Verdi fordert 15% mehr Lohn. Deutsche Post DHL lehnt ab.

Postmitarbeiter bei einer Verdi-Demonstration in Hamburg
Die steigende Unzufriedenheit in der Zusteller-Belegschaft kann der Deutschen Post DHL ab 1.1.2023 ernsthafte Probleme bereiten. Dann endet nämlich der vor zwei Jahren abgeschlossene Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi.

Im Klartext: Ab Mitte Januar 2023 sind Streiks bei Deutscher Post (Brief) und DHL (Paket) möglich, sofern Verdi und Postkonzern bis dahin keine Einigung erzielen.

Verhandlungsrunden gibt es am 6. Januar, 18. + 19. Januar sowie am 8. + 9. Februar. Die Gewerkschaft fordert 15% Lohnerhöhung sowie 200 Euro mehr für Azubis und Dual Studierende.

Ein Sprecher von Deutsche Post DHL soll die Forderung als "realitätsfern" abgetan haben (Quelle). Tarifverhandlungen werden immer mit hohen Forderungen bzw. deren harter Ablehnung begonnen, damit beide Seiten Verhandlungsspielraum haben.

Die alternative Gewerkschaft DPVKOM will in den Tarifverhandlungen übrigens 12% mehr Lohn fordern. Zusätzlich soll jede/r Mitarbeiter/in von der Post 3.000 Euro steuerfreie Inflationsausgleichsprämie erhalten.

Übrigens: Der einmonatige Poststreik 2015 verursachte bei der Deutschen Post Kosten bzw. Mindereinnahmen in Höhe von 100 Millionen Euro (Quelle: Tagesspiegel).



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September 2020: Verdi einigt sich mit Deutsche Post DHL

So berichtete Paketda im September 2020

Bis 31.12.2022 müssen Verbraucher keine Poststreiks mehr befürchten. Denn bis dahin läuft der jetzt ausgehandelte Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft Verdi und Deutsche Post DHL (Quelle). Die Vereinbarung umfasst folgende Kernpunkte:

  • Lohnsteigerung um 3,0 Prozent ab 1. Januar 2021
  • Weitere Steigerung um 2,0 Prozent ab 1. Januar 2022
  • Azubivergütung steigt um monatlich 50 Euro zum 1.1.2021 und um 40 Euro zum 1.1.2022
  • Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 31.12.2023
  • Keine Fremdvergabe in der Brief- und Verbundzustellung bis 31.12.2023

Ursprünglich hatte Deutsche Post DHL nur eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent über 12 Monate angeboten. Verdi forderte eine Erhöhung um 5,5 Prozent. Die jetzt ausgehandelte 5-prozentige Lohnerhöhung in zwei Stufen kann als voller Erfolg für die Gewerkschaft gewertet werden.

Dass Deutsche Post DHL das ursprüngliche Angebot so schnell auf 5 Prozent erhöht hat, deutet darauf hin, dass die 1,5-prozentige Lohnerhöhung sowieso nicht ernst gemeint war. Hätte die Post von Anfang an 5 Prozent mehr Lohn angeboten, wäre es zu keinen Streiks gekommen, weil die Differenz zur Verdi-Forderung nur mickrige 0,5 Prozent beträgt.


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