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Auch wegen Bedenken von DHL: Seilbahn in Bonn verzögert sich

Screenshot: seilbahnbonn.de
Visualisierung der geplanten Seilbahn

Die geplante Seilbahn in Bonn, die unter anderem am Posttower vorbeiführen soll, verzögert sich um mehrere Jahre. Während bislang eine Inbetriebnahme für 2029 oder 2030 im Raum stand, geht die Stadt Bonn inzwischen davon aus, dass der Betrieb frühestens im Jahr 2032 starten könnte. Das berichtet der Bonner General-Anzeiger.

Die Seilbahn ist als neues Element des öffentlichen Nahverkehrs geplant. Sie soll den rechtsrheinischen Stadtteil Beuel mit dem Bonner Venusberg verbinden, auf dem sich das Universitätsklinikum befindet. Entlang der Strecke sind mehrere Haltestellen vorgesehen, unter anderem im Bereich des UN-Campus und nahe dem Posttower, dem Hauptsitz von DHL, im Stadtteil Ramersdorf.


Streit über Seilbahnstützen nahe dem Posttower

Der Zeitplan hat sich unter anderem deshalb verschoben, weil große Arbeitgeber entlang der geplanten Trasse Bedenken angemeldet haben. Dazu gehört auch die DHL Group. Das Unternehmen hatte sich gegen geplante Seilbahnstützen in der Nähe des Posttowers ausgesprochen. Medienberichten zufolge befürchtet DHL angeblich negative Auswirkungen auf den Wert der Immobilie.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) äußerte Sicherheitsbedenken gegen den ursprünglich geplanten Trassenverlauf. Die Stadt Bonn prüft deshalb Änderungen an der Route der Seilbahn. So könnte sich auch der Standort einer Endstation im rechtsrheinischen Bereich verschieben.


Planfeststellung frühestens 2028

Nach aktuellem Stand soll das formale Planfeststellungsverfahren frühestens Mitte 2028 beginnen. Dieses Genehmigungsverfahren könnte etwa zwei Jahre dauern. Die eigentliche Bauzeit der Seilbahn wird mit rund anderthalb Jahren veranschlagt.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die schwierige Haushaltslage der Stadt Bonn. Oberbürgermeister und Stadtkämmerer haben angekündigt, dass Infrastrukturprojekte künftig stärker priorisiert werden müssten. Die Seilbahn ist bislang nicht fest im Haushalt eingeplant.

Die Baukosten wurden vor einigen Jahren auf rund 66 Millionen Euro geschätzt, wobei ein Großteil der Finanzierung durch Fördermittel von Bund und Land erfolgen soll. Die jährlichen Betriebskosten könnten laut früheren Gutachten zunächst rund 800.000 Euro betragen und langfristig auf über zwei Millionen Euro steigen.

Unterstützer der Seilbahn argumentieren, dass das Projekt vergleichsweise schnell realisiert werden könnte und eine zusätzliche Rheinquerung für den öffentlichen Verkehr schaffen würde, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Staus auf Bonns Brücken.



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Deutsche Post befürwortet Seilbahn in Bonn

So berichtete Paketda im Juli 2021

Die WirtschaftsWoche schreibt in der Ausgabe vom 09.07.2021 (gedruckt, nicht online), dass der geplante Bau einer Seilbahn in Bonn viele Unterstützer hat. Wörtlich heißt es: "Neben dem Management des staugeplagten Uniklinikums ist auch die Post dafür, ebenso die meisten anderen Konzerne und Behörden mit Büros entlang der Trasse. Im Rat gibt es eine parteiübergreifende Mehrheit."

Die Seilbahn soll an einem Bahnhof rechts des Rheins beginnen, dann den Rhein überqueren und u.a. eine Station im Stadtteil Ramersdorf bekommen, wo sich der Posttower befindet.

In 2018 machte die Deutsche Post erstmals Pläne öffentlich, mit ihrem Hauptsitz aus dem Posttower auszuziehen (Paketda berichtete). Der für 2020 geplante Baustart des Neubaus fand jedoch noch nicht statt. Der Neubau wurde stattdessen in der Baunscheidtstraße errichtet; nur ca. 1 Kilometer entfernt vom Posttower.


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