Die im April 2022 gestartete Hilfsaktion von DHL für kostenlose Hilfspakete in die Ukraine wurde zum 26. April 2025 eingestellt. Über drei Jahre lang konnten Privatpersonen in Deutschland Pakete mit Hilfsgütern kostenlos an die ukrainische Post Ukrposhta senden. Insgesamt wurden mehrere zehntausend Hilfspakete verschickt und in besonders betroffenen Regionen verteilt.
DHL teilte mit, dass die Menge der Hilfspakete zuletzt deutlich zurückgegangen ist. Parallel haben professionelle Hilfsorganisationen die Versorgung stärker übernommen, wodurch Sachspenden eine geringere Rolle spielen. Zitat von der Website:
"Nun hat uns der von der Ukrainischen Post beauftragte Betreiber des Lagerhauses in Ostpolen kurzfristig mitgeteilt, dass dessen Betrieb Anfang Mai 2025 eingestellt wird. Aus diesem Grund haben wir keine Möglichkeit mehr, uns übergebene Hilfspakete in die Ukraine zu befördern und müssen den Prozess der Hilfspakete Ukraine daher einstellen."
Noch im April 2025 verschickte Pakete wurden abgearbeitet, neue Sendungen hingegen nicht mehr angenommen.
Österreichische Post: Aktion ebenfalls beendet
Auch die Österreichische Post bot seit 2022 einen kostenlosen Versand humanitärer Hilfspakete an. Diese Möglichkeit wurde 2024/2025 kommentarlos eingestellt. Die entsprechenden Informationsseiten unter post.at/p/c/wirhelfen laufen ins Leere.
Es gibt derzeit keine offizielle kostenfreie Paketaktion staatlicher Postgesellschaften im deutschsprachigen Raum.
Wie man weiterhin helfen kann
Geldspenden an Ukrposhta-Mitarbeiter
Die ukrainische Post bittet weiterhin um finanzielle Unterstützung für Mitarbeitende, die durch den Krieg verletzt wurden oder Hab und Gut verloren haben. Deutsches Spendenkonto:
- Empfänger: JSC Ukrposhta
- IBAN: DE88 5007 0010 0947 0576 10
- Verwendungszweck: Recovery Fund for Ukrposhta
Weitere Infos: ukrposhta.ua
Alternative: Lokale Hilfsinitiativen
Viele Städte und Gemeinden in Deutschland führen partnerstadt-basierte Hilfstransporte durch. Diese nehmen gezielt benötigte Sachspenden an und liefern sie direkt an konkrete Einrichtungen in der Ukraine. Am besten bei lokalen Organisationen oder Stadtverwaltungen nachfragen.
Rückblick auf die DHL-Aktion
Im April 2022 startete DHL eine Hilfsaktion, damit Kunden aus Deutschland kostenlos Pakete mit Hilfsgütern in die Ukraine schicken können. Ein Jahr später hatten sich 60.000 Menschen daran beteiligt.
Igor Smelyansky, Chef der ukrainischen Post Ukrposhta: "Dank der koordinierten Arbeit und vieler Spender konnte Hilfe für 487.765 Haushalte geleistet werden, vor allem in den Regionen Donetsk, Dnipropetrovsk und Charkiw."
DHL stellte Kunden eine kostenlose Paketmarke bis 20kg zur Verfügung (PDF-Archivansicht).
Es war nicht möglich, Pakete an eine bestimmte Person zu versenden. DHL sammelte alle Pakete in einem deutschen Zentrallager, transportierte sie anschließend nach Polen und übergab sie dort an die ukrainische Post.
Die kostenlosen Paketmarken hatten keine Sendungsnummern, sondern nur eine Leitcodierung bis zum DHL-Paketzentrum Ludwigsfelde. Deshalb war keine Einlieferung über Packstationen möglich und keine Sendungsverfolgung.