Am UPS-Standort am Flughafen Köln/Bonn bereitet die Gewerkschaft Verdi mögliche Arbeitskampfmaßnahmen vor. In einem Aufruf an die Beschäftigten kündigt die Gewerkschaft an, das Unternehmen zu Tarifverhandlungen auffordern zu wollen.
Ziel der Initiative ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen rund um die täglichen Sicherheitskontrollen am Eingang des Betriebsgeländes. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen insbesondere lange Wartezeiten an den Kontrollschleusen begrenzt werden.
Konkret möchte Verdi erreichen, dass die Wartezeit bei der Personenkontrolle künftig maximal 10 Minuten beträgt. Zudem fordert die Gewerkschaft eine ausreichende Zahl an Pendelbussen zwischen den Kontrollstellen und dem eigentlichen Betriebsgelände.
Als Alternative schlägt Verdi vor, die sogenannte Schleusen- und Wegezeit pauschal zu vergüten. Hintergrund ist, dass Beschäftigte durch Sicherheitskontrollen und Wege auf dem weitläufigen Gelände teilweise zusätzliche Zeit aufwenden müssen, die mutmaßlich nicht immer als Arbeitszeit gewertet wird.
Derzeit sammelt die Gewerkschaft Unterschriften unter den Beschäftigten am Standort. Wenn sich genügend Mitarbeiter beteiligen, will Verdi das Unternehmen offiziell zu Tarifverhandlungen auffordern. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, dass Tarifverhandlungen grundsätzlich auch die Möglichkeit von Arbeitskampfmaßnahmen einschließen. Streiks sind im deutschen Arbeitskampfrecht zulässig, wenn sie auf den Abschluss oder die Änderung eines Tarifvertrags abzielen.
Arbeitskonflikte am Standort bereits früher Thema
Der UPS-Standort am Flughafen Köln/Bonn war in den vergangenen Jahren wiederholt Schauplatz arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen. Unter anderem hatte es bereits Warnstreiks sowie Streit um die Betriebsratswahl gegeben. Das Arbeitsgericht Köln erklärte die Betriebsratswahl vom Oktober 2024 im Mai 2025 wegen eines formalen Fehlers für ungültig (Paketda berichtete).
Ob und wann es tatsächlich zu Streikmaßnahmen kommt, hängt nun davon ab, wie viele Beschäftigte die Initiative unterstützen. Eigenen Angaben zufolge hat Verdi das Ziel, von mindestens der Hälfte der Belegschaft Unterschriften zu bekommen. Wird dieses Ziel nicht erreicht, wird UPS nicht zu Tarifverhandlungen aufgefordert und es würden auch keine Streiks drohen.