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Kostenfalle: UPS plötzlich streng bei Akkus und Batterien


In den letzten Tagen berichteten zwei Paketda-Nutzer unabhängig voneinander, dass UPS die Gefahrgut-Vorschriften unerwartet strenger auslegt. Aufgrund der unklaren Situation raten wir aktuell davon ab, Batterien und Akkus mit UPS zu versenden. Weder national noch international.

Bislang war es möglich, in der UPS-Onlinefrankierung die Option "Lithiumbatterien enthalten" auszuwählen. Hierfür wurde kein Aufpreis berechnet, sofern die Batterien Bestandteil eines Geräts sind und bestimmte Leistungsstufen nicht überschreiten. Gestern erlebte Paketda-Nutzer Ron D. (Name geändert) jedoch einen bösen Schreck: UPS berechnete ihm 70,75 Euro Gefahrgutzuschlag ("DGoods Ground Lithium") für ein inländisches Paket, weil er in der Onlinefrankierung die Lithiumbatterie-Option gewählt hat.

Während des Buchungsprozesses wurde der Zuschlag nicht angezeigt, sondern er befand sich erst nachträglich auf der UPS-Rechnung.


Anderer Fall: Paketda-Nutzer T. S. schickte mit UPS eine Drohne nach Italien. Er bekam anschließend eine Rechnung über 111 Euro, obwohl im Buchungsprozess nur 31,80 Euro Porto angezeigt wurden.

Nach einigem Hin und Her erklärte UPS dem Kunden, dass zurzeit eine Systemumstellung stattfinde und es künftig nicht mehr möglich sein werde, "mit ungeprüfter Kundennummer" Geräte mit Batterien bzw. Akkus ins Ausland zu versenden. Was genau es mit der geprüften Kundennummer auf sich hat, ist unklar, aber vermutlich bekommen nur UPS-Vertragskunden (Vielversender / Firmenkunden) die Möglichkeit, Batterien zu versenden. Der Kunde erfuhr auch, dass UPS alle Rechnungen, die sich auf internationale Sendungen mit Akkus beziehen, als Sammelreklamation bearbeitet. Offenbar haben mehrere Kunden eine teure Nachberechnung erhalten.

In der aktuellen UPS-Preisliste (Ausschnitt siehe unten) ist der Gefahrgutzuschlag in Höhe von mindestens 70,75 Euro pro Sendung ausgewiesen. Die Kosten fehlen jedoch in der UPS-Onlinefrankierung. Ein klares Indiz dafür, dass UPS die Berechnung erst kürzlich aktiviert hat.

Privatkunden dürften gute Chancen haben, den UPS-Gefahrgutzuschlag nicht bezahlen zu müssen, weil versteckte Kosten bei Onlinekäufen verboten sind. Vor dem Paketscheinkauf müssen Kunden den Gesamtpreis inklusive aller Zusatzkosten erkennen können. Es handelt sich um einen Fehler von UPS, wenn trotz aktivierter Option "Lithiumbatterien enthalten" die entsprechenden Zusatzkosten nicht in der Onlinefrankierung angezeigt werden.


Nachtrag: Bei theguardian.com wird über einen ähnlichen Fall berichtet. Ein Kunde aus England wollte mit UPS einen Beamer an einen Händler retournieren, dies verweigerte UPS jedoch aufgrund von Gefahrgut-Bestimmungen. Das Paket wurde in einem UPS-Depot gestoppt, und der Kunde musste es von dort persönlich zurückholen.


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