Die letzten noch funktionierenden Briefmarkenautomaten der Deutschen Post sind endgültig ausgefallen. Damit endet ein Kapitel der deutschen Postgeschichte. Automatenmarken werden in Kürze nicht mehr erhältlich sein.
Bereits zum 1. Januar 2025 hatte die Deutsche Post alle Briefmarkenautomaten in Deutschland außer Betrieb genommen. Grund waren fehlende Ersatzteile und Software-Updates, die laut Post nicht mehr auf die Geräte übertragen werden konnten.
Trotz der offiziellen Stilllegung existierten noch zwei öffentlich zugängliche Automaten. Und zwar im Reichstagsgebäude in Berlin und im Hauptsitz (dem Post Tower) der Deutschen Post in Bonn.
Diese Geräte waren mutmaßlich aus repräsentativen Gründen noch in Betrieb geblieben. Laut einer Mitteilung aus der philatelistischen Fachabteilung der Deutschen Post sind nun auch diese beiden Automaten unwiederbringlich defekt. Damit gibt es in Deutschland keine funktionierenden Briefmarkenautomaten mehr.
Restposten der Automatenmarken nur noch begrenzte Zeit erhältlich
Ganz verschwunden sind Automatenmarken allerdings noch nicht. Bestimmte Varianten können weiterhin über den Onlineshop der Deutschen Post bestellt werden: shop.deutschepost.de. Es handelt sich um die letzten Briefmarken der Deutschen Post, die noch ohne Matrixcode verkauft werden. Alle anderen Briefmarken ohne Matrixcode wurden vor einigen Jahren aus dem Sortiment genommen.
Doch auch dieses Angebot hat ein absehbares Ende. Nach Angaben der Deutschen Post werden die Briefmarkenautomaten im Versandcenter Weiden, mit denen die Bestellungen aus dem Onlineshop produziert werden, Mitte 2026 entfernt. Philatelisten können vorhandene Restbestände noch eine Zeit lang erwerben. Die Deutsche Post plant, verbliebene Tastensätze und Ergänzungswerte noch bis Ende 2026 zu verkaufen. Danach verschwinden Automatenmarken endgültig aus dem Sortiment.
Vom Massenprodukt zum Sammlerstück
Wie die Rheinische Post berichtet, gab es in den 80er Jahren ca. 30.000 Briefmarkenautomaten in Deutschland. In 2019 schrumpfte die Zahl auf nur noch 1.200. Bereits damals gab es offensichtliche Probleme mit Software-Updates. Paketda fielen 2024 mehrere Automaten auf, an denen es noch Briefmarken mit 3 bis 5 Jahre alten Portowerten zu kaufen gab.
Mit dem Rückgang des Briefvolumens und digitalen Frankiermöglichkeiten verloren die Automaten zunehmend an Bedeutung. Angesichts von Internetmarke und mobiler Briefmarke sind Briefmarkenautomaten heutzutage verzichtbar. Aber sie waren eine gute Möglichkeit, um Kleingeld im Portemonnaie loszuwerden.
Immerhin: Die neuen Poststationen (aufgerüstete Packstationen) bieten ebenfalls eine Kauf- und Druckfunktion für Briefmarken.