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Wegen Homeoffice: DHL will Kaufvertrag für neue Büros rückabwickeln


Bonn. Die Deutsche Post AG möchte ein 11.500 qm großes Grundstück in der Baunscheidtstraße an die Stadt Bonn zurückgeben. Der Konzern hatte das Grundstück 2019 für 9,3 Mio. Euro gekauft und 2,5 Mio. Euro angezahlt. Eigentlich sollten dort Büros für 2.500 Mitarbeiter entstehen.

Während der Corona-Pandemie hat sich bei der Deutschen Post die Arbeit aus dem Homeoffice etabliert. Deshalb werden die neuen Büros nun nicht mehr benötigt. Die Stadt Bonn muss entscheiden, ob sie die Post aus dem Kaufvertrag entlässt. Eigentlich wären dafür triftige Gründe notwendig, z.B. starke Verzögerungen bei der Baugenehmigung oder eine unerwartet teure Altlastensanierung auf dem Grundstück, berichtet der Bonner Generalanzeiger.

Laut Zeitung befürwortet die Stadtverwaltung eine Rückabwicklung des Kaufvertrags und will die angezahlten Millionen erstatten. Das Grundstück in der Baunscheidtstraße soll für die Ansiedlung internationaler Organisationen (z.B. UN) genutzt werden.





Hintergrund

Im Jahr 2018 wurde bekannt, dass Deutsche Post DHL in Bonn ein neues Bürogebäude für 100 Millionen Euro bauen wollte. Dort sollten Büros zusammengelegt werden, die bislang über das Bonner Stadtgebiet verstreut sind.

Laut Zeitungsbericht verkaufte die Stadt Bonn dem Postkonzern in 2019 ein 11.500 qm großes Grundstück in der Baunscheidtstraße, das ca. 1 Kilometer vom Posttower entfernt ist.

Im Jahr 2020 hat die Deutsche Post einen Architektenwettbewerb beendet, den Siegerentwurf aber geheim gehalten. Lediglich die Plätze 2 und 3 wurden öffentlich (siehe deutsches-architekturforum.de ).

Ursprünglich war der Baustart für das Jahr 2020 geplant, doch dann kam Corona. Der General-Anzeiger schrieb im Juli 2023, dass noch immer keine Bauvoranfrage und kein Bauantrag von der Deutschen Post bei der Stadtverwaltung eingereicht wurden. Die Deutsche Post wollte keine Detailfragen der Zeitung zu dem Bauprojekt beantworten.



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Deutsche Post DHL baut in Bonn neues Verwaltungsgebäude

So berichtete Paketda im April 2018

Deutlich mehr als 100 Millionen Euro soll ein neues Bürogebäude kosten, das die Deutsche Post DHL Group in Bonn für 2.500 Mitarbeiter errichten lassen will. Es handele sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Bauunternehmen Ten Brinke, berichtet die Immobilien Zeitung unter Berufung auf den Bonner Generalanzeiger. Ten Brinke habe das Projekt bestätigt.

Der Neubau soll auf einem 16.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen. Das neue Bürogebäude soll jenen Post-Mitarbeitern eine gemeinsame Arbeitsstätte bieten, die bislang "auf 20 gemietete Gebäude im Stadtgebiet verteilt" sind, wie Olaf Hermanni (Deutsche Post) dem Bonner Generalanzeiger erklärte. Als Baustart wird das Jahr 2020 angestrebt.

Das Neubauprojekt hat den Namen "Bonner Office Project" (BOP). Es befindet sich im Stadtteil Ramersdorf, der Bestandteil des Bundesviertels ist. Im Sommer 2021 wurde bekannt, dass die Deutsche Post den Bau einer Seilbahn unterstützt, die am Posttower vorbeiführt (Paketda berichtete).

Rohbau des Posttowers im Dezember 2001


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