Zusteller klingelt nicht: ZDF überführt DHL mittels GPS

Vorgetäuschte Zustellversuche ließen sich bislang kaum beweisen. Wenn Kunden einen solchen Verdacht äußerten, argumentierten Paketdienste oft damit, der Kunde habe die Klingel nicht gehört, sei vielleicht gerade im WC gewesen oder habe den lauten Staubsauger in Betrieb gehabt

Jetzt hat das ZDF-Magazin "Wiso" 10 Testpakete bei DHL aufgegeben, die jeweils mit einem GPS-Tracker ausgestattet waren. Vorgetäuschte Zustellversuche konnten laut Wiso in 3 von 10 Fällen nachgewiesen werden. Das GPS-Signal zeigte demnach an, dass der Zusteller die Anschrift des Kunden überhaupt nicht angefahren hat. Oder dass der Paketbote zwar in der Nähe war, aber an der Lieferanschrift einfach vorbeigefahren ist.

Im DHL-Tracking erscheint in solchen Fällen häufig die Meldung "Die Sendung konnte heute nicht zugestellt werden". Als das ZDF im Oktober bereits über ähnliche Missstände bei DHL berichtete, behauptete der Konzern, ihm seien keine "Tricksereien" in der Paketzustellung bekannt.

Als das ZDF nun DHL mit den neuesten GPS-Beweisdaten konfrontierte, konnte sich der Paketdienst nicht mehr herausreden. In einer Stellungnahme teilte DHL mit, dass ein Zustellversuch an der Hausanschrift verpflichtend sei und die Zusteller auf ihr "Versäumnis" hingewiesen wurden. Den TV-Beitrag gibt es hier unter www.zdf.de zum Ansehen.


Wie schwierig es ist, von einem Paketdienst bei Fake-Zustellversuchen Schadenersatz zu erhalten, erläutert Rechtsanwalt Christian Solmecke im nachfolgenden Video:


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