bei den vielen Milliarden Geschäftsbriefen, soll die Preiserhöhung vorläufig ausfallen."

Am 11.02.2019 meldete die FAZ (Bezahl-Artikel) unter Berufung auf Dokumente aus dem Wirtschaftsministerium, dass besagte Post-Entgeltregulierungsverordnung so angepasst werden soll, dass das Porto für einen Standardbrief auf 85 bis 90 Cent steigen darf! Das wären umgerechnet 21 bis 29 Prozent Preisaufschlag.

Der Deutschen Post ist es nach Änderung der Porto-Verordnung erlaubt, das Briefporto basierend auf den Renditen vergleichbarer europäischer Postgesellschaften festzulegen. Sprich: Wenn ausländische Postgesellschaften gut verdienen, soll es die Deutsche Post auch dürfen.

Der Verband DVPT e.V. beurteilte die neue Porto-Verordnung in einer Presseerklärung wie folgt: "Dies ist in Zeiten der Marktwirtschaft ein völlig veraltetes und für die Verbraucher und Postnutzer benachteiligendes Verfahren. [...] Die von der Deutschen Post AG genannten Rückgänge bei den Briefmengen können die Preiserhöhung nicht rechtfertigen. Jährlich nehmen diese nämlich nur 1 bis 2% ab und das Briefgeschäft ist nach wie vor hoch profitabel."

Der Bundesverband Briefdienste sagte bereits im Mai 2018 zu welt.de, dass die Portoerhöhung vor allem Privatkunden treffe, die aber nur 10 Prozent des Briefaufkommens ausmachten. Firmenkunden würden von der Deutschen Post hohe Mengenrabatte erhalten. "Da kann das Briefporto auch bei drei Euro liegen, wenn über 90 Prozent des Versandvolumens davon gar nicht betroffen sind.", sagte Verbandsgeschäftsführer Rico Nelte-Freudenberger zu welt.de.

Vor einigen Jahren gab es bereits Überlegungen, das deutsche Briefporto stärker am internationalen Preisniveau auszurichten. In 2013 lehnte die Bundesnetzagentur das ab, weil sich auf vielen ausländischen Briefmärkten noch kein funktionsfähiger Wettbewerb herausgebildet habe. Deshalb biete sich "eine internationale Vergleichsmarktbetrachtung unter Einbeziehung von Postverwaltungen in europäischen und außereuropäischen Ländern weiterhin nicht an. Demzufolge können auch keine im Wettbewerb entwickelten Preise als Referenz herangezogen werden."

02.02.2019 - Die Deutsche Post gibt sich mit dem behördlich angebotenen Spielraum von 4,8% für die nächste Portoerhöhung nicht zufrieden. Zum Focus-Magazin sagte Postchef Frank Appel, dass sein Konzern einen Brief an die Bundesnetzagentur geschrieben habe, um "unsere Sicht der Dinge nochmal schriftlich darzulegen". Die Post will eine Erhöhung des Briefportos um 10 Prozent.

Die Deutsche Post kalkulierte ursprünglich mit einer Portoerhöhung für einen Standardbrief von 70 Cent auf 80 Cent (14%). Die Bundesnetzagentur wollte hingegen nur eine Teuerung um 4,8% genehmigen. Das Porto für einen Standardbrief hätte in diesem Fall bloß auf 73 Cent steigen dürfen - und nicht auf 80 Cent.

Im Rahmen der sogenannten Price-Cap-Regulierung fasst die Bundesnetzagentur verschiedene Versandarten bis 1000 Gramm zusammen. Für Postkarte, Standardbrief, Kompaktbrief, etc. wird ein Spielraum für Preiserhöhungen festgelegt. Dieser Spielraum soll im Durchschnitt 4,8 Prozent betragen.


Am 31. Oktober 2018 untersagte die Bundesnetzagentur eine ursprünglich geplante Erhöhung des Briefportos zum 1. Januar 2019. Deshalb gilt bis 30.06.2019 vorerst das alte Briefporto aus 2018 weiter. Das neue Porto 2019 gilt ab 1. Juli.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, kommentierte den Portostopp im Oktober wie folgt: "Wir müssen diesen Schritt gehen, weil die Deutsche Post AG den Nachweis ihrer veränderten Kosten und Einsparungen in Folge der Umbruchsituation nicht hinreichend erbracht hat."

Die Deutsche Post AG wurde damals aufgefordert "weitere Erläuterungen zu ihrer aktuellen Kostensituation" vorzulegen. Diese Unterlagen musste die Post bis zum 30. November 2018 einreichen.

Die ursprünglich vorgelegten Kostendaten und Prognosen der Deutschen Post waren nach Ansicht der Bundesnetzagentur unzureichend. Sie berücksichtigten "nicht ausreichend präzise und nachvollziehbar die im Juni angekündigten Umstrukturierungen, technischen Innovationen und Personalmaßnahmen" bei der Deutschen Post AG.

"Die bisherigen Erkenntnisse der Kammer (...) lassen erkennen, dass Entgeltabsenkungen eher unwahrscheinlich sind.", heißt es auf Seite 8 der Einstweiligen Anordnung der Bundesnetzagentur (Quelle: bundesnetzagentur.de):
Porto 2019 darf vorerst nicht erhöht werden

Warum wird das Briefporto erhöht?

Bereits am 2. Oktober 2017 kündigte Postchef Frank Appel an, dass sein Unternehmen eine Portoänderung für 2019 beantragen wird. Er ließ offen, ob es eine Anpassung nach oben oder unten geben wird. Quelle: dpa / finanzen.net

Die Portoerhöhung ist nach Angaben der Post notwendig, weil immer weniger Briefe verschickt werden. Der Rückgang von 2010 auf 2017 betrug 14 Prozent (Quelle). Aufgrund dessen sind z.B. die Sortieranlagen weniger ausgelastet. Die Post experimentierte in der Vergangenheit bereits damit, Briefe nicht mehr an jedem Wochentag zuzustellen (Paketda berichtete). Das ist ein Indiz dafür, dass die Post ihre Briefträger nicht mehr voll auslasten kann, oder dass die Briefträger pro Tag weniger Briefe als früher zustellen. Weniger Briefe pro Briefträger bedeuten einen höheren Personalkostenanteil pro Brief. Und damit lässt sich bei der Bundesnetzagentur eine Portoerhöhung untermauern.

Die Deutsche Post untersucht regelmäßig, wie das hiesige Briefporto im Vergleich zu anderen EU-Ländern abschneidet (PDF mit Ergebnissen hier). Die aktuellste Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Deutschlands Briefporto "deutlich unter dem Durchschnitt" rangiert. Deshalb plädiert die Deutsche Post seit längerem dafür, für die Genehmigung des Briefportos nicht bloß die Kosten der Briefbeförderung zu berücksichtigen sondern auch die Gewinnmargen anderer europäischer Postgesellschaften (vgl. handelsblatt.com).

Merkwürdig: Bei dem Versuch der EU, das grenzüberschreitende Paketporto zu regulieren, argumentieren die Paketdienste genau andersherum (Paketda berichtete). Nämlich, dass jedes Land seine Eigenheiten habe (z.B. Bevölkerungsdichte, Verkehrswegenetz, geografisches Terrain, Dieselpreise) und deshalb nicht mit anderen Ländern verglichen werden könne (vgl. deliver4europe.eu/faqs/). Also widersprechen sich die Lobbyisten der Deutschen Post selbst.


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