So funktionieren unverpackte Amazon-Retouren bei DHL

Seit dem 10. Oktober 2022 können Amazon-Kunden Rücksendungen unverpackt bei DHL abgeben. Ein zusätzlicher Versandkarton ist nicht notwendig; die normale Produktverpackung genügt. Außerdem müssen Kunden keinen Paketschein ausdrucken.

In der DHL-Filiale bekommen Kunden eine Papiertüte ausgehändigt und müssen darin selbst die Ware verpacken. Außerdem zeigt der Kunde einen von Amazon erstellten QR-Code vor. Der Shopmitarbeiter druckt ein Label und klebt es auf die Versandtüte.

Die Tüten mit den Retouren werden max. 7 Kalendertage in den Filialen gesammelt und dann in einem großen Karton ans Amazon-Retourencenter geschickt.

Der QR-Code für unverpackte Retouren funktioniert nicht an DHL-Packstationen. Die Einlieferung ist nur in ausgewählten Postfilialen möglich.

Nutzen Sie www.postfinder.de oder die Standortsuche in der DHL-App. Klicken Sie auf die Detailansicht einer Filiale, dann auf "Leistungen & Service". Unverpackte Retouren nimmt die Filiale an, sofern folgende Meldung erscheint: "Retoure teilnehmender Händler unverpackt abgeben".


Ein Inhaber eines DHL-Shops schrieb an Paketda, dass er von DHL gekündigt wurde, weil er keine unverpackten Retouren anbieten will:

"Wir führen seit über 20 Jahren einen Postpoint. (...) Amazon und die Deutsche Post zwangen mich, den Service unverpackt anzubieten, obwohl wir das schon aus Platz- und Personalgründen nicht machen können. Deshalb wurden wir aufgefordert, zu kündigen, was dann auch zum 31.03.23 eintritt. Der nächste Laden ist ca 1,5 km entfernt. Eigentlich schade, aber Amazon bestimmt hier die Regeln."

Zwei andere Filialbetreiber, die sich bei Paketda meldeten, beurteilen unverpackte Retouren negativ, weil der Karton, in dem die Retouren für Amazon gesammelt werden, zu viel Platz beansprucht.

Mit dieser Grafik informiert DHL die Paketshopinhaber über den Ablauf.
Unverpackte Retouren sind bei Amazon nichts komplett Neues. Schon seit 2019 oder 2020 bietet Amazon den Service zusammen mit UPS an (Paketda berichtete).

DHL nimmt einen hohen Aufwand in Kauf, um den neuen Retourenservice für Amazon zu ermöglichen. Alle Filialen / Paketshops müssen mit Versandtaschen ausgestattet werden und mit großen Kartons, worin die Taschen gesammelt werden. Auch in der Vergangenheit hat DHL schon einige Sonderwünsche für Amazon erfüllt, z.B. Abendzustellung, Same-Day-Lieferung, Lebensmittel-Lieferungen und das berühmte DHL-Prio-Paket.

Filialbetreiber erhalten für die Annahme unverpackter Retouren eine zusätzliche Vergütung. Es bleibt abzuwarten, ob damit der Mehraufwand angemessen abgegolten wird, denn Kunden mit unverpackter Ware verursachen eine längere Bedienungszeit.

Update vom 08.09.2022: In einem TV-Beitrag bei Sat.1 sagte eine Filialmitarbeiterin, dass es ihre Aufgabe sei, die Waren in der Amazon-Rücksendetüte zu verpacken. Die Mitarbeiterin beurteilte es kritisch, dass sie somit auch für das Risiko einer mangelhaften Verpackung verantwortlich sei.

Unverpackte Retouren werden nicht für alle Amazon-Produkte angeboten. Ist eine Ware zu groß oder zu schwer für die Versandtasche bzw. stoßempfindlich oder zerbrechlich, wird Amazon eine klassische Rücksendung mit zusätzlicher Umverpackung verlangen.

Information an DHL-Filialbetreiber:


Bei unverpackten Retouren mit UPS weist Amazon bereits darauf hin, dass die Sendungen gebündelt werden und man dadurch einen "Beitrag zu weniger Verkehr" leistet:


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